Parasitenbefall

Parasitenbefall

Alveoläre Echinokokkose Bandwurmbefall Flohbefall
Hakenwurminfektion Räude Raubmilbenbefall
Spulwurminfektion    

Alveoläre Echinokokkose

Die alveoläre Echinokokkose durch den Befall der Fuchsbandwurmlarve gilt als gefährlichste Parasitenerkrankung Mitteleuropas und ist meldepflichtig. Die Fälle werden vom Robert-Koch-Institut erfasst, welches auch Informationen zur Verfügung stellt. Diagnostik und Therapie müssen vom behandelnden Arzt bestimmt werden. Eine Operation und/oder die jahrelange Einnahme von Anti-Wurm-Medikamenten sind meist unumgänglich. Allerdings ist bei fortgeschrittener Erkrankung der betroffenen Organe eine Operation teilweise kaum durchführbar. Ohne Operation oder Einnahme von Anti-Wurm-Medikamenten sterben die meisten Patienten an Leberversagen. 2006 wurden in Deutschland 16 Neuerkrankungen gemeldet.

Es ist bislang noch nicht eindeutig geklärt, welche Faktoren eine Infektion beim Menschen begünstigen. Hierzu zählt neben der Aufnahme von Wurmeiern im Flugstaub auch der Verzehr von ungewaschenen, bodennnahen Waldfrüchten. Eine kürzliche erschienene Studie berichtete, dass in 70 Prozent der gemeldeten Fälle Hunde- oder Katzenbesitzer betroffen waren, so dass vermutet wird, dass die Infektion des Menschen nur nach ständiger Anwesenheit der Wurmeier etwa im Fell der Haustiere zustande kommt. Obwohl dies noch nicht bewiesen ist, ist es zwingend angebracht, in Endemiegebieten des Fuchsbandwurms Hund und Katze regelmäßig und sorgfältig zu entwurmen, um die Existenz von Wurmeiern in Haus oder Wohnung zu vermeiden.

Daher gilt in Gebieten, in denen der kleine Fuchsbandwurm häufig vorkommt: 

  • Hunde, die Mäuse etc. fressen, alle 4 Wochen entwurmen
  • Gebrauchshunde (Jagd- und Hütehunde) alle 4 Wochen entwurmen
  • keine ungewaschenen Waldfrüchte, Salat, Gemüse essen
  • nach Wald- und Gartenarbeiten Hände gründlich reinigen

Bandwurmbefall

Bandwürmer der Taenia -Familie sind dagegen auf das Verschlucken der Bandwurmeier angewiesen, was vor allem bei Kleinkindern erfolgen kann. Symptome können bei einem geringen Befall ausbleiben und äußern sich bei starkem Befall in Verdauungsproblemen und Mangelversorgung. Diagnostik und Therapie müssen vom behandelnden Arzt bestimmt werden.

Flohbefall

Flöhe , und hier in erster Linie der Katzenfloh , können auch den Menschen befallen. Dies gilt vor allem, wenn aufgrund mangelnder Flohbekämpfung und unhygienischer Verhältnisse die Anzahl der Flöhe im Haushalt groß ist. Symptomatisch sind die verräterischen Spuren mehrerer Bisse nebeneinander, da Flöhe sich zwischen dem Blutsaugen bewegen. Auch Menschen können eine Flohallergiedermatitis entwickeln, bei der eine starke allergische Reaktion gegen Bestandteile des Flohspeichels besteht.

Diagnostik und Therapie müssen vom behandelnden Arzt bestimmt werden. Da die Flöhe fast immer durch das Haustier eingeschleppt werden, gilt es zunächst, die auf dem Tier lebenden Flöhe zu entfernen sowie die Umgebung bzw. den Haushalt von Flöhen zu befreien.

Hakenwurminfektion

Die Hakenwürmer des Hundes Ancylostoma caninum und Uncinaria stenocephala können auch den Menschen befallen. In beiden Fällen dringen die Larven dieser Hakenwürmer über die Haut in den Körper ein (meist an den Füßen) und lösen eine Hautentzündung mit Rötung und Schmerzen aus. Oft ist der Weg durch das Unterhautgewebe als rote Spur sichtbar („Hautmaulwurf“). Die Larve von Ancylostoma caninum kann bis zum Verdauungssystem vordringen und eine Darmentzündung auslösen.

Diagnostik und Therapie müssen vom behandelnden Arzt bestimmt werden.

Räude

Räudemilben von Hund und Katze können trotz der Vorliebe für ihre Wirte auch auf den Menschen übergehen, wenn der Befall stark ist und unhygienische Verhältnisse vorherrschen. Allerdings sind die Symptome (Hautrötungen und Pusteln, verbunden mit Juckreiz) meist lokal begrenzt und relativ schwach, da sich die Tiermilben, anders als die Krätzemilben des Menschen, nicht auf der menschlicher Haut vermehren können.

Diagnostik und Therapie müssen vom behandelnden Arzt bestimmt werden. Neben der Behandlung von Mensch und Tier müssen die hygienischen Verhältnisse in der Wohnumgebung verbessert werden, um Milbennester in Kleidung, Decken und Teppichen zu entfernen.

Raubmilbenbefall

Raubmilben von Hund und Katze können auch den Menschen beißen, wenn der Kontakt zwischen Mensch und befallenen Tier entsprechend eng ist. Oft liegen die Stellen mit Rötungen und Pusteln an Beinen und Armen, aber auch am Bauch. Raubmilben können bis zu zehn Tage ohne Wirt und Blutmahlzeit überleben.

Diagnostik und Therapie müssen vom behandelnden Arzt bestimmt werden. Neben der Behandlung von Mensch und Tier müssen die hygienischen Verhältnisse in der Wohnumgebung verbessert werden, um Milbennester in Kleidung, Decken und Teppichen zu entfernen.

Spulwurminfektion

Spulwürmer von Katze und Hund können auch den Menschen befallen, indem die Wurmeier, die aus den Exkrementen der Tiere stammen, verschluckt werden. Dies geschieht vor allem bei Kleinkindern, indem mit Spulwurmeiern verunreinigte Finger in den Mund gesteckt werden oder wenn ein infizierter Hund Gesichter ableckt. Aufgrund ihrer großen Verbreitung drohen Spulwurminfektionen in vielen Parks, auf Kinderspielplätzen oder an anderen öffentlichen Orten, aber auch bei unregelmäßig gesäuberten Hunde- und Katzenklos.

Im Menschen erfolgt die Entwicklung nur bis zur Larve, die den Darm verlässt und als Wanderlarve Schäden im Körper anrichten kann (Toxocariasis). Obwohl die Larven nach vier Wochen absterben, können sie Monate bis Jahre im menschlichen Körper überdauern. Bei geringem Befall treten oft keine Beschwerden auf. Dagegen kann es bei starkem Befall zu Fieber, Lebervergrößerung, asthmatischem Husten und Ausschlag kommen. Bei Befall des Gehirns drohen neurologische Störungen, bei Befall des Auges Augeninnenentzündungen bis hin zur Erblindung. Besonders Kleinkinder mit ihrem schwachen Immunsystem sind gefährdet.

Diagnostik und Therapie müssen vom behandelnden Arzt bestimmt werden.


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