Spulwürmer vs. Bandwürmer

Spulwürmer vs. Bandwürmer

Kennst du einen, kennst du alle? Von wegen… Auch bei den Endoparasiten gibt es zwischen den Arten wichtige Unterschiede. Bei den Spul- und Bandwürmern sind vor allem die verschiedenen Ansteckungswege relevant, wenn man den eigenen Vierbeiner vor einer Infektion und deren Folgen schützen möchte. Da auch Menschen über ihr Haustier infiziert werden können, lohnt sich eine genauere Betrachtung. Im folgenden Text und untenstehender Tabelle haben wir die wichtigsten Fakten zusammengefasst.

Ansteckungswege von Spulwürmern

Die Spulwürmer Toxocara canis beim Hund und Toxocara cati bei der Katze sind weit verbreitet. Ihre Eier gelangen mit dem Kot infizierter Tiere in die Umwelt. In den Eiern entwickeln sich infektiöse Larven, die Eier können über Jahre hinweg ansteckend bleiben. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Vierbeiner beim Herumschnüffeln und Erkunden diese Eier verschluckt und sich so mit Spulwürmern infiziert, ist also wirklich groß. Vor allem dann, wenn das Tier freien Auslauf und/oder Kontakt mit Artgenossen hat.

Gelangen die Eier in den Darm von Hund oder Katze, siedeln sie sich nach einer komplizierten Wanderungsphase durch den Körper auch dort wieder an und reifen zu ausgewachsenen Spulwürmern heran, die ihrerseits Eier produzieren. Eine Besonderheit bei Spulwürmern ist darüber hinaus, dass einige Larven auch ins Gewebe von Hunden vordringen und dort als Ruhestadien verharren können. Diese können jahrelang unbemerkt verweilen und unter speziellen hormonellen Bedingungen (z.B. bei Trächtigkeit und Laktation, aber auch Krankheit und Stress) reaktiviert werden und so quasi „aus dem Nichts“ zu einem akuten Spulwurmbefall führen.

Bei trächtigen Hündinnen können die „aktivierten“ Wurmlarven dann etwa in die Gebärmutter wandern und so bereits die ungeborenen Welpen infizieren. Bei Hunde- und Katzenmüttern können die Parasiten außerdem in die Milchdrüsen gelangen und beim Säugen auf die Jungtiere übergehen. So durchlaufen viele Welpen bereits in den ersten Lebenswochen eine Wurminfektion, die bei den Kleinen besonders gefährlich sein kann.

Vorbeugung und Behandlung eines Spulwurmbefalls

Sein Tier grundsätzlich vor einem Spulwurmbefall zu schützen, ist nahezu unmöglich. Wichtige Maßnahmen zum Schutz vor einer wiederholten Infektion sind das Aufsammeln und Entsorgen von Hunde- und Katzenkot aus der Umwelt sowie regelmäßige Behandlungen gegen Spulwürmer. Durch eine regelmäßige Entwurmung kann ein Ausscheiden von Eiern weitestgehend unterbunden werden. Wie oft ein Tier gegen Spulwürmer behandelt werden sollte, hängt dabei von seinen individuellen Lebensumständen ab (z.B. Haltung, Ernährung, Alter). Experten raten bei den meisten Vierbeinern zu einer quartalsweisen Wurmbehandlung. In unserem kostenlosen Wurm-Check können Sie ermitteln, wie groß das Spulwurmrisiko bei Ihrem Tier ist und wie oft eine Entwurmung für Ihren Vierbeiner empfohlen wird. Um Welpen vor Würmern zu schützen, ist die Behandlung von trächtigen und säugenden Tieren sowie auch der Jungtiere selbst mit speziell für diese Patientengruppe zugelassenen Präparaten wichtig. 

Auch für Menschen sind die Larven der Hunde- und Katzenspulwürmer ansteckend. Entsprechende Hygienemaßnahmen sind daher unverzichtbar. Dazu zählen unter anderem das Händewaschen nach jedem Kontakt mit Hunden und Katzen, das Aufsammeln und Entsorgen von Kot oder das Tragen von Handschuhen bei der Gartenarbeit und dem Reinigen der Katzentoilette.

Ansteckung mit Bandwürmern

Der entscheidende Unterschied zu Spulwürmern ist, dass sich Hunde und Katzen in der Regel nicht durch Bandwurmeier im Kot oder aus der Umwelt infizieren. Eine Ansteckung geschieht vorwiegend durch die orale Aufnahme (also das Verschlucken) von infektiösen Bandwurmstadien in/mit sogenannten Zwischenwirten.

Mögliche Zwischenwirte bei verschiedenen Bandwurmarten sind z.B. Mäuse, Kaninchen und andere Kleinsäuger, aber auch Rinder, Schafe, Ziegen, Pferde oder Schweine bzw. deren rohes Fleisch. Ein Tier kann sich also anstecken, wenn es kleine Beutetiere fängt und frisst oder aber mit befallenem rohem Fleisch ernährt wird. Vorbeugend sollte das Jagen/Fressen von Beutetieren soweit möglich unterbunden und auf eine Ernährung mit rohem Fleisch verzichtet werden. Wer seinen Hund unbedingt selbst ernähren oder barfen möchte, sollte darauf achten, dass die Mahlzeiten auf mind. 65°C über 10 Minuten durchgegart werden oder Fleisch eine Woche bei -17 bis -20°C eingefroren wird.

Ein Sonderfall ist der Gurkenkernbandwurm. Sein Zwischenwirt ist der Floh. Hat ein Tier Flöhe oder Kontakt zu anderen Tieren, die einen Flohbefall haben, kann es leicht passieren, dass ein Floh aus dem Fell abgeleckt und verschluckt wird und so die Wurmlarven in den Hund oder die Katze gelangen. Daher ist bei einer Flohbehandlung auch eine parallele Entwurmung gegen Bandwürmer so wichtig.

Auch der Mensch kann sich über rohes Fleisch oder die versehentliche Aufnahme eines Flohs aus dem Fell seines Tieres anstecken. Zusätzlich können sich Menschen mit Stadien der Bandwürmer Echinococcus granulosus (Hundebandwurm) und E. multilocularis (Fuchsbandwurm) über den Kot infizierter Tiere bzw. die kontaminierte Umwelt infizieren. Die Folge ist dann kein Wurmbefall im Darm wie meistens beim Hund, sondern schwere Erkrankungen mit Wurmzysten in lebenswichtigen Organen. Bei hohem Risiko für Echinococcus-Infektionen bei einem Tier und dadurch mittelbar möglichem Übertragungsrisiko für den Menschen, wird eine Entwurmung des Hundes gegen diese Bandwürmer alle vier bis sechs Wochen dringend empfohlen.

Wie stark Ihr Tier aufgrund seiner individuellen Lebensumstände gefährdet ist, sich mit Bandwürmern anzustecken, und welche Form der Schutzmaßnahmen sinnvoll sind, können Sie ebenfalls in unserem kostenlosen Wurm-Check ermitteln.

Unterschiede zwischen Spulwürmern und Bandwürmern:

AnsteckungswegeSpulwürmerBandwürmer
Hund und Katze über…
  • Aufnahme von Wurmeiern aus der Umwelt (Kot)
  • im Mutterleib (Hund)
  • über die Muttermilch (Hund/Katze)
  • zusätzlich: Infektion über Aktivierung ruhender Larvenstadien im Gewebe
  • Jagen/Fressen von Beutetieren/Kleinsäugern
  • Ernährung mit befallenem, rohem Fleisch
  • versehentliches Verschlucken von Flöhen
Menschen über…
  • Aufnahme von Wurmeiern aus der Umwelt 
(Kot, Fell des Tieres)
  • rohes Fleisch
  • versehentliches Verschlucken von Flöhen
  • Wurmeier in der Umwelt 
(Kot, Fell des Tieres)

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