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Parasitenprophylaxe - Parasitenbefall vorbeugen

icon_hund_katze.gif Parasitenprophylaxe - Parasitenbefall vorbeugen

Moderne Parasitenmittel wirken vorbeugend und erlauben einen einfachen und sicheren Schutz vor einem Parasitenbefall. Dies gilt insbesondere für die Abwehr von stechenden Blutsaugern wie Zecken, Mücken, Stechfliegen, Milben oder die schnelle Beseitigung von Flöhen. Wurmmittel dagegen wirken nur gegen bereits aufgenommene Würmer. Trotzdem sollte die Entwurmung regelmäßig erfolgen.

Große Auswahl

Bisher gibt es kein Mittel, das alle bekannten blutsaugenden Parasiten gleichermaßen wirkungsvoll bekämpft. Vorbeugende Parasitenmittel wirken meist gegen Parasitenfamilien: Akarizide gegen Spinnentiere wie Zecken oder Milben, Insektizide gegen Insekten. Aber manche Substanzen bekämpfen auch Mitglieder beider Familien. Um dem Tierhalter eine möglichst einfache und bequeme Parasitenvorsorge zu ermöglichen, werden Wirkstoffe oft kombiniert, um mit einer Behandlung mehrere Parasitenfamilien zu bekämpfen. Es bleibt daher Tierhalter und Tierarzt vorbehalten, das richtige Präparat danach auszuwählen, welche Parasiten dem Haustier am gefährlichsten werden können.

Repellentien

Die meisten Parasitenmittel (Parasitizide) töten den Parasiten erst, nachdem dieser sich an das Tier angeheftet und zugebissen oder zugestochen hat. Je nach Wirkstoff kann es einige Stunden dauern, bis die tödliche Wirkung eintritt. In dieser Zeit können durch den Blutsauger auch Krankheitserreger übertragen werden. Repellentien (aus dem Lateinischen: Abwehrmittel) halten die angreifenden Blutsauger fern, etwa indem sie diese lähmen oder das Geruchssystem der Parasiten irritieren. Werden die Parasiten abgeschreckt, bevor sie beißen und saugen können, verringert sich das Risiko der Krankheitsübertragung.

Beispiele für solche repellierenden Substanzen sind etwa Icaridin als Bestandteil von „Autan“ (für den Menschen) oder Permethrin, das bei Mensch und Hund zum Einsatz kommt, für Katzen allerdings giftig ist. Allein oder in Verbindung mit einem wirksamen Parasitizid bieten Repellentien daher das größte Maß an Sicherheit.

Einfache und sichere Anwendung

Bei regelmäßiger, monatlicher Anwendung wird durch die Depotwirkung der Parasitenmittel ein gleich bleibender Schutz erzeugt. So geben imprägnierte Halsbänder ihre Wirkstoffe langsam und kontinuierlich über einen längeren Zeitraum ab. Spot-on-Mittel (bei denen eine Lösung auf den Rücken der Haustiere getropft wird) verteilen sich im Hautfett und bleiben dort wirksam, ohne dass sie vom Tierkörper abgebaut werden können.

Umgebungsbehandlung bei Flohbefall

Wenn ein Hund oder eine Katze einen Floh mit ins Haus bringt, können sich daraus schnell Tausende neuer Flöhe entwickeln. So befinden sich ca. 95% der Flöhe nicht am Tier selbst, sondern in Form von Eiern, Larven und Puppen in der unmittelbaren Umgebung des Haustieres. Um die Folgen von Flohstichen wie Juckreiz, Hautallergien oder die Übertragung gefährlicher Krankheiten möglichst von vornherein zu verhindern, sollten deshalb nicht nur die erwachsenen Parasiten bekämpft, sondern auch die Entwicklung neuer Flohgenerationen von Anfang an konsequent gestoppt werden. Moderne Flohschutzmittel wirken daher gleichzeitig auf dem Fell des Tieres und in der unmittelbaren Umgebung oder können gezielt zur Behandlung befallener Stellen im Haus wie dem Schlafplatz, auf Polstern oder Teppichen eingesetzt werden.

Informationen zu Parasitenmitteln

Für Katzen und Hunde gibt es eine ganze Reihe von Parasitenmitteln mit unterschiedlichen Wirkungsspektren und Darreichungsformen. Die Hersteller geben in ihren Beipackzetteln genau an, gegen welche Parasiten das Mittel zugelassen ist.

Einige Mittel sind in der Tierhandlung oder in der Apotheke erhältlich, wie bestimmte Produkte mit den Wirkstoffen Imidacloprid (z. B. Advantage ®), Cyfluthrin/Pyriproxifen (z. B. Tamirex ®) oder Propoxur (z. B. Bolfo ®). Andere Parasitenmittel z. B. mit dem Wirkstoff Permethrin können nur durch den Tierarzt abgegeben werden.

Am besten lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt beraten, welches Mittel für Ihr Tier am besten geeignet ist. Auch im Hinblick auf geplante Urlaubsreisen mit Hund sollten Sie eine spezielle Beratung einholen. Denn: Andere Länder – andere Parasiten.

Impfung oder Parasitenmittel?

Hunde können zwar nicht gegen Zecken geimpft werden, wohl aber gegen die Borreliose-Erreger vom Typ Borrelia burgdorferi, die durch Zecken übertragen werden. In Risikogebieten mit hohen Borreliose-Vorkommen ist eine Impfung, die jedes Jahr aufgefrischt werden muss, grundsätzlich sinnvoll, um den Ausbruch der Krankheit zu verhindern oder abzuschwächen. Allerdings garantiert die Impfung keinerlei Schutz gegen den Zeckenbefall selbst oder die Übertragung anderer Infektionen durch Zecken, wie Babesiose oder Anaplasmose. Daher sollte auch bei Hunden, die gegen Borreliose geimpft wurden, eine regelmäßige Parasitenprophylaxe erfolgen, zumal sie gefahrlos kombiniert werden kann.

Reiseprophylaxe beim Verreisen mit Haustier

Speziell in Mittelmeerländern Süd- und Osteuropas kann es zu Stichen von Moskitos und Sandfliegen kommen (siehe Verbreitungskarte). Diese Blutsauger sind nicht nur lästig, sondern können auch mitunter gefährliche Infektionskrankheiten oder Larven des Herz- bzw. Hautwurms übertragen. Um eine Übertragung auf vierbeinige Reisebegleiter zu verhindern, empfiehlt es sich, bereits einige Monate vor Reiseantritt den Tierarzt aufzusuchen und eine Risikoeinschätzung der Urlaubsregion vornehmen zu lassen. Bewährt hat sich eine Parasitenprophylaxe, die sowohl blutsaugende Parasiten wie Mücken und Zecken abwehrt und am Stich hindert, sowie einer Larvenentwicklung von Dirofilaria repens und D. immitis vorbeugt. Entsprechende Mittel sind als Spot-On-Präparate zum Auftropfen erhältlich und werden wenigstens 1 Woche vor Reiseantritt im Abstand von 24 Stunden aufgetragen. Die Behandlung sollte entsprechend der Packungsbeilage und nach Anweisung des Tierarztes bis zum Urlaubsende fortgesetzt werden.

Hygienemaßnahmen bei Kokzidienbefall

Kokzidien treten häufig bereits kurz nach der Geburt vor allem bei Hunden in Zuchten und Gruppenhaltung auf. Typisch für eine Infektion ist dünnbreiiger Durchfall bereits befallener Tiere. Aus diesem Grund ist es wichtig, neben der medikamentösen Behandlung durch den Tierarzt, eine Reihe von Hygienemaßnahmen durchzuführen und insbesondere für eine saubere und trockene Umgebung zu sorgen, um Reinfektionen aus der Umgebung zu verhindern. Isospora-Oozysten sind sehr widerstandsfähig gegenüber vielen Desinfektionsmitteln und in der Umwelt über einen langen Zeitraum überlebensfähig. Die unverzügliche Entfernung von Kot, noch bevor die Oozysten sporulieren (innerhalb von zwölf Stunden), reduziert das Risiko der Erregerübertragung.


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