Speiseröhrenwürmer

Speiseröhrenwürmer icon_hund.gif Speiseröhrenwürmer

Der Speiseröhrenwurm (Spirocerca lupi) ist ein verbreiteter Wurmparasit, der vor allem Hunde, Füchse oder Wölfe befällt. In seltenen Fällen können Infektionen auch bei Katzen beobachtet werden, die sich viel im Freien aufhalten.

Ausgewachsene Speiseröhrenwürmer besitzen ein charakteristisches Erscheinungsbild: ihr rötlicher, mitunter blutroter Körper teilt sich in einen oberen, muskulösen und einen unteren, eher drüsigen Teil. Mit einer Länge von 5 cm (Männchen) bis 8 cm (Weibchen) sind Speiseröhrenwürmer verhältnismäßig große Fadenwürmer

Vorkommen

Elektronenmikroskopische Aufnahme
von Spirocerca lupi (80-fache Vergrößerung).

Der Speiseröhrenwurm ist in allen subtropischen und tropischen Regionen verbreitet und somit im Mittelmeerraum, im Süden der USA, in Asien und Afrikas anzutreffen. Bei Importhunde aus diesen Gebieten besteht auch die Gefahr einer Einschleppung des Parasiten nach Deutschland, denn in manchen Regionen sind 60-80 Prozent der Hunde von einem Befall betroffen. Vereinzelt konnte auch schon ein Befall von Füchsen in der südlichen Schweiz beobachtet werden.

Aktivität und Auswirkung

Ein Befall mit Speiseröhrenwürmern ist nicht immer leicht zu erkennen. Das hat unterschiedliche Gründe: Ausgewachsene Speiseröhrenwürmer leben in knotenartigen Gebilden meist in der Speiseröhre ihrer Wirte, können aber auch in der Magenschleimhaut oder der Darmwand gefunden werden. Je nachdem wo die Knoten auftreten und wie groß sie sind (bis zu Größe von Taubeneiern!), können beim Hund unterschiedliche Symptome wie z. B. Erbrechen, Schluckbeschwerden oder Atemnot auftreten. Für Welpen, die frühzeitig Larven des Speiseröhrenwurms (Spirocerca lupi) aufnehmen, kann die Wurminfektion tödlich enden. Aber auch ausgewachsene Hunde können in Folge einer Infektion sterben, wenn es durch Verletzungen der Knoten zu inneren Blutungen kommt, oder sich bösartige Knochen- und Bindegewebstumore bilden, die im Zusammenhang mit S. lupi-Infektionen beobachtet werden können.

Lebensweise und Entwicklungszyklus

Sobald sie in den Körper eines Hundes gelangt sind, beginnen die Larven von S. lupi eine mehrmonatige Wanderung, die sie über die Aorta des Tieres in die Speiseröhre der Vierbeiner führt. Dort angelangt häuten sie sich zu ausgewachsenen, geschlechtsreifen Würmern, die sich in Wurmknoten ansiedeln.

Die weiblichen Würmer geben Eier ab, die durch Erbrechen oder den Kot des Hundes ausgeschieden werden. Die Wurmeier enthalten bereits infektiöse Larven, die von Käfern aufgenommen werden, die sich von Exkrementen ernähren (z. B. Mistkäfer). Die infizierten Käfer dienen wiederum als Nahrung für Mäuse, Hasen, Eidechsen oder Vögel. Werden diese – oder die Käfer selbst – von Hunden gefressen, infizieren sie sich mit dem Wurmparasiten und der Zyklus beginnt von neuem.


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