Durch Flöhe verursachte Erkrankungen der Katze

Durch Flöhe verursachte Erkrankungen der Katze icon_katze.gif Durch Flöhe verursachte Erkrankungen der Katze

Bartonellose Flohallergiedermatitis Gurkenkernbandwurm
Virusinfektionen    

Bartonellose

Erreger

Die Erreger der Erkrankung gehören zu den Bartonellae-Bakterien aus der Gruppe der Rickettsien. Der wichtigste Vertreter ist das Bakterium Bartonella henselae, das auch den Menschen befallen kann.

Vorkommen und Überträger

Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 15 Prozent aller Katzen in Deutschland B. henselae in sich tragen. Überträger ist der weltweit vorkommende Katzenfloh, in dessen Kot die Bakterien über eine Woche aktiv bleiben. Durch das Ablecken des Fells nimmt die Katze die Erreger auf.

Symptome

Die meisten Katzen weisen nach einer Bartonella-Infektion nur leichte oder gar keine klinischen Symptome auf. Beobachtet werden im Krankheitsfall ein Anschwellen der Lymphknoten, verminderter Tastsinn in den Pfoten, vermindertes Gleichgewichtsgefühl, Entzündungen der vorderen Augenkammer und bei schwerem Befall auch Blutarmut.

Behandlung und Vorbeugung

Eine klinisch akute Bartonellose muss durch den Tierarzt behandelt werden, etwa mit Antibiotika. Darüber hinaus empfehlen sich vorbeugende Maßnahmen, um einen Flohbefall und damit eine Übertragung zu verhindern.

Gefahr für den Menschen

Die Bakterien können durch das Kratzen der Katze auch auf den Menschen übergehen (Katzenkratzkrankheit). Daher sollte eine wirksame Behandlung und Vorbeugung auch im Hinblick auf die Mitbewohner durchgeführt werden.

Flohallergiedermatitis

Flohallergiedermatitis (FAD) oder Flohspeicheallergiedermatitis oder Flohspeichelhypersensibilität ist eine häufige Erkrankung bei Katzen. Proteine im Speichel der Flöhe lösen eine allergische Hautreaktion aus. Andere Namen dafür sind Feline Miliare Dermatitis oder Katzenekzem.

Vorkommen

Da Flöhe weltweit verbreitet sind, kommt auch die FAD überall vor. Ähnlich dem Auftreten der Flöhe wird sie vermehrt im zweiten Halbjahr beobachtet.

Wie bei jeder Allergie, reicht schon ein kleiner Auslöser für eine relativ starke Reaktion. Von daher kann eine Flohspeichelallergie schon dann deutlich zutage treten, wenn vom Tierhalter noch gar keine Flöhe oder Flohkot gefunden wurden. Ein einziger Flohbiss kann die Tiere so reizen, dass sie die Parasiten suchen und durch Lecken und Beißen zu eliminieren versuchen.

Eine Flohallergiedermatitis tritt nie beim ersten Kontakt mit Flöhen auf, sondern bei späteren Befällen, wenn das Immunsystem des Hundes unverhältnismäßig stark auf den Flohspeichel reagiert. Wie bei anderen Allergien, können die Symptome im weiteren Verlauf immer heftiger werden.

Symptome und Verlauf

Katzen zeigen im Unterschied zu Hunden selten deutliches Kratzen oder Juckreiz. Allerdings pflegen sie bei Befall ihr Fell ununterbrochen. Auch Hautveränderungen wie Pusteln, Rötungen, Schuppungen, Verhornung oder Haarausfall werden nicht so oft wie beim Hund beobachtet. Es können kleine, knotige und mit Krusten versehene Hauterhebungen auftreten. Da sich Katzen nicht so oft kratzen wie Hunde, ist die Gefahr von offenen Kratzwunden, die sich entzünden können, geringer.

Behandlung und Vorbeugung

Bei bestehender FAD muss der Tierarzt aufgesucht werden. Er wird Mittel gegen eine drohende Infektion der offenen Wunden verschreiben sowie Shampoos und Spülungen, die die entzündete Haut beruhigen.

Zusätzlich wird ein Flohmittel verabreicht, um die Ursache der Allergie zu entfernen. Da die Erkrankung oft nicht offen zutage tritt, sollte prinzipell eine regelmäßige Flohbehandlung durchgeführt werden, erst recht, wenn im Haushalt Hunde, evtl. sogar mit erwiesenener Flohspeichelallergie leben. Daher gilt als beste vorbeugende Maßnahme eine ganzjährige Flohbehandlung der Katze.

Virusinfektionen

Neuere Forschungsergebnisse lassen vermuten, dass Flöhe als Überträgerparasiten auch für eine Reihe von Viruserkrankungen der Katze verantwortlich sind oder zumindest ihre Ausbreitung beschleunigen können. Hierzu zählen Caliciviren, die Auslöser eines verbreiteten Katzenschnupfens, das Katzen-Leukose-Virus (FeLV) und das Katzen-Immundefizienz-Virus (FIV, auch vereinfacht Katzen-AIDS genannt).

Für letzteres Virus steht kein Impfstoff zur Verfügung. Bei akuten Virusinfektionen gibt es nur wenige Möglichkeiten, die Erkrankungen direkt zu bekämpfen. Vielmehr wird versucht, die Entstehung weiterer Folgekrankheiten zu verhindern.


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