Wie der Hund zum Herzwurm kommt

Wie der Hund zum Herzwurm kommt

Die Ergebnisse des diesjährigen ADAC Reise-Monitors sind wenig überraschend: Neben Spanien, Italien, Frankreich und der Türkei gehören auch dieses Jahr vor allem süd- und osteuropäische Urlaubsregionen wieder zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Immerhin jeder Dritte plant laut der Befragung, dort seinen Urlaub zu verbringen (35,7 %).

Was hingegen überrascht ist etwas anderes: Vergleicht man die Liste der beliebtesten Urlaubsziele mit einer Karte der Hochrisikogebiete für die von Parasiten übertragenen Erkrankungen des Hundes (sog. Canine Vector-borne Diseases; kurz: CVBDs), erkennt man Parallelen. Tierhalter, die planen, ihren Hund oder ihre Katze mit auf Reisen zu nehmen, sollten sich deshalb genau über die örtlichen Gegebenheiten in Bezug auf Parasiten und insbesondere auch auf durch sie übertragene Krankheitserreger informieren und geeignete Vorsorge treffen.

Die Stechmücke – Ein infektiöser Vampir

Zu den gefährlichsten Insekten in den beliebten Urlaubsregionen gehören die Mücken. Neben den Sandmücken (Phlebotomen) sind vor allem die Stechmücken – auch bekannt als Moskitos – hier weit verbreitet. Während erstere, als Überträger der Leishmaniose auch unter Laien als gesundheitsgefährdend eingestuft wird, halten viele die Stechmücke (Culicidae) abgesehen von der Belästigung durch ihre Stiche hingegen grundsätzlich aber für harmlos. Die Annahme scheint zunächst begründet, ist der 3 bis 7 mm große Zweiflügler hierzulande schließlich nur als Verursacher juckender Stiche bekannt. Ihre „Verwandtschaft“ in den wärmeren Klimazonen ist hingegen für die Verbreitung unterschiedlicher wichtiger Erkrankungen bei Mensch und Tier verantwortlich. Die Stechmücke ist beispielsweise Überträger der Erreger der gefährlichen Herzwurminfektion (Dirofilariose). Hunde, die sich durch einen Stich mit den Larven des Herzwurms infizieren, müssen lebensbedrohliche Konsequenzen fürchten. Eine vorbeugende Behandlung gegen die Herzwurmlarven oder sogar zuvor bei der Abwehr der Überträger-Mücken hilft hier.

Der Herzwurm – Im Blut der Hunde zuhause

Als Zwischenwirt ist die Stechmücke zentraler Bestandteil im Lebenszyklus des Herzwurms (Dirofilaria immitis). Mit dem Stich einer infizierten Mücke gelangen Wurmlarven in den Hund. Diese Larven wandern, über Wochen und Monate hinweg, durch den Körper des Vierbeiners, und gelangen schließlich in die großen Blutgefäße von Herz und Lunge. Hier reifen die jungen Larven zu erwachsenen, bis zu 30 cm langen, Würmern heran. Direkt nach Erreichen der Geschlechtsreife beginnen Herzwürmer damit, mikroskopisch kleine Larven (sogenannte Mikrofilarien) in das Blut des infizierten Hundes abzugeben. Moskitos, die sich am Blut infizierter Hunde laben, können diese Mikrofilarien aufnehmen. Der Zyklus beginnt von neuem.

Je nach Ausmaß des Herzwurmbefalls, kann die Infektion für den Hund – unerkannt oder zu spät behandelt – auch tödlich enden. Bei massenhaftem Befall ballen sich die Spaghetti-gleichen Würmer in den Gefäßen – das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen. Es kommt zu Leber- und Nierenstörungen, Blutarmut und Herzstörungen bis hin zu Herzversagen.

Lese-Tipp

Bestellen Sie auch den kostenlosen Informationsflyer „Achtung vor Mücken im Urlaubsland“. Hier finden Sie alle wichtigen Informationen über Mücken in den beliebtesten Urlaubsregionen Europas, die von ihnen ausgehenden Gefahren und wie Tierhalter ihre Vierbeiner vor ihnen schützen können. Das Bestellformular finden Sie hier.

Wie schützen? – Experten empfehlen Prophylaxe!

Um Hunde vor den schlimmen Folgen einer Herzwurminfektion zu schützen, empfiehlt eine unabhängige Expertenorganisation europäischer Parasitologen (ESCCAP) eine vorbeugende Wurmbehandlung speziell für Hunde, die in Risikogebiete reisen (vgl. Verbreitungskarte). Eine prophylaktische Behandlung mit einem Antiparasitenmittel, das zur Vorbeugung gegen Herzwurmbefall zugelassen ist, sollte bei längerfristig geplantem Einsatz mindestens 30 Tage vor Reiseantritt beginnen und in monatlichen Abständen fortgesetzt werden. Die Gabe des Mittels sollte auch während des Urlaubs in monatlichen Abständen fortgesetzt werden. Die Behandlung endet üblicherweise 4 Wochen nach der Rückkehr aus den Ferien. Wenn nur ein kürzerer Aufenthalt geplant ist, sollte in jedem Fall rechtzeitig vor Beginn der Reise behandelt werden.

Neben der Prophylaxe gegen Herzwurmlarven spielen aber auch vorbeugende Mittel gegen die übertragenden Moskitos eine wichtige Rolle. Einen optimalen Schutz bieten Präparate, die neben insektiziden, zugleich über repellierende, d. h. den Stich der Mücken verhindernde Eigenschaften verfügen. Auf diese Weise wird das Risiko einer Übertragung von Wurmlarven indirekt vermieden. Entsprechende Mittel sind bspw. als Spot-On-Lösung erhältlich und somit leicht auch im Handgepäck mitzuführen – fragen Sie Ihren Tierarzt.

Unabhängig von der prophylaktischen Gabe eines solchen Mittels sollten Hundehalter stets versuchen Mückenstiche in Risikogebieten prinzipiell zu vermeiden! Da Mücken vor allem in der Abenddämmerung und nachts aktiv sind, sollten Hunde zu dieser Zeit ins Haus gebracht sowie Fenster und Türen verschlossen werden. Zudem können engmaschige Fliegengitter helfen, das Eindringen der blutsaugenden Parasiten zu verhindern.


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