Wahl der Darreichungsform: Das Halsband

Wahl der Darreichungsform: Das Halsband

Wie schützen Halsbänder vor Parasiten?

Im Gegensatz zu Spot-On-Präparaten, die üblicherweise alle vier (zwei bis sechs) Wochen auf die Haut von Hunden bzw. Katzen geträufelt werden müssen, entfalten Halsbänder (z. B. das Seresto®-Halsband für Hunde) ihre Schutzwirkung über Wochen und Monate hinweg. Die Wirkstoffe werden nach dem Anlegen kontinuierlich an den natürlichen Fettfilm der Haut und an die Haare abgegeben. So wird er nach und nach über die gesamte Hautoberfläche verteilt.

Halsband oder Spot-On – Die Qual der Wahl

Tierhalter können ihren Hund oder ihre Katze sowohl mit Hilfe eines Spot-Ons als auch mit Hilfe eines Halsbandes gegen Parasiten behandeln. Ist das Präparat als Arzneimittel gemäß Packungsbeilage gegen bestimmte Parasiten zugelassen, ist seine Wirksamkeit in jedem Fall belegt und auf seine Verträglichkeit geprüft. Manche Wirkstoffe sind sowohl als Spot-On als auch in einem Halsband verfügbar.

Vor allem in folgenden Situationen eignen sich Halsbänder gut als Alternative zur gängigen Spot-On-Behandlung: Wenn Hund oder Katze…

  • …sich besonders viel im Wasser aufhalten.
  • …oft mit Artgenossen in Berührung kommen und sich Spot-Ons gegenseitig ablecken.
  • …dauerhaft in einem Risikogebiet leben oder in ein solches verreisen (vgl. Verbreitungskarte) und daher eine lange Schutzwirkung benötigt wird.
  • …sich für eine Spot-On-Anwendung nicht eignen, da es für sie z. B. viel Stress bedeutet.
  • …oder wenn die Anwendung bei Tieren häufig vom Halter vergessen oder zu lange herausgezögert wird.

Halsband anlegen Anleitung

Wie wird ein Halsband fachgerecht angelegt?

Vorbereitung 1: Das Halsband aus der Schutzhülle entnehmen.

Vorbereitung 2: Das Halsband entrollen und auf mögliche produktionsbedingte, überschüssige Plastikreste – vor allem auf der Innenseite – hin überprüfen (Gefahr von Hautirritationen!).

Schritt 1: Das Halsband dem Tier anlegen, und das überstehende Ende durch die Lasche ziehen. Wichtig: darauf achten, das Band nicht zu eng anzulegen! Das Halsband sitzt korrekt, wenn sich zwei Finger zwischen Halsband und Hals des Tieres legen lassen und das Tier sich das Band nicht eigenständig über den Kopf ziehen kann.

Schritt 2: Das überstehende Ende mithilfe einer Schere abschneiden.

Schritt 3: Den Sitz des Bandes in regelmäßigen Abständen überprüfen. Sitz ggf. korrigieren. Bei Hunden und Katzen in der Wachstumsphase mehrmals monatlich kontrollieren.

Schritt 4: Manche Halsbänder (z. B. Seresto®) können zudem mit Reflektoren versehen werden, um die Sichtbarkeit der Tiere auch bei schlechter Witterung zu verbessern.

Video: Anlegen von Seresto

Seresto Video

Sind Halsbänder nicht nur etwas für Hunde?

Manche Katzen sind, im Gegensatz zu Hunden, an das Tragen eines Halsbandes nicht gewöhnt. Es kann daher passieren, dass diese Tiere nach dem erstmaligen Anlegen zunächst mit abweisendem oder ausweichendem Verhalten darauf reagieren. Sichtbare Zeichen sind z. B. übersteigertes Putzverhalten oder Kratzen. In seltenen Fällen kann es hierbei zu Haarverlust kommen. Katzenhalter sollten ihre Tiere deshalb frühzeitig an das Tragen von Halsbändern gewöhnen (z. B. mithilfe eines konventionellen Halsbandes). Nach der Gewöhnung sind Halsbänder eine gute Alternative zur Spot-On-Behandlung – gerade für Freigängerkatzen. Viele Katzen tolerieren das Tragen von Bändern allerdings problemlos.

Ist eine Anti-Parasitenbehandlung via Halsbänder nicht viel zu teuer?

Der Kaufpreis eines Antiparasitenhalsbandes ist meist mit dem einer Packung Spot-On-Pipetten vergleichbar – oft sogar etwas günstiger. Selbst teurere Halsbänder rechnen sich, angesichts ihrer langanhaltenden Wirksamkeit. Tierhalter sollten sich bei der Produktwahl deshalb nicht durch (scheinbar) hohe Kaufpreise irritieren lassen: Die monatlichen Ausgaben einer Halsbandbehandlung sind über das Jahr gesehen sehr günstig; meist sogar etwas günstiger als die für dieselbe Wirkdauer benötigten Behandlungen mit einem vergleichbaren Spot-On-Präparat.

Tierhalter sollten sich vor Behandlungsbeginn allerdings immer von ihrem Tierarzt über geeignete Produkte und die für ihr Tier beste Darreichungsform beraten lassen.


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