Fragen und Antworten

Fragen und Antworten

 

Fragen zu Zecken

Behandlungsintervalle

„Wie oft bzw. in welchen Abständen muss man ein Anti-Zeckenmittel beim Hund erneut auftragen?“

Dr. Stefan Pachnicke: Die Intervalle zu denen ein Zeckenmittel angewendet wird, sind sehr unterschiedlich. Je nach Applikationsform (z. B. Präparate zum Auftropfen im Gegensatz zu Halsbändern) unterscheiden sich die Zeiträume z. T. erheblich. Präparate zum Auftropfen (sog. Spot-Ons) sind in aller Regel alle drei bis fünf Wochen aufzutragen. Halsbänder haben z. T. bedeutend längere Wirkungszeiträume. Das Seresto ®-Halsband für Hunde wirkt beispielsweise bis zu 8 Monate gegen Zecken. Für die, je nach Präparat unterschiedliche, Anwendung lesen Sie bitte die zugehörige Packungsbeilage oder befragen den jeweiligen Hersteller. Es ist wichtig, die entsprechenden Zeiträume genau einzuhalten, damit ein durchgehender Schutz vor Zeckenbefall gewährleistet ist.

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Krankheitsübertragung

„Meine Katzen suche ich öfter am Tag nach Zecken ab. Wenn ich eine entdecke, wird sie sofort entfernt. Stimmt es, dass wenn eine Zecke innerhalb von 10 Stunden entfernt wird, keine Gefahr mehr für die Katze besteht?“

Dr. Regina Thomas: Zecken können bei ihrem Saugakt eine ganze Menge verschiedener Krankheitserreger übertragen, und: Die Übertragungszeiten sind für die einzelnen Krankheitserreger sehr unterschiedlich. Die meisten Krankheitserreger werden allerdings erst 24 bis 48 Stunden, nachdem sich die Zecke in der Haut verankert hat, übertragen. Eine Ausnahme sind die FSME-Viren, die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis, einer besonders für den Menschen gefährlichen Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Die Übertragung dieser Erreger kann sofort mit Beginn des Saugaktes der Zecke erfolgen.

Durch Zecken übertragene Erkrankungen wie Borreliose, Babesiose oder Anaplasmose werden in den letzten Jahren mit zunehmender Häufigkeit bei unseren Hunden diagnostiziert. Obwohl Katzen von den gleichen Zeckenarten wie Hunde befallen werden, kommt es bei ihnen vergleichsweise selten zu Erkrankungen. Nach dem heutigen Kenntnisstand wird angenommen, dass sie gegenüber den von Zecken übertragenen Krankheitserregern weniger anfällig sind.

Demzufolge ist es eher unwahrscheinlich, dass Ihre Katzen an einer durch Zecken übertragenen Infektion erkranken, insbesondere wenn Sie regelmäßig die Zecken frühzeitig entfernen. Flöhe scheinen allerdings bei Katzen durchaus eine Rolle als Überträger von Krankheitskeimen zu spielen. Sie können nicht nur Bandwürmer, sondern auch Bakterien und möglicherweise Viren auf Katzen übertragen, die zu Erkrankungen führen können. Neben der Übertragung von Erregern können Flöhe durch Stiche auch allergische Reaktionen hervorrufen, die deutliche entzündliche Reaktionen der Haut nach sich ziehen können. Daher sollten Katzen, die Freigang haben, auf jeden Fall am besten ganzjährig gegen Flöhe geschützt werden.

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Zeckenschutz für Katzen

„Muss ich meine Katze eigentlich auch vor Zecken schützen?“

Dr. Regina Thomas: Nach heutigem Erkenntnisstand scheint für die Katze der Floh der „gefährlichere Blutsauger“ zu sein: Ein Flohbefall führt nicht nur zu unangenehmem Juckreiz, Flöhe können bei ihrem Blutmahl auch gefährliche Krankheitserreger wie Bakterien und Viren übertragen. Die Katze kann sich mit Bandwürmern infizieren, wenn sie einen Floh bei ihrer täglichen Fellpflege „verputzt“, und bei vielen Katzen entwickelt sich eine äußerst unangenehme Flohspeichelallergie.

Dagegen werden bei der Katze durch Zecken übertragene Krankheiten, wie Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose, die beim Hund zu teilweise lebensbedrohlichen Erkrankungen führen können, vergleichsweise selten diagnostiziert. Katzen scheinen gegenüber diesen Infektionen weniger anfällig zu sein.

Somit ist der Schutz vor einem Flohbefall für Katzen besonders wichtig. Wenn Ihre Katze sich aber häufig im Freien aufhält und von Zecken befallen wird, empfiehlt sich während der Zeckensaison im Frühjahr und im Herbst auch ein entsprechender Zeckenschutz.

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Fragen zu Flöhe

Wechsel des Anti-Floh-Mittel

„Meine Hunde sind von Flöhen befallen. Vor zwei Wochen habe ich sie mit einem Fipronil-haltigen Spot-on Produkt behandelt. Nun habe ich gelesen, dass Advantage ® besser gegen Flöhe wirken soll. Kann man dieses Produkt nun sofort anwenden?“

Dr. Stefan Pachnicke: Es gibt von Seiten der beiden enthaltenen Wirkstoffe zwar keine zu erwartende direkte Interaktion zwischen den Präparaten. Grundsätzlich empfehlen wir aber bei Anwendung unterschiedlicher Präparate, eine zeitliche Sicherheitsspanne abzuwarten.Um die Anwendung in kurzer zeitlicher Abfolge jedoch noch unbedenklicher zu machen, können Sie Ihr behandeltes Tier vor der Anwendung des neuen Präparates auch intensiv shampoonieren, um evtl. noch auf dem Tier vorhandenen Wirkstoff zu entfernen. Bitte bedenken Sie, dass bei Flohbefall auch die Umgebung des Tieres behandelt werden sollte.

Zur Umgebungsbehandlung stehen Ihnen verschiedene Präparate zur Verfügung. Aus der Bolfo ®-Reihe können Sie z. B. den Bolfo ®-Fogger, einen Flohmittel-Vernebler, einsetzen, um ganze Räume zu entflohen. Für die gezielte Anwendung, z. B. an der Schlafstätte oder am Körbchen Ihres Vierbeiners, können Sie gut das Bolfo ®-Umgebungsspray einsetzen. Bitte beachten Sie hierbei jedoch, dass es sich um eine Umgebungsbehandlung des Tieres handelt und dass das Tier selber nicht eingesprüht werden soll. Parallel zu dieser Maßnahme ist gründliches Staubsaugen sehr wichtig. Beachten Sie bitte, dass Sie den Beutel nach dem Saugen vernichten – am besten frieren Sie diesen ein oder verbrennen ihn. Decken, Kuscheltiere und sonstige waschbare Objekte, mit welchen Ihr Tier in regelmäßigem Kontakt steht, sollten Sie bei mindestens 60° waschen oder gegebenenfalls einfrieren.

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Flohbefall beim Menschen

„Wir haben drei Katzen und einen Pflegekater. Alle vier sind Freigänger und bekommen gutes Futter. Ich kämme sie regelmäßig mit dem Flohkamm durch – Flohkot ist nicht erkennbar. Ich habe am Hals und Waden kleine Punkte bemerkt, die aussehen wie Schnakenstiche und die ab und zu jucken. Kann ich irgendeinen Parasitenbefall erlitten haben? Was kann ich dagegen tun?“

Dr. Stefan Pachnicke: Auf diesem Wege können wir Ihnen leider keine Auskünfte über oder Empfehlungen zu humanmedizinischen Themen geben. Wir empfehlen Ihnen daher, Ihren Hausarzt zu konsultieren, der Sie entsprechend beraten und gegebenenfalls an den geeigneten Facharzt überweisen kann.

Grundsätzlich können wir ihnen aber sagen, dass ebenfalls Menschen durchaus von Flöhen, die durch das Tier mitgebracht werden, befallen werden können. In manchen Fällen kann eine so bezeichnete Flohstraße beobachtet werden. Diese entsteht durch Flohstiche, die in einer Reihe auffindbar sind.

Zu dieser Jahreszeit treten bei Menschen darüber hinaus auch immer wieder Probleme mit Herbstgrasmilben auf, insbesondere im Bereich der Füße nach dem barfuß durch z. B. den Garten spazieren.

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Systematische Flohbekämpfung

„Unsere Katze hat Flöhe. Wir halten sie vorwiegend im Haus – erst vor ein paar Wochen war sie einmal draußen. Seit diesem Tag leidet sie unter einem Flohbefall. Jetzt werden wir die Plagegeister nicht mehr los.

Vor ein paar Wochen hat sie schon einmal Advantage ® gegen Flöhe bekommen. Kann man denn Advantage ® nochmal jetzt anwenden oder muss man erst die 3-4 Wochen warten? Und wie gut hilft das Bolfo ®-Umgebungsspray? Nach der letzten Anwendung habe ich das ganze Haus geputzt, alles mögliche gewaschen und trotzdem sind nicht alle Flöhe verschwunden. Ist das normal?“

Dr. Stefan Pachnicke: Ein Flohbefall kann äußerst hartnäckig sein und einer längeren Bekämpfung bedürfen. Es ist gut, dass Sie bereits erste Maßnahmen ergriffen haben. Kommen wir zunächst zur Behandlung mit Advantage ®. Das vorgesehen Behandlungsintervall beträgt vier Wochen. In dieser Zeit sollte bei korrekter Anwendung ein Flohbefall beim Tier verhindert werden. Wichtig hierfür ist, dass das Medikament direkt auf die Haut des Tieres aufgetragen wird und nicht lediglich auf das Fell. Sie haben bereits begonnen, eine Umgebungsbehandlung durchzuführen und sollten diese auch weiterhin verfolgen.

Zur Umgebungsbehandlung stehen Ihnen verschiedene Präparate zur Verfügung. Aus der Bolfo ®-Reihe können Sie z. B. den Bolfo ®-Fogger, einen Flohmittel-Vernebler, einsetzen, um ganze Räume zu entflohen. Für die gezielte Anwendung, z. B. an der Schlafstätte oder am Körbchen Ihrer Katze, können Sie gut das Bolfo ®-Umgebungsspray einsetzen, wie Sie es ja auch bereits getan haben. Bitte beachten Sie hierbei grundsätzlich, dass es sich um eine Umgebungsbehandlung des Tieres handelt und dass das Tier selber nicht eingesprüht werden soll.

Parallel zu dieser Maßnahme ist gründliches Staubsaugen sehr wichtig. Beachten Sie bitte, dass Sie den Beutel nach dem Saugen vernichten – am besten frieren Sie diesen ein oder verbrennen ihn. Decken, Kuscheltiere und sonstige waschbare Objekte, mit welchen Ihre Katze in regelmäßigem Kontakt steht, sollten Sie bei mindestens 60° waschen oder gegebenenfalls einfrieren.

Neben www.parasitenfrei.de erhalten Sie weitere nützliche Informationen unter:

www.advantage.info

www.esccap.de

www.tierfreunde.bayer.de

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Fragen zu Würmern

Infektionsgefahr nach Wurmkur?

„Mein vier Monate alter Bernhardinerrüde war von spaghetti-förmigen Würmern befallen. Nach einer Wurmkur schied er diese Würmer dann mit dem Kot aus. Das ist jetzt einige Tage her. Gestern fand ich einen Haufen, indem immer noch Würmer zu finden waren. Meine Frage lautet nun, ob immer noch eine Ansteckungsgefahr von diesen Würmern ausgeht oder ob durch die Kur alle Wurmstadien abgetötet sind?

Er muß nächste Woche geimpft werden, wann soll ich nocheinmal entwurmen?“

Dr. Sonja Wolken: Bei dem Wurmbefall Ihres Hundes handelt es sich wahrscheinlich um Spulwürmer. Ihrer Beschreibung nach zu urteilen, war der Befall schon recht „ordentlich“.

Selbst bei sehr jungen Hundewelpen können schon hohe Befallsstärken mit Spulwürmern auftreten, da die Welpen sich bereits im Mutterleib und auch über die Muttermilch infizieren können. Aus diesem Grund sollte bereits im Alter von 14 Tagen die erste Wurmkur erfolgen. Wiederholungsbehandlungen sollten im zweiwöchigen Abstand bis zwei Wochen nach dem Absetzen durchgeführt werden. Ein Wurmbefall belastet das Immunsystem, daher sollte 2-4 Wochen vor einer Impfung eine Entwurmung stattfinden, da sonst möglicherweise die Impfung weniger wirksam ist.

Eine Reihe verschreibungspflichtiger Medikamente wirken laut Gebrauchsinformation nur gegen erwachsene Spulwürmer. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sich in Ihrem Hund noch Entwicklungsstadien befinden, die nicht abgetötet wurden. Sollte es sich um die erste Entwurmung Ihres Hundes gehandelt haben, ist es empfehlenswert, kurzfristig eine zweite Entwurmung durchzuführen. Wie oft im Jahr Sie dann Ihren Hund entwurmen müssen, sollten Sie mit Ihrem Tierarzt besprechen. Eine pauschale Aussage lässt sich hierzu nicht treffen, da dies stark vom Infektionsrisiko Ihres Tieres abhängt. Um vollständig zu verhindern, dass der Hund Spulwurmeier ausscheidet, wäre eine monatliche Entwurmung notwendig.

Viele Informationen zu Würmern und anderen Parasiten finden Sie auf der Seite www.esccap.de. Hier können Sie auch einen kleinen Test durchführen, um das individuelle Infektionsrisiko Ihres Hundes zu bestimmen. Im Detail sollten Sie dann allerdings ein Entwurmungsschema mit Ihrem Tierarzt besprechen.

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Herzwurmprophylaxe

„Ich ziehe für ein Auslandssemester nach Spanien und nehme meine kleine Sheltie-Mix Hündin mit. Mir wurde geraten, sie regelmäßig zu entwurmen (v. a. Wegen der Gefahr von Herzwürmern!). Allerdings bin ich mir unsicher was „regelmäßig“ bedeutet (monatlich oder alle 3 Monate?).“

Dr. Sonja Wolken: Für eine sichere Herzwurmprophylaxe ist die monatliche Applikation eines geeigneten Medikaments notwendig. Herzwürmer werden von Stechmücken übertragen. Durch eine monatliche Medikamentengabe werden die in den Körper eingedrungenen mikroskopisch kleinen Larven abgetötet, bevor sie sich weiterentwickeln können. Hierzu stehen in Deutschland sowohl Spot-On-Präparate als auch Tabletten zur Verfügung. Es ist wichtig zu wissen, dass nur Herzwurmlarven bis zu einem Alter von etwa einem Monat von den Wirkstoffen wirksam abgetötet werden. Wenn die Medikamentengabe vergessen wird und sich die Larven weiterentwickeln, besteht die nächste Möglichkeit zur Therapie erst wieder, wenn die Herzwürmer die Herzkammer erreicht haben und ausgewachsen sind. Hier haben wir es dann mit bis zu 30 cm langen Würmern zu tun und die Therapie ist schwierig und häufig Nebenwirkungsreich. Weiterhin sollten Sie Ihren Hund vor einem Befall mit äußeren Parasiten schützen. Das Spektrum zeckenübertragener Erreger ist im Mittelmeerraum weitaus größer als in Deutschland. In Spanien ist die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) weit verbreitet; ein bedeutsamer Vektor für Babesiose, Ehrlichiose und Hepatozoonose.

Außerdem gibt es Sandmücken (Phlebotomus spp.), die Leishmaniose übertragen. Vor diesen Überträgern schützen Sie Ihren Hund mit einem Präparat (Spot-On oder Halsband), das repellierende Eigenschaften aufweist. Bezüglich der Leishmaniose sollten Sie sich vor Ort über die lokale Situation informieren. Denken Sie auch an Ihren eigenen Schutz. In Gegenden mit starker Sandmückenaktivität können Sie durch bestimmte Verhaltensregeln das Risiko gestochen zu werden, weiter minimieren, für Ihren Hund und Sie selbst. Sandmücken sind dämmerungsaktiv, daher sollten Spaziergänge in dieser Zeit vermieden werden. Tagsüber ziehen sich die Sandmücken in kühle, feuchte Umgebungen zurück (z. B. Keller oder altes Gemäuer, Unterholz, Erdhöhlen). Sie sollten also vermeiden, dass Ihr Hund in solchen Ecken stöbert. Im Haus bieten Moskitonetze einen guten Schutz. Da Sandmücken sehr klein sind, müssen die Netze eine entsprechend kleine Maschenweite haben (kleiner als 2 mm). Für den Hund bietet sich hier ein Zimmer-Kennel als Schlafplatz an.

Leider gibt es für Ihren Hund nicht die „ein Medikament für Alles“-Lösung. Für eine umfassende Herzwurm- und Ektoparasitenkontrolle müssen Sie verschiedene Präparate kombinieren. Ihr Tierarzt wird Sie hierzu beraten. Wichtig ist, dass Sie sich exakt an die Herstellerangaben halten und die Applikationszeiträume nicht ausdehnen.

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Lungenwürmer

„Bei unserem 10 Monate alten Jagdtterrier wurden Lungenwürmer diagnostiziert. Bei uns im Haus leben zudem noch sechs Katzen (keine Freigänger). Besteht die Gefahr, dass die Katzen sich durch den Kontakt zum Hund (kuscheln, putzen, gemeinsamer Wassernapf etc.) angesteckt haben? Gibt es eine Spot-On-Wurmkur für Katzen die gegen Lungenwürmer wirksam ist?“

Dr. Stefan Pachnicke: Die Wahrscheinlichkeit einer Infektionsübertragung nur durch Kontakt ist wenigstens als verschwindend gering und unwahrscheinlich einzustufen. Der Parasit benötigt in seinem Entwicklungszyklus einen sogenannten Zwischenwirt, um sich vollständig entwickeln zu können. Dieser Zwischenwirt ist eine Schnecke, die für eine Ansteckung mit Lungenwürmern verschluckt werden muss. Darüber hinaus erkranken Katzen nicht an derselben Art Lungenwürmer wie der Hund und wechselseitige Übertragungen spielen hier eher keine Rolle.

Wenn Sie jedoch ganz sicher gehen wollen, dass Ihre Katzen nicht an (Lungen-)Würmern erkrankt sind, können Sie eine Kotuntersuchung durch ihren Tierarzt durchführen lassen. Derzeit gibt es für Katzen keine speziell zugelassenen Präparate gegen Lungenwürmer.

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Wurmbefall beim Menschen

„Unsere Katze leidet an einem Wurmbefall. Sie hat dagegen schon ein Wurmmittel bekommen. Dennoch haben wir jetzt Angst, dass Sie uns ebenfalls mit Würmern infiziert hat? Gibt es ein Wurmmittel für Menschen?“

Dr. Stefan Pachnicke: Die Übertragung verschiedener Würmer von der Katze auf den Menschen ist durchaus möglich. Allerdings gelangen diese, z. B. im Fall von Spulwürmern, nicht wie bei der Katze in den Darm des Menschen, sondern wandern in unterschiedliche Gewebe ein. Dadurch sind sie bzw. ihre Eier im Stuhl nicht zu erkennen und eine Diagnose daher schwieriger. Andere wiederum, wie bspw. bestimmte Bandwürmer, benötigen für ihre Entwicklung einen Zwischenwirt, etwa ein Nagetier. Ohne diesen Zwischenwirt kann keine Übertragung auf den Menschen erfolgen. Wiederum andere Bandwürmer, wie der wichtige Fuchsbandwurm, können jedoch direkt auf den Menschen übertragen werden.

Eine wichtige Maßnahme zum Schutz des Menschen besteht daher in der regelmäßigen Entwurmung des Haustiers, grundsätzlich etwa alle drei Monate. Hierbei sollten Mittel, die gegen verschiedene Würmer wirken bevorzugt werden. Diese sind beim Tierarzt erhältlich.

Sollten Sie selbst Beschwerden entwickeln, konsultieren Sie bitte einen Humanmediziner und schildern Sie ihm Ihre Situation. Es gibt Entwurmungsmittel für den menschlichen Einsatz.

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Fragen zu Milben

Krätzmilben und Impfung

„Kann man seinen Hund gegen Krätzmilben (Räude) impfen lassen?“

Dr. Stefan Pachnicke: Ein zugelassener Impfstoff gegen den Räudeerreger, die Milbenart Sarcoptes scabiei var. canis, ist nicht verfügbar. Derzeit werden die Milben dementsprechend direkt mit wirksamen (verschreibungspflichtigen) Präparaten bekämpft, die über den Tierarzt erhältlich sind. Aus einigen Regionen Deutschlands wird häufig von einer Übertragung der Räudemilben über Füchse berichtet. Sollten Sie sich in einer gefährdeten Region befinden und Ihr Hund Kontakt zu Füchsen und deren Bauten haben, ist es sinnvoll, den Hund regelmäßig mit einem geeigneten Präparat zu behandeln, um ihn vor einem Befall zu schützen.

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Milbenbefall beim Menschen

„Mein Hund hat braun/schwarze Kügelchen in den Ohren. Ist es möglich, dass es Milben sind? Wenn ja, können sie auch auf Menschen übergehen?“

Dr. Stefan Pachnicke: Ein Befall mit Milben ist durchaus möglich. Insbesondere Ohrmilben verursachen häufig beim Hund, auch bei der Katze, ein „kaffeesatzartiges“ Sekret im äußeren Ohr.

Bitte lassen Sie Ihr Tier bei einem Tierarzt daraufhin untersuchen und ggf. behandeln. Ohrmilben gehen üblicherweise nicht auf Menschen über. Es gibt aber eine Reihe anderer Milben, die auch auf Menschen übertragbar sind.

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Demodex-Milben/Haarbalgmilben

„Welches Mittel kann ich meinem Hund am besten gegen einen Befall mit Demodex-Milben geben? Er leidet unter einem sehr starken Befall und wird deshalb fast wahnsinnig vor Juckreiz.“

Dr. Sonja Wolken: Demodex-Milben sind mikroskopisch klein. Ein starker Juckreiz ist eher untypisch für einen Befall. Juckreiz wird nur in seltenen Fällen, insbesondere bei bakteriellen Komplikationen des Geschehens beobachtet. Möglicherweise ist eine andere Ursache vorhanden. Sie sollten mit Ihrem Hund zum Tierarzt gehen und eine gründliche Untersuchung durchführen lassen. Der Tierarzt wird Ihrem Hund dann auch ein geeignetes Mittel verschreiben.

Im Falle von Demodex ist es besonders wichtig, festzustellen wie ausgeprägt der Befall ist. Die Erkrankung hat verschiedene Verlaufsformen, von denen auch das Behandlungsregime abhängt. In der Regel sind mehrere Behandlungen erforderlich und der Behandlungserfolg sollte kontinuierlich vom Tierarzt überprüft werden. Die Demodikose bricht meist erst aufgrund einer weiteren Ursache, z.B. eines internistischen Leidens, aus. Diese jeweilige Ursache sollte bei der Therapie berücksichtigt werden.

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Schwarzer Schorf

„Meine Katze hat seit geraumer Zeit einen Ungezieferbefall an seinem Näschen, der aussieht wie schwarzer Schorf. Gemäß tierärztlicher Anordung habe ich mit einer Milbensalbe behandelt, was aber zu keiner Besserung geführt hat. Welche Möglichkeiten ziehen Sie in Erwägung?“

Dr. Stefan Pachnicke: Sofern es sich um einen nachweislichen Milbenbefall handelt, stehen Ihrem Tierarzt verschiedene Präparate in unterschiedlichen Applikationsformen zur Behandlung des erkrankten Tieres zur Verfügung. Eine bewährte Applikationsform zur Behandlung von Katzen ist das Spot-On. Hier werden auf die Haut des Nackens wirkstoffhaltige Tropfen aufgetragen. Diese werden in den Körper aufgenommen und wirken von innen heraus gegen äußerliche Milben. Die Mehrzahl der Präparate ist verschreibungspflichtig, so dass Sie konkreten Rat bitte bei Ihrem Tierarzt einholen möchten.

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Fragen zu Juckreiz

Juckreiz an Vorder- und Hinterläufen

„Ich habe eine mittelgroße kurzhaarige Mischlingshündin, die regelmäßig draußen ist. Die Hündin hat täglich Kontakt zu anderen Hunden. Seit einer Woche kratzt sie sich häufig an den Vorder- und Hinterläufen und beißt in den Schwanz. Hautveränderungen konnte ich bisher nicht feststellen.“

Dr. Stefan Pachnicke: Unter anderem können verschiedene Ektoparasiten ursächlich an den Symptomen, die Ihre Hündin zeigt, beteiligt sein. Es können beispielsweise Flöhe in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. Es ist wichtig, dass Sie Ihr Tier rechtzeitig auf einen Befall hin untersuchen. Sie können dazu einen Flohkamm (z. B. aus dem Zoofachgeschäft) nutzen. Zusätzlich stellen Sie bitte Ihr Tier einem Tierarzt vor, der einen vorliegenden Befall sicher diagnostizieren kann. Er wird Ihr Tier auch auf weitere mögliche Erreger, bspw. bestimmte Milben oder auch Läuse hin untersuchen und Ihnen in jedem Fall helfen können.

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Juckreiz an Ohren und Nase

„Unser Kater leidet seit einiger Zeit unter einem starken Juckreiz an den Ohren und an der Nase. Zudem beißt er sich ab und zu in die Pfoten. Eine Kur mit einem Anti-Zecken- und Anti-Floh-Mittel hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Was könnte noch die Ursache für den Juckreiz sein und was können wir dagegen tun?“

Dr. Regina Thomas: Starker Juckreiz ist äußerst unangenehm für unsere Tiere und führt sehr schnell durch vermehrtes Belecken und Bekratzen der juckenden Hautarreale zu Verletzungen und nachfolgender Besiedelung mit Bakterien. Rasch entwickeln sich dadurch eitrige Hautentzündungen.

Die Ursachen, die bei Tieren Juckreiz hervorrufen, sind vielfältig. Parasiten, wie zum Beispiel Flöhe, sind häufige Plagegeister. Bei Flohbefall jucken sich die Tiere vornehmlich an den "Lieblingsplätzen" der Flöhe am Körper der Tiere, nämlich Hals-, Unterbauch- und hinterer Rückenbereich. Dass die Anwendung eines Anti-Floh-Mittels keinen Erfolg gebracht hat, spricht gegen das Vorliegen eines Flohbefalls. Anhand Ihrer Beschreibung der Symptomatik könnte unter Umständen jedoch ein Befall mit Milben vorliegen. Die sogenannte Kopfräude der Katze wird durch eine sehr ansteckende Milbe hervorgerufen. Ebenfalls könnte eine Ohrräude vorliegen, die durch eine andere Milbenart verursacht wird. Ihr Tierarzt kann ihrem Tier bei Vorliegen eines solchen Befalles ein geeignetes Mittel verabreichen. Allerdings sind die Pfoten bei diesen speziellen Milben eher nicht betroffen.

Eine weitere Milbenart, die sich bevorzugt im Gesichtsbereich und im Pfotenbereich niederlässt, ist die Herbstgrasmilbe. Diese Milbe ist jedoch so groß, dass man sie mit bloßem Auge als orangerote Pünktchen leicht erkennen kann.

Hautareale, die nur schwach oder gar nicht von Fell geschützt sind (Ohren, Nase, Pfoten), sind vom Juckreiz betroffen. Daher stellt sich mir auch die Frage, ob Ihr Kater möglicherweise draußen oder auch in der Wohnung mit hautreizenden Substanzen in Kontakt gekommen ist. Beispiele hierfür wären: Düngemittel, Reinigungsmittel, vielleicht auch neues Katzenstreu, das er nicht verträgt. Auch bei allergischen Reaktionen sind häufig die von Ihnen beschriebenen Körperpartien betroffen. In Betracht zu ziehen sind dabei sowohl Kontaktallergien als auch Futtermittelallergien.

Bitte prüfen Sie, ob Ihr Kater vielleicht mit einer reizenden Substanz in Kontakt gekommen ist, entfernen Sie diese – wenn möglich – und waschen die juckenden Hautpartien vorsichtig einfach mit lauwarmem Wasser ab.

Kontrollieren Sie, ob Ihr Kater in der letzten Zeit andere Futtermittel (auch Leckerchen berücksichtigen!) erhalten hat. Sollte der Juckreiz nicht nachlassen, ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich. Spezielle Haut- und Blutproben können erforderlich sein, um eine exakte Diagnose zu stellen. Wie oben bereits erwähnt, sollte der Juckreiz möglichst schnell bekämpft werden, um bakterielle Folgeerkrankungen zu verhindern.

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