Gefährliche Stiche

Gefährliche Stiche

Mückenschutz bei Hunden: wann, warum, womit?

Im Moment haben Mücken bei uns in Deutschland Hochsaison. In einigen Gebieten breiten sich die Blutsauger sogar massenhaft aus, wie beispielsweise am Ammersee in Bayern. Nach den Überschwemmungen vor einigen Wochen finden die Blutsauger dort bei dem warmen Wetter ideale Fortpflanzungsbedingungen. Eine wirkliche Plage für Mensch und Tier!

Doch nicht alle Mückenstiche sind einfach nur lästig. Denn je nach Art können die Parasiten beim Blutsaugen auch unterschiedliche Erreger auf Hunde übertragen: Stechmücken etwa die Larven von Haut- und Herzwürmern, Sandmücken den Erreger der Leishmaniose. Ein Schutz vor ihnen ist vor allem für Hunde wichtig, die mit ihrer Familie in den Süden reisen, denn dort sind die von Mücken übertragenen Erkrankungen schon jetzt weit verbreitet.

Können Mücken auch in Deutschland Krankheiten auf Hunde übertragen?

Die bei uns in Deutschland verbreiteten Stechmücken sind theoretisch in der Lage, Hunde mit den Larven von Haut- und Herzwürmern zu infizieren, wenn sie vorher einen befallenen Hund gestochen haben. Bisher kommen beide Infektionen zwar fast ausschließlich in Süd- und Südosteuropa vor, allerdings befürchten Experten, dass sie sich unter anderem durch den Klimawandel und die steigende Anzahl von Importhunden auch in Deutschland verbreiten könnten. So konnten in den letzten Jahren bereits vereinzelt Hautwurm-Infektionen bei Hunden beobachtet werden, die sich mit einiger Sicherheit in Deutschland angesteckt haben müssen.

Sandmücken, die Überträger der Leishmaniose, sind zwar bislang nur im mediterranen Ausland weit verbreitet, doch durch die Erderwärmung könnte sich dies in Zukunft ändern. Bereits vor 15 Jahren wurden in Deutschland vereinzelt Exemplare in grenznahen Gebieten gefunden. Funde von anderen tropischen Mückenarten, wie der Asiatischen Tigermücke, in Deutschland weisen aber darauf hin, dass sich grundsätzlich auch die Sandmücke bei steigenden Durchschnittstemperaturen immer weiter nach Norden ausbreiten könnte.

Wann sind Mücken unterwegs?
Die Mückensaison dauert in gemäßigten Klimazonen etwa von März bis November. Dabei sind die Plagegeister vor allem in den Abend- und Nachtstunden aktiv.

Was hilft gegen Mücken?
Es gibt Zecken- und Flohschutzpräparate aus der Tierarztpraxis, die auch gegen Mücken wirken und diese abwehren, bevor sie zustechen können (sog. „Repellentien“). Mit diesen können Hunde ohne zusätzliche Maßnahmen über mehrere Wochen vor Mückenstichen geschützt werden. Besonders praktisch und einfach in der Anwendung sind Spot-on-Lösungen, die auf die Haut im Nacken des Tieres getropft werden und sich von dort über den natürlichen Fettfilm von Haut und Haaren über den gesamten Körper verteilen.

In Gebieten, in denen das Mückenaufkommen sehr hoch ist, kann es sinnvoll sein, weitere Verhaltensregeln zu beachten. So sollten Hunde insbesondere in Gebieten mit Sandmücken während der Dämmerung und in der Nacht möglichst im Haus gehalten werden. Einen zusätzlichen Schutz bieten engmaschige Mückenschutzgitter vor den Fenstern und Türen.

Da sich Mückenstiche trotz aller Vorsichtsmaßnahmen oft nicht komplett verhindern lassen, beinhaltet eine vorausschauende Urlaubsprophylaxe auch eine Behandlung gegen Larven des Herz- und Hautwurms, die im schlimmsten Fall bereits durch einen einzelnen Mückenstich übertragen werden können. Eine kombinierte Behandlung gegen Mücken und Wurmlarven sollte eine Woche vor Abreise beginnen und die gesamte Urlaubszeit hindurch regelmäßig bis vier Wochen nach Rückkehr wiederholt werden.

Warum sollten Auslandshunde vor Mücken geschützt werden?

Hunde aus Spanien, Italien oder Griechenland, die in Deutschland ein neues Zuhause gefunden haben, können unbemerkt Parasiten wie Herz- und Hautwürmer in sich tragen. Grundsätzlich ist es daher ratsam, Hunde aus dem Ausland bereits vor ihrer Einreise nach Deutschland auf bestimmte Erkrankungen zu testen, um das Risiko einer Verbreitung von gefährlichen Parasiten zu verringern. Da es jedoch auch noch kurz vor Abreise zum Stich einer infektiösen Mücke kommen kann, sollte ein Tierarzt etwa 6-8 Monate nach Ankunft in der neuen Heimat auf jeden Fall einen Nachtest machen. Werden Herzwurmlarven im Blut gefunden, können diese mit einem speziellen Präparat aus der Tierarztpraxis behandelt werden. Um eine mögliche Übertragung in der Zwischenzeit zu vermeiden, ist die lückenlose Anwendung abwehrender Antiparasitenmittel sinnvoll.

 


 


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