Stechmücken

Stechmücken icon_hund_katze.gif Stechmücken

Bis auf wenige Ausnahmen ist allen Stechmücken (Culicidae) gemeinsam, dass sie tierisches Blut für ihre Eiproduktion bzw.-ablage benötigen. Daraus erklärt sich ihre Eigenschaft, Krankheiten zu übertragen: Viele Erreger gelangen über das gesaugte Blut des Wirtes in den Mückenkörper, sie vermehren sich dort in Organen, wie zum Beispiel den Speicheldrüsen der Mücke, und werden so beim nächsten Stich in die Blutbahn des nächsten Opfers injiziert. Die meisten Mückenarten können während ihres Lebens mehrere Male befruchtet werden und Eier legen.

Gemeine Stechmücke (vergrößert dargestellt)

Man kennt über 3.500 verschiedene Arten, die meist nicht größer als 2 bis 10 Millimeter sind. Die häufigste nordeuropäische Stechmücke, die Gemeine oder Nördliche Stechmücke (Culex pipiens), ist hierzulande noch nicht als Überträger von Krankheiten bekannt. Anders sieht es bei den Stechmücken des Mittelmeeres und der Tropen aus: Unter diesen – im deutschen Sprachgebrauch oft als Moskitos bezeichneten Stechmücken – gibt es viele Arten, die Krankheitserreger übertragen. Hierzu gehören auch für den Menschen sehr gefährliche Krankheiten wie Malaria, Gelbfieber, Dengue Fieber, West Nil-Fieber bzw. -enzephalitis oder schwere Wurmerkrankungen (sogenannte Filariosen). Letztere wurden im Jahr 2013 auch erstmals in Deutschland beschrieben.

Vielfach ist nicht genau bekannt, ob und in welchem Ausmaß auch Haustiere von diesen Erregern befallen werden. Es gibt andererseits Infektionen, die vornehmlich Hunde betreffen. Hierzu zählen etwa die Wurmerkrankungen vom Typ Dirofilariosen, die aber auch Katzen und Menschen gefährlich werden können.

Vorkommen

Stechmücken kommen in der Nähe von stehenden Gewässern vor, da sich die Mückenlarven im Wasser entwickeln. Bekanntermaßen sind Stechmücken umso zahlreicher, wenn ihnen Teiche oder gefüllte Regentonnen zur Verfügung stehen, oder wenn nach kräftigen Sommergewittern der Regen in Baumstümpfen oder Pfützen zurückbleibt.

Aktivität

Die meisten Stechmückenarten gehen im Dämmerlicht und in der frühen Nacht auf die Jagd nach Blut. Dabei reagieren sie auf eine Mischung verschiedener Stoffe wie Schweißgeruch, ausgeatmetes Kohlendioxid und andere Geruchsstoffe der Haut, aber auch auf die Körpertemperatur des Säugetieres. In unmittelbarer Nähe eines potenziellen Wirtes nutzen sie auch ihre Augen.

Der Stich einer Stechmücke wird in der Regel nicht als besonders schmerzhaft empfunden, da der Stechrüssel lang und dünn ist. Während des Saugvorgangs injiziert die Mücke mit ihrem Speichel Proteine in das Wirtsblut, die eine Gerinnung verhindern, so dass es flüssig bleibt und aufgesogen werden kann. Die lokale Immunreaktion des Körpers auf diese Eiweiße hat die Rötung, Schwellung, Erwärmung und den Juckreiz des Mückenstichs zur Folge. Im Laufe der Zeit gewöhnt sich der Wirt an die Proteine, so dass die Reaktion schwächer ausfällt. Allerdings gilt dies in der Regel nur für Stiche der gleichen Stechmückenart. Mit dem Speichel können zudem Krankheitserreger übertragen werden, sollte die Mücke von einem Erreger, wie dem der Dirofilariose befallen sein.

Bekämpfung und Vorbeugung

Zu den wichtigsten Maßnahmen zur Vermeidung von Mückenstichen zählen das Schließen der Fenster in der Dämmerung und nachts, der Aufenthalt im Haus während dieser Zeit und gegebenenfalls die Verwendung von Mückengittern oder -netzen. Auch UV-Lampen als Lockfallen für Mücken werden häufig eingesetzt. Menschen sollten durch das Tragen langer Kleidung den Kontakt der Stechmücken mit der nackten Haut verhindern.

Für Tiere gibt es andere Maßnahmen, die Hausbesitzer ergreifen sollten, um im Urlaub Mückenstiche zu verhindern und Mückenstichen vorzubeugen.


Social Bookmarks