Durch Mücken verursachte Erkrankungen des Hundes

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Fadenwurmbefall Herzwurmbefall Leishmaniose

Fadenwurmbefall

Erreger

Der Rundwurm Dirofilaria repens gehört zur Gattung der Dirofilarien und ist damit ein naher Verwandter des Herzwurms. Ähnlich wie dieser wird auch die Larve von D. repens durch den Stich eines Moskitos übertragen. Allerdings erfolgt die Entwicklung zum ausgewachsenen Wurm in den meisten Fällen subkutan, also unter der Haut, so dass die entstehenden Verdickungen der Haut mit den erwachsenen Würmern als Erhebungen sicht- und fühlbar sein können.

Überträger

Die Larve von Dirofilaria repens wird durch den Stich bestimmter Moskito-Arten übertragen. Wie andere Mücken auch, können diese Stechmücken die Wurmlarven nach dem Stich eines infizierten Organismus auf ein neues Opfer übertragen.

Vorkommen

D. repens war bis vor wenigen Jahren lediglich in süd- und osteuropäischen Ländern wie Spanien, Südfrankreich, Italien, Griechenland, Portugal sowie Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Rumänien heimisch (siehe Verbreitungskarte). Im Jahr 2013 wiesen Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) und Wissenschaftler der Freien Universität Berlin (FU Berlin) Larven von D. repens allerdings auch erstmals in einheimischen Stechmücken und Hunden nach. Die Tiere aus der Region Berlin-Brandenburg hatten Deutschland zuvor nie verlassen, weshalb hier erstmals also gänzlich einheimische Fälle vermutet werden konnten. Außerhalb Europas sind D. repens-Infektionen in Asien (etwa im Mittleren Osten) und Afrika verbreitet.

Symptome

Erkrankungen durch D. repens sind in der Regel für den Hund nicht gefährlich. Nach einer längeren symptomfreien Zeit, währenddessen sich die Wurmlarven in die ausgewachsenen Würmer entwickeln, treten kleine, meist schmerzlose und ggf. verschiebbare Erhebungen der Haut auf.

Behandlung und Vorbeugung

Ein Befall mit D. repens kann durch bestimmte Wurmmittel wirkungsvoll bekämpft werden. Eine regelmäßige und rechtzeitige Entwurmung mit speziell dafür geeigneten Präparaten ist notwendig, um die Würmer noch im Larvenstadium zu bekämpfen. Ergänzend ist ein Schutz der Hunde vor dem Stich der übertragenden Stechmücken als vorbeugende Maßnahme und zur Verhinderung der weiteren Verbreitung dieser Parasitose ausgehend von befallenen Hunden hierzulande sinnvoll.

Gefahr für den Menschen

Generell können Menschen mit D. repens infiziert werden. Die ausgewachsenen Würmer existieren im Bindegewebe, wo sie kleine, knotenähnliche Gebilde formen. Da die Würmer aber in Hunden als Reservoir vorliegen, reduziert eine Bekämpfung von D. repens im Hund gleichzeitig auch das Infektionsrisiko für den Menschen.

Herzwurmbefall

Erreger

Der Herzwurm (Dirofilaria immitis) aus der Gattung der Dirofilarien wird als Larve auf ein Wirtstier übertragen und entwickelt sich in den großen Blutgefäßen der Lunge bzw. dem Herzen zum ausgewachsenen Tier. Da diese Würmer zwischen 20 und 30 Zentimeter groß werden, verursachen sie bei hohen Befallsraten einen erheblichen Blutstau und damit eine Mangelversorgung und verschiedene Folgeprobleme.

Überträger

Herzwurmlarven werden durch den Stich bestimmter Moskito-Arten übertragen. Diese Stechmücken können die Wurmlarven nach dem Stich eines infizierten Organismus auf ein neues Opfer übertragen.

Vorkommen

Der Herzwurm kommt in Süd- und Osteuropa vor: In den Mittelmeerländern Italien, Spanien, Griechenland und Frankreich ist der Herzwurm teilweise sehr weit verbreitet (siehe Verbreitungskarte). So wurde in der italienischen Po-Ebene eine Befallsrate von bis zu 68 Prozent der Hunde berichtet. Auch auf der Balkanhalbinsel sowie in der Slowakei und in Rumänien ist er anzutreffen. Herzwürmer sind außerdem in den USA sehr weit verbreitet sowie in Kanada, Australien und in Südostasien inklusive Japan.

Symptome

Ein Befall mit wenigen Würmern wird von Hunden meist symptomlos toleriert; allerdings kann es bei Hunden auch zu einem massiven Befall kommen. Grundsätzlich entwickeln sich die Symptome über Monate nach der eigentlichen Infektion. So lange dauert es nämlich, bis sich die Herzwurmlarven zu ausgewachsenen Würmern entwickelt haben. Es kann u.a. infolge von Mangelversorgung zu Merkmalen allgemeiner Schwäche, Antriebs- und Teilnahmslosigkeit sowie Gewichtsverlust kommen. Charakteristisch sind im weiteren Verlauf oft Atemnot und Husten durch den Wurmbefall der Lunge, z. T. auch Erbrechen.

Siedeln die Würmer im Herz, können bei starkem Befall Herzstörungen und Blutstauungen sowie Leber- und Nierenstörungen und Blutarmut hinzukommen. Der Urin färbt sich rot. Unerkannt oder zu spät behandelt, führt ein starker Befall meist zum Tod

Behandlung und Vorbeugung

Herzwürmer können durch spezielle Wurmmittel wirkungsvoll bekämpft und abgetötet werden. Allerdings darf mit der Therapie nicht gewartet werden, bis sich die ausgewachsenen Würmer in den Gefäßen der Lunge und des Herzens festgesetzt haben, denn die absterbenden Würmer verstopfen die Blutgefäße und verursachen so gefährliche Embolien und Thrombosen. Von daher ist eine regelmäßige und rechtzeitige Entwurmung mit besonderen, dafür zugelassenen Präparaten notwendig, um Herzwürmer noch im Larvenstadium zu bekämpfen.

Ergänzend ist ein Schutz der Hunde vor dem Angriff der übertragenden Stechmücken als vorbeugende Maßnahme sinnvoll. Bei bereits befallenen Hunden sollte der Nachwuchs der erwachsenen Herzwürmer ebenfalls bekämpft werden, um die Ausbreitung der Parasiten hierzulande zu begrenzen. Die jungen Würmer werden in die Blutgefäße freigesetzt und von Mücken beim Blutsaugen aufgenommen.

Leishmaniose

Erreger

Die Krankheit wird durch Einzeller namens Leishmanien ausgelöst. Der Hundeerreger ist Leishmania infantum, der aber auch den Menschen und andere Säugetiere befallen kann. Leishmanien befallen und vermehren sich in den weißen Blutkörperchen, hauptsächlich im Knochenmark. Sie schädigen innere Organe wie Leber, Milz und Nieren. (Lesen Sie hierzu auch die Geschichte des Importhundes Alex.)

Überträger

Leishmaniose bzw. dessen Erreger werden durch den Stich einer weiblichen Sandmücke übertragen. In dieser großen Familie mit mehr als 23 europäischen Arten können aber nicht alle die Erkrankung übertragen.

Sandmücken können die Erreger nur nach dem Stich eines infizierten Organismus auf ein neues Opfer übertragen. Dagegen geben sie Leishmanien nicht an ihre Nachkommen weiter.

Vorkommen

Je nach Verbreitung und Dichte der Sandmücken sind die Befallsraten von Leishmaniose für Hund und Mensch europaweit sehr unterschiedlich. Sandmücken kommen im ganzen Mittelmeerraum, in Portugal, Deutschland (entlang des Rheins), in der Schweiz und in Südbelgien vor. Besonders viele Leishmaniose-Fälle bei Hunden findet man in Frankreich, Italien und Spanien. Daneben ist Leishmania infantum auch in großen Teilen Asiens und Südamerikas ein sehr ernstes Problem und auch in Afrika verbreitet.

Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 20.000 infizierte Leishmaniose-Hunde leben, vor allem Import- und Reisehunde. Noch ist bislang umstritten, ob die zur Übertragung geeigneten Sandmückenarten auch in Deutschland vorhanden sind.

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Symptome

Die Symptomatik bei Hunden ist sehr unterschiedlich. Gewichtsverlust, allgemeine Schwäche, Durchfall und Erbrechen, Milzvergrößerung und Lymphknotenschwellungen lassen auf einen Organbefall schließen, der als erstes diagnostiziert werden kann. Im weiteren Verlauf treten charakteristische Hautveränderungen auf, besonders an weichen und haarloseren Stellen, wie an Gesicht, Achseln und Hoden. Zu den Hautveränderungen zählen Krustenbildung, Ekzeme und Haarausfall.

Ein Teil der infizierten Hunde zeigt überhaupt keine Krankheitssymptome, was möglicherweise mit einer bestimmten Veranlagung des Immunsystems zu tun hat. Dennoch tragen diese Tiere die Erreger in sich, so dass Sandmücken die Leishmanien durch einen Stich aufnehmen und weitergeben können.

Behandlung und Vorbeugung

Eine vollständige Entfernung der Erreger ist meist sehr schwierig, so dass die Leishmaniose oft chronisch wird und dementsprechend behandelt werden muss. Zur Diagnose und Behandlung muss der Tierarzt aufgesucht werden. Ein Impfschutz gegen Leishmanien-Einzeller existiert zurzeit nicht, daher sollten vorbeugende Maßnahmen gegen den Angriff einer Sandmücke durchgeführt werden.

Gefahr für den Menschen


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