Wurmbefall bei Haustieren

Wurmbefall bei Haustieren

Häufig werden in der Kleintierpraxis Katzen- und Hundewelpen mit Erbrechen und teilweise massiven Durchfällen vorgestellt. In vielen Fällen lautet die Diagnose: Wurmbefall.

Hunde- und Katzenwelpen infizieren sich beim Säugen am Muttertier. Die Muttermilch enthält Entwicklungsstadien, so genannte Larven von Spulwürmern. Hundewelpen können sogar schon früher - bereits in der Gebärmutter - mit solchen Larven angesteckt werden.

Außerdem befinden sich im Kot nicht regelmäßig entwurmter Haustiere oft Eier und Larven von Spul- und Hakenwürmern. Durch Kontakt mit diesen Exkrementen infizieren sich erwachsene Hunde und Katzen. Bandwürmer können durch das Zerbeißen und Schlucken von Flöhen oder durch das Fressen von Kleinsäugern, wie z.B. Mäusen, übertragen werden. Einige Wurmarten können beim Schmusen mit den Vierbeinern durchaus auch auf den Menschen übergehen. Gerade Kinder sind da besonders gefährdet.

Ich halte es für sehr wichtig, Tier und Mensch vor einem möglichen Wurmbefall und den damit verbundenen Erkrankungen zu schützen. Das Risiko einer Übertragung von Wurmeiern kann erheblich gesenkt werden, wenn die Tiere regelmäßig - am besten alle drei Monate - entwurmt werden. So genannte Breitbandwurmmittel wirken gleichzeitig gegen die bei uns häufigsten Wurmarten. Für gute „Mäusefänger" reicht das jedoch immer noch nicht ganz aus. Jede gefressene Maus bedeutet eine mögliche Neuinfektion mit einem Bandwurm, der innerhalb von vier Wochen heranreift und Bandwurmglieder und Eier ausscheidet. Hier hilft nur die monatliche Verabreichung eines speziellen Bandwurmmittels.

unterschrift_thomas

November/Dezember 2007


Hier geben anerkannte Experten hilfreiche Tipps zu aktuellen Themen, die Hunde- und Katzenhalter interessieren. Ob Flohbefall, Schutz vor Würmern oder die korrekte Zeckenentfernung – unsere Experten wissen Rat! Selbstverständlich kann der Expertentipp nicht das Beratungsgespräch beim Tierarzt ersetzen.

et_thomas Dr. Regina Thomas führte über zwanzig Jahre lang gemeinsam mit ihrem Mann eine Tierarzt-Praxis. Seit fünf Jahren engagiert sich die Spezialistin für Parasitologie und parasitologische Erkrankungen in der Weiterbildung von tiermedizinischen Fachkräften und in der Aufklärungsarbeit für Tierbesitzer. Dr. Thomas lebt mit ihrem Mann und dem dreijährigen Border Collie Mix „TomTom“ in Nordrhein-Westfalen.


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