Zeckenschutz im Februar

Zeckenschutz im Februar

Wie Zecken der Kälte trotzen

Nach einem Dezember mit eher gemäßigten Temperaturen und viel Nässe und Matsch wurde es vor einigen Wochen richtig kalt in Deutschland. In vielen Gebieten gab es ab Mitte Januar tagelangen Dauerfrost, der die Natur zum Erstarren brachte. Für unsere heimischen Wildtiere und Vögel eine echte Herausforderung. Sie müssen in dieser Zeit gut mit ihrer Energie haushalten, um die frostige Zeit unbeschadet zu überstehen. Doch was machen eigentlich Zecken, wenn die Temperaturen weit unter 0 °C sinken? Können wir die Hoffnung haben, dass es in diesem Frühjahr weniger Zecken gibt, wenn es noch länger so eisig bleibt?

Leider sind die gefährlichen Blutsauger erstaunlich kälteresistent, sodass auch ein kalter Jahresanfang nicht unbedingt Auswirkungen auf das Zeckenvorkommen einer Saison hat. Zecken können sogar Temperaturen bis -12 °C unbeschadet überstehen. Dafür begeben sie sich auf den Waldboden und schützen sich mit Erde und Laub vor der schlimmsten Kälte. Besonders ärgerlich ist, dass es Hinweise darauf gibt, dass ausgerechnet die Zecken, die Krankheitserreger in sich haben und diese auf ihre Wirte übertragen können, den Winter besser überleben als Zecken, die nicht mit Erregern infiziert sind. Dies zeigen Untersuchungen der Expertenorganisation ESCCAP1. So entwickeln zum Beispiel Schildzecken, die mit Anaplasma-Bakterien infiziert sind, eine Art „Antifrostschutz-Enzym“, das sie noch widerstandsfähiger gegen Kälte macht.

Jetzt werden Zecken aktiv

Sobald die Temperaturen für einige Tage auf etwa 6-8 °C ansteigen, wird der Gemeine Holzbock, die häufigste heimische Zeckenart, wieder aktiv und klettert an Gräsern oder Büschen bis zu 80 cm hinauf, um dort von einem geeigneten Wirt abgestreift zu werden. Allerdings werden die in einigen Regionen Deutschlands weit verbreiteten Auwaldzecken bereits ab 0,7°C aktiv. Die Möglichkeit, dass sich Hunde eine Zecke einfangen und sich so mit gefährlichen Krankheitserregern anstecken, bleibt von jetzt an bis zum nächsten Kälteeinbruch konstant bestehen. Da die Folgen schwerwiegend für die Vierbeiner sein können, sollten Tierhalter dieses Risiko in keinem Fall eingehen. Zumal ein wirksamer Zeckenschutz so einfach ist.

Um der Gefahr einer Erregerübertragung durch Zecken effektiv vorzubeugen, sollten sich Hundehalter für die durchgehende Anwendung eines Tierarzneimittels entscheiden, repellierende Präparate sind hier sehr empfehlenswert. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass Zecken bereits abgewehrt und abgetötet werden, noch bevor sie sich auf dem Hund festsetzen und Blut saugen können. Auf diesem Weg kann auch dann, wenn eine Zecke beim Absuchen des Tieres nach dem Spaziergang übersehen wird, das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern effektiv verringert werden.

Abwehr ist die beste Verteidigung

Für den repellierenden Schutz können etwa Spot-on-Präparate mit eben diesen Eigenschaften genutzt werden, die dem Tier einfach auf die Haut im Nacken geträufelt werden und einen Schutz über mehrere Wochen bieten. Alternativ steht in Tierarztpraxen ein modernes Halsband zur Verfügung, das ebenfalls abwehrend und abtötend wirkt und bis zu 8 Monate lang vor Zecken schützt.

Da sich die Zeckenaktivität nicht nach dem Kalender, sondern nach den Temperaturen richtet, macht auch ein Zeckenschutz im Februar durchaus Sinn. Denn wer weiß schon, wann die Temperaturen wieder steigen und der Frühling Einzug hält? Besser ist es, auf diesen Moment vorbereitet zu sein und nicht erst zu reagieren, wenn auf dem eigenen Tier die erste Zecke entdeckt wird. Somit ist es empfehlenswert, durch Anwendung geeigneter Mittel Stiche der Blutsauger zu verhindern, damit infizierte Zecken Krankheitserreger möglichst erst gar nicht übertragen können.

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1 ESCCAP European Scientific Counsel Companion Animal Parasites, www.esccap.de


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