Floh- und Zeckenschutz bei Hunden und Katzen

Entwarnung für den Winter? Leider nein!

Viele Tierhalter verbinden den Winter mit gemütlichen Stunden auf dem Sofa und verschwenden keinen Gedanken mehr an vermeintlich sommerliche Parasiten wie Flöhe und Zecken. Doch diese gefühlte Sicherheit trügt. Denn Flöhe fühlen sich in beheizten Wohnräumen ganz besonders wohl und so kann es gerade in den kalten Monaten zu regelrechten Floh-Explosionen in den eigenen vier Wänden kommen. Und auch Zecken lassen sich vom Winter nicht immer kleinkriegen. Selbst wenn Schnee liegt, ist dies nicht immer ein Grund für Entwarnung.

Flohzirkus in beheizten Räumen

Jedes Tier, das ab und zu Kontakt zu Artgenossen oder freien Auslauf hat, kann sich mit Flöhen anstecken und damit auch ein paar Flöhe mit nach Hause bringen. Auch wenn ein Flohbefall gewissenhaft behandelt wird, besteht immer ein Restrisiko, dass Floheier oder verpuppte Flohlarven unbemerkt in den eigenen vier Wänden verbleiben. Denn in ihrem widerstandsfähigen Kokon können Flöhe monatelang verharren, bis eine geeignete Temperatur oder eine Erschütterung sie dazu veranlasst, zu schlüpfen. Im Winter, wenn die Wohnräume wohlig warm beheizt werden und ein Hund oder eine Katze in die Nähe kommen, ist dieser Zeitpunkt gekommen: Die Flöhe schlüpfen und legen in kürzester Zeit neue Eier, aus denen sich unter den winterlich warmen Bedingungen der Innenräume rasch weitere Flöhe entwickeln können, die wiederum neue Eier legen… Eine regelrechte Flohlawine kann so losgetreten werden. Und wenn dies nicht in Ihren eigenen vier Wänden geschieht, so kann es die Wohnungen anderer Tierhalter betreffen, sodass das Risiko einer Ansteckung bei Kontakt mit Artgenossen steigt. Daher gibt es leider keine Entwarnung für den Winter, im Gegenteil – ein vorbeugender Schutz gegen Flöhe ist bei Hunden und Katzen definitiv ganzjährig zu empfehlen.

Risiken im Keim ersticken

Die beste Vorsorge ist die Anwendung eines Tierarzneimittels, das mögliche Flöhe im Fell des Tieres schnell und effektiv abtötet. Die Ablage von Eiern und die Entwicklung neuer Flöhe werden so im Keim erstickt. Je nach individuellen Vorlieben kann für die vorbeugende Behandlung ein Spot-on-Präparat (z.B. Advantage®) genutzt werden, das dem Tier einfach auf die Haut in den Nacken geträufelt wird und rund 4 Wochen vor einem Flohbefall schützt. Alternativ steht auch ein modernes Hundehalsband (Seresto®) zur Verfügung, das bis zu 8 Monate lang gegen Flöhe wirkt. Seresto® schützt Hunde außerdem nicht nur vor Flöhen, sondern gleichzeitig auch vor Zecken und vor von ihnen übertragbaren Erkrankungen wie etwa der Ehrlichiose und Babesiose des Hundes.

Entspannung, aber keine Entwarnung auch bei Zecken

Womit wir beim nächsten Thema wären: den Zecken. Das Risiko für einen Zeckenbefall ist im Winter zwar tatsächlich wesentlich geringer, aber eine komplette Entwarnung gibt es auch hier leider nicht. Denn Zecken überwintern meist unter dichtem Laub und in den oberen Bodenschichten. Gleichzeitig sind sie je nach Art erstaunlich kälteresistent und zum Teil selbst bei geringen Temperaturen von nur 4 °C bis 7 °C noch – beziehungsweise wieder – aktiv.

Damit die Kälte den ruhenden Zecken etwas anhaben kann, muss es schon lange Zeit frieren, so dass der Boden bis in eine Tiefe von rund 20 Zentimetern vereist. Das kommt in unseren Breitengraden allerdings in einem normalen Winter nicht vor. Eine einfache Schneedecke ist kein Garant gegen Zecken, denn der Schnee kann isolierend wirken und dafür sorgen, dass die Parasiten es darunter so warm haben, wie sie es brauchen, um aktiv zu bleiben. So können schon ein paar schöne Wintertage ausreichen, um Zecken aus ihrer Winterruhe heraus erneut zu mobilisieren. Daher kann es durchaus sinnvoll sein, seinen Vierbeiner auch im Winter oder zumindest in den Übergangszeiten vor Zecken zu schützen.

 


 


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