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Parasiten im Urlaub

icon_hund_katze.gif Parasiten im Urlaub

Vor allem in den wärmeren Regionen Südeuropas ist mit anderen Parasiten als in unseren gemäßigten Breiten zu rechnen – und mit einer größeren Gefahr der Übertragung von Infektionserkrankungen. Die graphische Darstellung der Infektionsrisiken für Hunde durch Parasiten-übertragene Erkrankungen in Europa verdeutlicht dies. Vor einer Reise mit dem Hund sollten entsprechende Vorbereitungen getroffen werden.

Auch der Import bzw. das Mitnehmen von Hunden (und Katzen) aus Urlaubsländern kann bei der tierärztlichen Untersuchung in Deutschland zu bösen Überraschungen führen. Auch hier gilt es, sich vorher zu informieren und umsichtig zu handeln.

Wer in der Stadt wohnt und mit seinem Hund Urlaub auf dem Land macht, sollte generell beachten, dass die „freie Natur“ meist mehr Parasiten zu bieten hat als ein Stadtpark. Zecken und Mücken sind in dörflichen Regionen häufiger anzutreffen, und auch Stechfliegen halten sich vorwiegend in Gegenden mit Viehwirtschaft auf.

 

Zecken

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Die Zecken Südeuropas bevorzugen ähnliche Biotope wie ihre nordeuropäischen Verwandten, zeichnen sich aber durch eine erhöhte Toleranz gegenüber Hitze aus (z. B. die Braune Hundezecke). Doch auch sie sind eher in schattigen Gebieten zu finden, in denen der Boden noch eine Restfeuchte besitzt.

Mücken

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Zwar können Stechmücken vmtl. auch in Deutschland Wurmparasiten wie den Hundehautwurm übertragen, allerdings sind ernste gesundheitliche Erkrankungen in Urlaubsregionen ein weit größeres Problem als hierzulande. Speziell in Mittelmeerländern und Urlaubsorten auf dem Balkan, sollte man sein Haustier abends unbedingt mit ins Haus nehmen. Die Moskito-Arten der subtropischen und tropischen Regionen sind Überträger vieler Infektionserkrankungen, die auch den Menschen betreffen. Den ungeschützten Aufenthalt in der Nähe stehender Gewässer sollte man grundsätzlich möglichst vermeiden, denn die Mückenzahl kann je nach Gebiet beträchtlich sein.

Die Sandmücke, der Überträger der gefürchteten Leishmaniose, fliegt meist nur bei Temperaturen >20°C in der Nacht und ist daher ab dem Frühsommer in subtropischen Gebieten aktiv. Jeder Hundebesitzer sollte seinen Hund vor diesem Blutsauger schützen. Da diese Mücke relativ klein ist, kann sie bei stärkerem Wind nur schlecht fliegen, wie etwa in Strandnähe, und ist daher eher im Hinterland aktiv. Außerdem fliegt sie nicht besonders hoch und benötigt für ihre Eiablage schattige und feuchte Verstecke. Gefährdet sind somit vor allem Tiere, die ebenerdig in der Nähe von Scheunen, verlassenen Häusern und Ruinen leben.

Flöhe, Milben und Läuse/Haarlinge

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Blutsaugende Parasiten, die als Fellbewohner von der Körpertemperatur ihrer Wirte profitieren, kommen praktisch überall vor. Vorsicht ist geboten, wenn Ihr Vierbeiner Kontakt zu einheimischen, weniger gut gepflegten Artgenossen hat. So ist z.B. ein Großteil des berichteten Läusebefalls von Hunden auf eine vorherige Urlaubsreise oder auf einen Kontakt mit einem zuvor verreisten Tier zurückzuführen.

Stechfliegen

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Stechfliegen kommen praktisch weltweit vor. Die tropischen Verwandten von Bremsen und Wadenstecher sind in vielen Entwicklungsländern, vor allem in Afrika, eine Plage für Mensch und Tier. Dies liegt nicht nur an ihrem Bluthunger, sonder auch an ihrer Funktion als Überträger von Infektionskrankheiten. Ruhr, Cholera, Schlafkrankheit, Nagana und Typhus sind nur einige der Infektionen, die jährlich Millionen von Tieren und Zehntausende von Menschen töten. Allerdings drohen diese Gefahren nicht in den gängigen Reisezielen deutscher Urlauber.

Würmer

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Wurminfektionen (etwa durch Haken- oder Peitschenwürmer) sind vor allem in den tropischen Gebieten eine ernste Gefahr für Mensch und Tier (siehe dazu auch die Daten des Reisemedizinischen Zentrums unter www.gesundes-reisen.de). Der Reisende sollte wissen, welche unbekannten Wurmerkrankungen im Urlaubsland auftreten können. Je nach Reiseziel treten oft erhebliche hygienische Mängel auf, die die Infektionsgefahr weiter erhöhen. Aber auch rund ums Mittelmeer oder in Osteuropa stellen Herz- und Hautwürmer (Dirofilarien), die durch Moskitos übertragen werden, eine Bedrohung für Hunde dar. In noch entfernteren Gebieten wie Südafrika, Asien oder Inseln des Indischen Ozeans kann es zu Infektionen mit dem Speiseröhrenwurm kommen. In diesen Ländern sollten Hundebesitzer daher den Schutz ihrer Tiere ernst nehmen, um eine nachfolgende Wurminfektion zu vermeiden.


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