Verbreitungskarte von Sandmücken in Deutschland

verbreitung_sandmuecke-w435-h594  Die abgebildete Verbreitungskarte wurde von Dr. Torsten Naucke von der Universität Hohenheim zur Verfügung gestellt. Die Fundorte von Sandmücken sind – je nach Art – durch blaue oder weiße Kreise markiert. Schwarze Kreise symbolisieren gemeldete Leishmaniose-Erkrankungen (überwiegend Hunde, aber auch ein Kleinkind in Aachen), die nachweislich niemals im Ausland waren, bzw. bei denen dies sehr unwahrscheinlich ist (autochthon, lat. einheimisch). Der Nachweis, dass diese Erkrankungen auf eine Erregerübertragung durch einheimische Sandmücken zurückzuführen sind, steht aber noch aus.

Die Farbflächen kodieren für die jeweiligen mittleren Jahrestemperaturen. Dazu wurden die Jahre 2001 bis 2005 ausgewertet. Man erkennt, dass entlang des Rheins im Südwesten und Westen Deutschlands die mittlere Temperaturen zwischen zehn und zwölf Grad Celsius betragen und damit die klimatischen Bedingungen für eine Ansiedlung des Parasiten erfüllen. Dementsprechend wurden die Forscher fündig, als sie in diesen Regionen nach Sandmückenpopulationen suchten. Sollten sich in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten die Klimaprognosen für Deutschland bestätigen, könnten weitere Regionen in Deutschland Sandmücken einen Lebensraum bieten.