Hartnäckiger Flohbefall

Was tun, wenn Flöhe immer wiederkommen?


Der Katzenfloh ist in Zentraleuropa weit verbreitet. Es kann daher vorkommen, dass auch die eigene Katze oder der eigene Hund einmal von diesem Plagegeist befallen wird. Zwar kann ein Befall das ganze Jahr hindurch auftreten, doch gerade jetzt, im Sommer und Herbst, wenn die Witterungsbedingungen für Flöhe optimal sind, kann es besonders leicht zu einer folgenreichen Begegnung kommen.

Tierhalter, deren Vierbeiner bereits unter den blutsaugenden Parasiten zu leiden hatten, kennen das Problem: Ein Flohbefall kann mitunter hartnäckig sein. Doch wie lässt sich vermeiden, dass er sich zu einer langanhaltenden Plage entwickelt? Ein paar einfache Regeln können helfen, das Problem in den Griff zu bekommen:

  • Ein Befall sollte nur mithilfe dafür zugelassener Präparate behandelt werden.
  • Bei regelmäßigem Freigang und Kontakt zu fremden Tieren empfiehlt sich eine regelmäßige, möglicherweise ganzjährige Flohprophylaxe.
  • Leben noch weitere Tiere im Haushalt, müssen auch sie regelmäßig mit behandelt werden.
  • Nochmals genau den Beipackzettel der bisher verwendeten Antiflohmittel lesen. Möglicherweise werden sie nicht richtig angewendet und können deshalb nicht ausreichend und anhaltend wirken.
  • Schwimmen befallene Tiere oft oder werden häufig gebadet, kann dies die Wirksamkeit verwendeter Präparate negativ beeinflussen und eventuell die Wirksamkeitsdauer verkürzen. Packungsbeilage diesbezüglich beachten.
  • Die unmittelbare häusliche Umgebung muss unbedingt berücksichtigt werden, da sich dort der Großteil der Flohpopulation in Form von Eiern, Larven und Puppen befindet. Speziell Bereiche wie Schlaf- und Liegeplätze, aber auch Plätze im Auto oder einer Transportbox dürfen nicht vernachlässigt werden. Geeignete Maßnahmen zur Umgebungsbehandlung sind z. B.:
    • das Absaugen und Waschen von Decken, Kissen, Schlafplatzutensilien sowie der Schlafplätze selbst,
    • das Reinigen von Teppichen und anderen Gegenständen mit regelmäßigem Tierkontakt,
    • das feuchte Wischen von Böden und das tägliche Saugen im Wohnbereich.
  • Wichtig: Zu reinigende Gegenstände möglichst bei mindestens 40-60° C waschen oder kurzfristig tieffrieren. Verwendete Staubsaugerbeutel gut verpackt entsorgen. Bei besonders hartnäckigem Befall kann der Einsatz von umgebungswirksamen Mittel lokal an den Liegeplätzen oder generell in den Wohnräumen (z.B. mittels Vernebler oder Fogger) notwendig werden.
  • Bei der Wahl geeigneter Präparate ist es hilfreich neben einer guten Wirksamkeit gegen erwachsene Flöhe auch auf eine Wirkung gegen deren Entwicklungsstadien zu achten.
  • Zusätzlich empfiehlt sich stets, betroffene Tiere regelmäßig zu entwurmen, um einen möglichen, mit dem Flohbefall einhergehenden Bandwurmbefall zu behandeln.
  • Diese Tipps sollten Ihnen helfen, auch den schwersten Flohbefall zu überstehen. Aber, nicht vergessen: Sollten Sie bei Ihrem Hund oder Ihrer Katze einen Flohbefall vermuten, immer erst einmal einen Termin bei Ihrem Tierarzt vereinbaren. Dort erhalten Sie neben genau abgestimmten Behandlungsempfehlungen zugleich Präparate mit hoher Wirksamkeit.

    Ihre Friederike Krämer

    August/Oktober 2014


    Dr. Friederike Krämer ist Veterinärmedizinerin und arbeitet am Institut für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin. Die Fachtierärztin für Parasitologie kann auf eine mehrjährige Erfahrung im Bereich der klinischen Entwicklung von Antiparasitika zurückblicken. Ihr derzeitiger Arbeitsschwerpunkt liegt im Gebiet der von Parasiten übertragenen Erkrankungen – den sogenannten VBDs (vector-borne diseases).


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