Gemeiner Holzbock

Gemeiner Holzbock icon_hund.gif Gemeiner Holzbock

Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die häufigste und bekannteste Zeckenart in Deutschland und Mitteleuropa. Seine Lebenserwartung beträgt etwa 2 bis 3 Jahre. Meist findet man ihn in landwirtschaftlich nicht genutzten Gebieten. Ausgewachsene Holzböcke befallen Wild, Haustiere und den Menschen, die entsprechenden Nymphen und Larven suchen nach kleineren Säugetieren.

gemeiner-holzbock-2.jpgHolzbock, Weibchen und Männchen
(vergrößert dargestellt)

Das ausgewachsene Weibchen ist 3 bis 4 Millimeter groß (vollgesaugt bis zu 11 Millimeter), das Männchen mit 2,5 bis 3 Millimeter etwas kleiner. Männchen wie Weibchen besitzen acht schwarze Beine und einen braunroten Rücken, der beim Männchen vollständig, beim Weibchen dagegen nur zum Teil durch einen schwarzen Schild (Scutum) bedeckt ist. Daher stammt auch der Name der Oberfamilie „Schildzecken“.

Wie viele seiner Artgenossen, ist der Gemeine Holzbock vor allem in Frühling und Herbst aktiv. Eine Temperatur zwischen 17 und 20°C und eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 80 und 95 Prozent bilden für ihn ideale Bedingungen. Über den Jahresverlauf gesehen ist der erste Höhepunkt deshalb in Mai und Juni erreicht. Ab Mitte September bis Anfang November, wenn sich Temperaturen und Witterung wieder dem Ideal nähern, können erneut vermehrt Holzböcke beobachtet werden; wenngleich weniger als in der ersten Jahreshälfte. Der Holzbock kann aber auch eher ungünstigeren Bedingungen trotzen und deshalb sogar in den Alpen bis zu einer Höhe von 1.700 Metern vorkommen.

Holzböcke übertragen Erreger, die bei Mensch und Hund Infektionserkrankungen wie (Lyme-)Borreliose, FSME oder Anaplasmose auslösen. Man schätzt, dass etwa 20 Prozent aller Holzböcke in Deutschland Borreliose-Erreger in sich Tragen – in Risikogebieten sogar bis zu 50 Prozent. Zudem konnte seit den 1980er Jahren eine Zunahme bei der Infektionsrate mit Anaplasmose-Erregern beobachtet werden. Zurzeit sind schätzungsweise 1 bis 4 Prozent der Zecken damit infiziert. 1 bis 5 Prozent tragen zudem FSME-Viren in sich.


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