Darum ist ein effektiver Zeckenschutz wichtig

Anaplasmose beim Hund: Der Fall Kasper

Dr. Isabel Röbbelen

Hovawart Kasper war knapp vier Jahre alt, als seine Besitzer mit ihm in die Kleintierpraxis von Dr. Isabel Röbbelen nach Scharnebeck kamen. Der sonst sehr agile, fröhliche Rüde war matt und abgeschlagen. Er fraß schlecht, hatte hohes Fieber und man merkte ihm an, dass ihm jede Bewegung wehtat.

„Zunächst einmal mussten wir herausfinden, was die Ursache für Kaspers Zustand ist, denn es gibt verschiedene Krankheiten, bei denen solche oder ähnliche Symptome auftreten können“, erzählt Dr. Isabel Röbbelen. Die Tierärztin untersuchte den Rüden eingehend und stellte den besorgten Besitzern jede Menge Fragen. Hellhörig wurde sie, als diese auf Nachfrage berichteten, dass sie keinen Zeckenschutz anwenden und Kasper daher immer mal wieder eine Zecke mit nach Hause bringt. Daraufhin nahm Dr. Röbbelen dem Rüden Blut ab und schickte die Probe in ein Speziallabor.

„Wir hatten zunächst den Verdacht, dass es vielleicht eine Borreliose sein könnte, da diese ja auch von Zecken übertragen wird. Das Laborergebnis ergab etwas anderes.“, berichtet die Tierärztin. Denn das Labor stellte nicht nur eine dramatische Senkung an Thrombozyten fest, sondern fand auch Stadien des Anaplasmose-Erregers (Morulae) in den weißen Blutkörperchen von Kaspers Blut. „Im Gegensatz zu Antikörpern gegen Anaplasmose ist der Nachweis sogenannter Morulae ein sicherer Beweis dafür, dass eine akute Anaplasmose vorliegt.  Auch die geringe Anzahl an Thrombozyten ist typisch für diese Erkrankung. Die reduzierte Menge der Blutplättchen ist auch das Gefährliche, da Thrombozyten für die Blutgerinnung verantwortlich sind. Ist ihre Anzahl nicht hoch genug, kann es zu inneren Blutungen kommen, die oft unerkannt bleiben“, erklärt Dr. Röbbelen.

Der Verlauf bei einer Anaplasmose ist normalerweise erkältungsähnlich durch Fieber und Abgeschlagenheit gekennzeichnet und gut behandelbar. In sehr seltenen Fällen können Verläufe jedoch auch schwerwiegender sein. „Ich kann daher wirklich nur an alle Hundehalter appellieren, über die gesamte Zeckensaison durchgehend ein sicheres und effektives Zeckenschutz-Präparat anzuwenden“, betont Tierärztin Dr. Röbbelen.

Für Hovawart Kasper ging es zum Glück noch einmal gut aus. Die schnelle und sichere Diagnose ermöglichte eine umgehende Behandlung mit speziellen Antibiotika, die gezielt gegen den Anaplasmose-Erreger wirken. „Kasper hat die Medikamente sehr gut vertragen und er hat sich dann auch rasch wieder erholt.“, freut sich Dr. Isabel Röbbelen mit dem geheilten Rüden und seinen Besitzern.


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