Achtung vor Mücken im Urlaubsland

Achtung vor Mücken im Urlaubsland

Machen wir die Probe aufs Exempel: Schützen Sie Ihren Hund gegen Mücken? Vermutlich nicht. Aber gegen Zecken? Höchstwahrscheinlich schon. Das ist innerhalb Deutschlands auch vertretbar. Anders jedoch, wenn Sie Ihren Hund mit auf die Urlaubsreise etwa nach Italien oder Rumänien nehmen. Denn dort gibt es neben diversen Zeckenarten auch verschiedene gesundheitsgefährdende Mücken. Man sollte diese Gefahr kennen, um ihr bestmöglich begegnen zu können.

Die im Mittelmeerraum verbreiteten Sandmücken sind eine potenziell tödliche Gefahr für Hunde. Denn beim Stich einer Sandmücke kann der Erreger der Leishmaniose, ein einzelliger Parasit, übertragen werden. Dieser befällt und zerstört so genannte Makrophagen, Fresszellen des Immunsystems, die der Erregerabwehr dienen. Die Leishmaniose kommt bei Hunden häufig erst nach Monaten oder Jahren zum Ausbruch, kann dann aber lebensbedrohlich verlaufen. Sandmücken sind viel kleiner als bspw. Stechmücken und greifen bei Nacht beinahe geräuschlos an. Hunde sollten in den mediterranen Ländern auf keinen Fall ungeschützt im Freien übernachten.

Steckbrief Sandmücken:

  • Kommen vor allem in den Tropen und Subtropen vor
  • Bis zu 4 mm groß 
  • Gelbbraun und behaart mit relativ großen Flügeln
  • Halten sich tagsüber in kühlen und feuchten Verstecken auf; greifen bei Nacht geräuschlos an
  • Gefahr für Mensch und Tier: Leishmaniose

 
Stechmücken (wie sie auch in Deutschland vorkommen) sind in Süd- und Osteuropa häufig Träger von Herzwurmlarven. Diese Parasiten können beim Stich bzw. Blutsaugen weitergegeben werden. Die mikroskopisch kleinen Larven wandern mehrere Monate lang durch den Körper des Tieres und lassen sich schließlich in den größeren Blutgefäßen von Herz und Lunge - bei Massenbefall sogar in der rechten Herzkammer - nieder. Dort können sie eine Länge von bis zu 30 Zentimetern erreichen. Lässt die Leistungsbereitschaft Ihres Hundes stark nach und hustet er oft, kann dies auf eine Herzwurmerkrankung hindeuten. Im schlimmsten Fall kann es zum Tod des befallenen Hundes kommen. Die Behandlung dieser Krankheit ist nicht ungefährlich, wenn die Herzwürmer bereits die Blutgefäße erreicht haben, da Gefäßverstopfungen ausgelöst werden können. Eine prophylaktische Bekämpfung der Larven ist daher ratsam.

Steckbrief Stechmücken:

  • Weltweit verbreitet, meist in der Nähe von Wasserstellen
  • Bis zu 15 mm groß
  • Gemeine Stechmücke: schlanker Körper, lange Beine und schmale Flügel; unscheinbar gefärbt
  • Meist in der Dämmerung aktiv
  • Gefahr für Hunde: Herzwurmerkrankung u. a.

 
Kein Hund sollte also ohne ausreichenden Parasitenschutz verreisen. Für den Urlaub in Süd- oder Osteuropa (siehe Verbreitungskarte) empfiehlt sich eine doppelte Prophylaxe:

  1. Die Anwendung eines repellierend und abtötend wirkenden Parasitenmittels, das neben Zecken auch Stechmücken und Sandmücken abwehrt. 
  2. Die prophylaktische Behandlung Ihres Hundes mit einem Parasitenmittel, das die Larvenstadien des Herzwurms bekämpft.

So werden einerseits Stiche der blutsaugenden Parasiten weitestmöglich verhindert und gegebenenfalls dennoch übertragene Herzwurmlarven frühzeitig bekämpft. Fragen Sie rechtzeitig vor der Reise Ihren Tierarzt nach dem geeigneten Parasitenschutz für Ihr Urlaubsziel.


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