Parasiten in freier Natur

icon_hund_katze.gif Parasiten in freier Natur

ZeckenMückenStechfliegen
WürmerKokzidien 

 

Jeder Hundebesitzer kennt die lästigen Folgen eines Spaziergangs mit seinem Liebling, und auch Katzenhalter müssen ihre Freigänger regelmäßig von Zecken befreien, deren Stich gefährliche Infektionserkrankungen übertragen kann. Dagegen sind die einheimischen Mücken in erster Linie nur lästige Blutsauger wie auch Stechfliegen, die vor allem in dörflichen Gegenden lauern.

Während Zecken bei der regelmäßigen Fellpflege entdeckt werden können, ist der Befall mit Würmern zunächst nicht sichtbar. Viele Tierbesitzer unterschätzen die Gefahr durch infektiöse Wurmeier, die oft in sehr großer Anzahl von infizierten Tieren ausgeschieden werden.

Zecken

icon_zecke

Zecken lieben eine feucht-warme Umgebung und meiden trockene Gebiete mit direkter Sonneneinstrahlung. Daher sind sie zumeist in Wäldern und hohen Wiesen anzutreffen und weniger auf nackten Böden wie umgepflügten Äckern. Auch Bäume sind für Zecken nicht von Bedeutung, da sie selbst im ausgewachsenen Zustand selten höher als einen Meter klettern.

Obwohl Zecken für Haustiere eine ernste Bedrohung darstellen, sind ihre eigentlichen Opfer Nager und größere wildlebende Säugetiere. In (naturbelassenen) Gebieten, in denen ein solcher Wildbestand existiert, ist daher mit ziemlicher Sicherheit von einer erhöhten Zeckenpopulation auszugehen. Da Stadtparks vermehrt von Nagern besiedelt sind, kommen Zecken auch in Städten häufig vor.

Die häufig beschriebene Saisonalität des Zeckenvorkommens – von etwa März bis November – hat sich durch den Klimawandel leicht dahingehend gewandelt, dass in milden Wintern Zecken durchgängig aktiv sein können.

In Zukunft sollte man sich daher auf eine nahezu ganzjährige Aktivität der Zeckengefahr einstellen, die eher durch Trockenperioden als durch Kälte begrenzt wird. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen und eine geeignete Parasitenprophylaxe sollten darauf abgestimmt werden.

Mücken

icon_muecke

Mücken sind an die Existenz stehender Gewässer in ihrer unmittelbaren Umgebung gebunden. Grundsätzlich dort, in Teichen, Seen oder den Uferregionen langsam fließender Flüsse, kann sich der Mückennachwuchs entwickeln. Oft genügt aber auch bereits das Wasser einer Pfütze oder einer Regentonne aus, um dem Mückennachwuchs als Kinderstube zu dienen. Arten wie die Gemeine Stechmücke haben daher keine Probleme, sich auch in städtischen Regionen zu vermehren.

Die meisten einheimischen Mücken sind im Frühjahr (ab April/Mai) in der Dämmerung oder nachts aktiv. Sinkt die Umgebungstemperatur im Herbst immer weiter ab, sind auch Mücken immer seltener zu finden. Das ist auch ein Grund dafür, dass diese Blutsauger von der voranschreitenden Klimaerwärmung stark profitieren, indem sich die Perioden verlängern, während der Mückenlarven in unseren Breiten heranreifen können.

Daneben droht durch die Erhöhung der Durchschnittstemperatur auch eine Einwanderung von Mückenarten aus südlicheren Regionen nach Deutschland: Neben Moskitos, die stehende Gewässer zur Larvenentwicklung benötigen, werden auch vereinzelt Sandmücken aufgefunden, die ihre Eier in feuchte und schattige Erde ablegen.

Stechfliegen

icon_stechfliege

Stechfliegen findet man hierzulande fast immer in der Nähe von Rindern und Pferden. Daher sind sie besonders häufig in oder um Stallungen, Schuppen, Weiden oder anderen Bereichen anzutreffen, wo sich die Huftiere aufhalten. Stechfliegen fliegen tagsüber und sind in Deutschland zwischen Juni und Oktober auf der Suche nach Blut. Ihre größte Aktivität entfalten sie im warmen Spätsommer. Auch diese Parasiten würden von einer Klimaerwärmung profitieren.

Würmer

icon_wurm

Würmer werden meist als Ei oder Larve von potenziellen Wirten verschluckt. Wurmeier gelangen mit dem Kot der Wirte ins Freie und können dort, je nach Art, viele Monate bei Hitze oder Kälte hoch infektiös bleiben. Daher gilt an allen Orten höhere Vorsicht, wo Tiere ihr Geschäft verrichten. Vor allem die für Stadthunde eingerichteten Auslaufplätze und „Hundeklos“ sind oft mit Wurmeiern kontaminiert. Das Aufsammeln und Entfernen des Kots durch den Hundebesitzer hat daher eine große hygienische Bedeutung.

Aufgrund ihrer geringen Größe werden Wurmeier leicht verschleppt. Wer ein eventuell verunreinigtes Areal betritt, sollte seine Schuhe im Anschluss säubern, um die Eier nicht ins Haus oder den Garten zu übertragen. Ähnliches gilt auch für die Pfoten der Hunde.

Viele Bandwürmer nutzen kleine Nager als Zwischenwirte, in denen sich ihre Larvenstadien entwickeln. Daher können Hund oder Katze durch den Verzehr infizierter Beutetiere Würmer aufnehmen. Auch Füchse und andere Wildtiere, ob tot oder lebendig, sind eine häufige Quelle verschiedener Wurmlarven und sollten daher von Hunden und Katzen möglichst nicht beschnuppert oder gefressen werden.

Auch Lungenwürmer und Larven des Speiseröhrenwurms gelangen durch den Verzehr von Zwischenwirten in den Organismus von Hund bzw. Katze. Beim Lungenwurm dienen Schnecken als Wirt. Beim Speiseröhrenwurm sind es Käfer, die sich von Kot ernähren.

Hakenwürmer stellen insofern eine Ausnahme dar, als ihre Larven durch die Haut in ihre Opfer eindringen. Der Befall findet in den warmen Monaten statt, wenn die Würmer agil sind.

Kokzidien

icon_wurm

Eine Infektion mit Kokzidien kann durch kontaminierten Kot erfolgen. Befallene Tiere scheiden über den Kot infektiöse Oozysten aus, die dann über das Maul aufgenommen werden können. Gerade junge Hunde unterliegen einem erhöhten Infektionsrisiko, da ihr Immunsystem noch nicht voll ausgereift ist.


Social Bookmarks