Auwaldzecke

Auwaldzecke icon_hund.gif Auwaldzecke

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) gehört zur Familie der Buntzecken und hat sich erst in den letzten 20 Jahren in Deutschland ausgebreitet. Sie stammt aus Süd- und Osteuropa. Besonders zahlreich findet man sie in Baden-Württemberg (v. a. die oberrheinische Tiefebene zwischen Basel und Karlsruhe), Rheinland-Pfalz, Saarland, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Brandenburg, im Großraum Berlin und einigen Regionen Bayerns wie z. B. dem Großraum München oder Regensburg (Verbreitungskarte). Wie der Name verrät, siedelt diese Zecke bevorzugt in wenig kultivierten Feuchtbiotopen wie Wiesen- und Sumpfniederungen. In den vergangenen Jahren wurden Exemplare aber auch verstärkt in städtischen Parks und Grünanlagen beobachtet.

Ihr Entwicklungszyklus dauert etwa 1 bis 2 Jahre. Ausgewachsene Auwaldzecken befallen Haustiere, ebenso wie Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen und Füchse. Ihre Larven und Nymphen saugen Blut an Nagetieren und Eidechsen, sowie seltener an Vögeln.

auwald-zecke.jpgWeibliche Auwaldzecke
(vergrößert dargestellt)

Auwaldzecken sind relativ auffällig: Weibchen (3,5 bis 4,5 Millimeter) und Männchen (4 bis 5 Millimeter) sind größer und kompakter als der Holzbock. Weibchen können nach der 1 bis 2-wöchigen Blutaufnahme bis zu 1 Zentimeter große werden. Beide Geschlechter besitzen hellbraune Beine und einen schwarzen Rücken, der durch ein weißlich-bräunlich marmoriertes Rückenschild überdeckt ist. Wie bei allen Schildzecken umgibt der Schild bei Männchen den gesamten Rücken, bei den Weibchen nur einen Teil. Im Gegensatz zum Holzbock und den meisten anderen Zecken laufen Auwaldzecken ihren Wirtstieren auch eingeschränkt hinterher, warten also nicht nur passiv auf einen zufälligen Kontakt.

Wie die meisten Zecken ist auch die Auwaldzecke vor allem im Frühling (schon ab Januar bis Juni) und im Herbst (September bis November) auf Beutezug. Nach der Blutaufnahme ziehen sich weibliche Zecke zur Eiablage zurück, die mitunter 40 Tage dauern kann. Während dieser Zeit produziert und legt sie bis zu 4.500 Eier.

Auwaldzecken sind der wichtigste Überträger von Babesiose-Erregern, die für Hunde sehr gefährlich werden kann. Schätzungen zufolge tragen regional z. T. etwa 0,5 Prozent aller Auwaldzecken den Erreger. (Lesen Sie hierzu auch unseren authentischen Babesiose-Fall Nemo.) Daneben können sie auch Bakterien aus der Gruppe der Rickettsien (z. B. Rickettsia conorii oder Rickettsia rickettsii) übertragen, die zum Beispiel das Mittelmeerfleckfieber bei Menschen verursachen.


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