Wahl der Darreichungsform: Die Tablette

Wahl der Darreichungsform: Die Tablette

Tabletten werden Hunden und Katzen oral verabreicht. Die Gabe über das Maul der Tiere hat einige Vorteile: Einmal abgeschluckt, werden die in der Tablette enthaltenen Wirkstoffe in Magen bzw. Darm freigesetzt. Tabletten sind einfach in der Handhabung und dem Körpergewicht des Tieres entsprechend vergleichweise exakt zu dosieren – einige besitzen darüber hinaus sog. Sollbruchstellen, die das Aufteilen und damit die Genauigkeit der Dosierung erleichtern. Durch  Beigabe von wohlschmeckenden Aromen wird die Aufnahmebereitschaft des Patienten zudem positiv beeinflusst.

Viele verschiedene Arzneimittel sind als Tabletten erhältlich. Neben Entwurmungsmitteln (z. B. Droncit®), werden oft auch bspw. Antibiotika oder Nahrungsergänzungsmittel (z. B. Bay•o•pet® Murnil) in dieser Darreichungsform angeboten.

Wann ist es sinnvoll, eine Tablette anzuwenden?

In einer einzelnen Pille ist üblicherweise so viel Wirkstoff enthalten, wie für eine einmalige Anwendung therapeutisch notwendig ist. Ist ein zugelassenes Medikament in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, können Tierhalter entsprechend dem medizinischen Vorhaben in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt überlegen, welche Formulierung des Mittels am besten geeignet ist.

Oft sind aber auch die Gewohnheiten und Verhaltensweisen von Hunden oder Katzen ausschlaggebend bei der Entscheidung für oder gegen eine bestimmte Darreichungsform. Leben z. B. mehrere Tiere im Haus, kann es sinnvoll sein, sich gegen das Spot-On zu entscheiden – besteht in diesem Fall doch ggf. die Gefahr, dass sich die Tiere nach dem Aufträufeln des Mittels gegenseitig putzen und den aufgetragenen Wirkstoff damit entfernen. In solchen Fällen ist eine Tablette besser geeignet (sofern diese angenommen wird).

Wie werden Tabletten richtig verabreicht?

Es ist meist von großer Bedeutung, dass die Tablettengabe regelmäßig, entsprechend der Vorgaben im Beipackzettel und ohne Auslassung erfolgt (z. B. bei Antibiotika). Das ist nicht bei allen Tieren  immer einfach. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich darüber zu informieren, wie Hunden und Katzen die Tabletten am besten verabreicht werden können.

Häufig werden Tabletten Hunden und Katzen direkt angeboten. Viele Hunde nehmen auf der offenen Hand angebotene Tabletten bereitwillig an. Tun sie dies nicht, hilft es meist bereits, die Tablette mit etwas Leberwurst oder Käse zu bestreichen.

Katzen sind hier meist etwas wählerischer als Hunde. Damit sie ihre Medizin aber ebenso gut akzeptieren, ist es sinnvoll, sie mit streicheln zu beruhigen und ihnen die Tablette vorsichtig einzugeben. Dabei kann sanftes Streichen entlang der Kehle den Schluckreflex begünstigen.
In Ausnahmesituationen bei denen die Tablettengabe medizinisch unbedingt nötig ist, kann ein sog. „Tabletteneingeber“ helfen.

Da nur die wenigsten Medikamente mit einem angenehmen Eigengeschmack bei unseren Vierbeinern punkten können, werden daher seit einigen Jahren auch Tabletten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen angeboten, die von den Tieren in der Regel gut angenommen werden.

Spezialfall Katze: Was tun wenn die Tablette übrigbleibt?

Für viele Katzen ist das Schlucken von Tabletten alles andere als angenehm. Ganz im Gegenteil: Für die meisten bedeutet es Stress und nicht wenige sträuben sich vor dem Verzehr. Manche beißen, andere kratzen und wieder andere verziehen sich in Verstecke. Zeigt das Tier ein solches Verhalten und will die angebotene Medizin partout nicht schlucken, hilft oft nur eine List:

  • Sind die Tabletten nicht allzu groß, können sie leicht unter das Trocken- oder Nassfutter gemischt werden. Hat die Katze einen gesunden Appetit, wird sie die Tablette evtl. nicht bemerken. Katzen sind clever, daher sollte das Futter nicht vor den Augen des Tieres angerichtet werden.
  • Viele Katzen schätzen Lebensmittel wie Wurst und Schinken als besondere Belohnung. Müssen Tabletten nur selten verabreicht werden, kann man diese ggf. in solchen außergewöhnlichen Leckerlies verstecken.

Da Katzen einen unbestechlichen Geschmackssinn haben und zugleich einen überaus feinen Geruchssinn besitzen, kann es aber trotzdem vorkommen, dass die Tablette nicht gefressen wird. In diesen Fällen können ausnahmsweise auch folgende Tricks helfen:

  • Ist die Tablette sehr groß, kann es sinnvoll sein, sie in mehrere kleiner Teile zu brechen. Fallen beim Zerbrechen Brösel an, sollten diese anschließend unter das übrige Futter gemischt werden – die in Tabletten enthaltene Wirkstoffmenge ist schließlich genau abgewogen.
  • Scheut das Tier noch immer, können Tabletten in einem Mörser pulverisiert werden. Das Pulver kann dann mit dem Futter gemischt oder z. B. in Katzenmilch aufgelöst werden. Diese Vorgehensweise ist allerdings nur in Ausnahmefällen zu empfehlen, da so die Wirkstoffaufnahme im Körper der Samtpfoten u. U. verändert wird!
  • In jedem Fall sollte eine solche Verarbeitung der Tablette mit dem Tierarzt vorher abgeklärt werden, damit die Wirksamkeit durch entsprechende Maßnahmen nicht beeinträchtigt wird.

Hilft alles nichts, ist aber auch nicht aller Tage Abend. Viele Medikamente (z. B. Entwurmungspräparate) sind nämlich sowohl als Tablette als auch als Spot-On erhältlich. Verzweifelte Katzenhalter sollten sich diesbezüglich bei ihrem Tierarzt erkundigen, ob das entsprechende Produkt auch in einer anderen Darreichungsform erhältlich ist.


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