Urlaubsplanung 2017: Gesundheitsrisiken und Parasitenschutz für Hunde auf Reisen

Urlaubsplanung 2017: Gesundheitsrisiken und Parasitenschutz für Hunde auf Reisen

Die schönste Zeit im Jahr möchten die meisten Hundehalter mit ihrem vierbeinigen Freund genießen. Damit alle eine unbeschwerte Zeit verbringen, sollten bei der Urlaubsplanung und -vorbereitung einige Punkte beachtet werden, um die Gesundheit des eigenen Vierbeiners nicht zu gefährden. Vor allem auf Reisen in die beliebten Urlaubsgebiete im Süden Europas besteht ein hohes Risiko, dass sich Hunde mit schweren Krankheiten infizieren, die etwa von Stechmücken oder Zecken übertragen werden können. Entscheiden sich Hundehalter für einen Urlaub in südlichen Gefilden, ist ein wirksamer Mücken- und Zeckenschutz also ein Muss. Dabei sollten repellierende (abwehrende) Präparate gewählt werden, die Mücken und Zecken bereits abwehren, bevor es zum Stich kommt.

Ob und welche Krankheitserreger in Ihrem Urlaubsgebiet lauern, haben wir Ihnen in einer Übersichtskarte zusammengefasst. Zu den wichtigsten Erkrankungen, die durch Mücken oder Zecken in südlichen Ferienregionen übertragen werden, gehören unter anderem:

Die Erreger der Leishmaniose werden von Sandmücken (Phlebotomus spp.) übertragen. Bis sich Symptome, wie beispielsweise Haarausfall, Blutarmut oder Nierenschäden zeigen, können Monate bis Jahre vergehen. Es gibt sehr unterschiedlich ausgeprägte Krankheitsverläufe, ohne eine Behandlung kann die Leishmaniose schlimmstenfalls tödlich enden. Es gibt zwar grundsätzlich eine Impfung gegen Leishmaniose, sie bietet jedoch keinen hundertprozentigen Schutz und sollte daher immer unbedingt mit einem Mückenschutz kombiniert werden.

Parasitenschutz im Urlaub: Risiken für Hunde auf Reisen

Babesiose, Ehrlichiose und Hepatozoonose werden von Zecken übertragen. Die Babesiose kann zu einer lebensbedrohlichen Zerstörung der roten Blutkörperchen führen, die intensiv und schnellstmöglich behandelt werden muss. Bluttransfusionen können nötig werden, um das Leben des Hundes zu retten. Bei der Ehrlichiose können wenige Tage bis Wochen nach der Infektion z.B. Fieber, Augen- und Nasenausfluss sowie Schwellungen der Lymphknoten auftreten. Nach kurzfristiger Besserung kann es zu Rückfällen mit Blutungen, Gelenkschmerzen und Krämpfen kommen. Auch bei der Behandlung der Ehrlichiose können Bluttransfusionen nötig sein. Der Erreger der Hepatozoonose wird nicht durch den Zeckenstich übertragen, sondern dann, wenn der Hund die Zecke verschluckt. Nach Fieberschüben und Lymphknotenschwellungen können auch Blutarmut, blutige Durchfälle und schmerzhafte Muskelentzündungen entstehen.

Herz- und Hautwürmer werden als Wurmlarven von Stechmücken beim Blutsaugen übertragen. Ausgewachsene Herzwürmer stören die Durchblutung, schädigen Gefäße und Nieren und können bis zum Tod des Hundes führen. Bei einem Befall mit Hautwürmern entstehen Knoten in der Haut.

So können Sie Ihren Vierbeiner im Urlaub schützen

Um die Übertragung von Krankheitserregern durch Mücken und Zecken zu verhindern, sollten Sie Ihren Hund mit einem repellierenden Anti-Parasitenmittel behandeln. Außerdem kann einem Herzwurmbefall gezielt vorgebeugt werden. Ihr Tierarzt berät Sie dazu gerne. 

Zusätzlich sollten Hunde am Urlaubsort nach Einbruch der Abenddämmerung im Haus gehalten werden. Zu dieser Zeit sind die Mücken am aktivsten. Wenn möglich, sollten die Fenster und Türen der Räume, in denen der Vierbeiner untergebracht ist, zusätzlich mit engmaschigen Mückennetzen gesichert werden.

Da einige der genannten Krankheiten, wie beispielsweise die Herzwurmkrankheit, auf dem Vormarsch in Richtung Mitteleuropa sind, sollten Hundehalter auch in bestimmten Gebieten Deutschlands überlegen, Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Erkundigen Sie sich bei Ihrem Tierarzt, zu welchen Maßnahmen er in Ihrer Urlaubsregion rät.

Countdown vor der nächsten Reise

Damit das Urlaubsglück mit Ihrem Hund nicht getrübt wird, sollten Sie sich frühzeitig über mögliche Einreisebestimmungen und die gesundheitlichen Risiken für Ihren Vierbeiner am Ferienziel informieren. So können Sie sich und Ihr Tier rechtzeitig auf die gemeinsame Reise vorbereiten und mögliche Präventionsmaßnahmen umsetzen. Eine praktische Übersicht, was wann vor Reisebeginn erledigt werden sollte, haben wir Ihnen in dieser Tabelle zusammengestellt:

Zeitplan Stand 2017

Zeit vor ReisebeginnMaßnahmen

Bei Reisen in Nicht-EU Länder: > 4-5 Monate vor Reiseantritt

Erkundigen Sie sich über Einreisebestimmungen (Botschaften) und gesundheitliche Gefahren am Urlaubsort.
Bei Reisen in Nicht-EU Länder: > 4 Monate vor Reiseantritt.Falls erforderlich und der Hund noch nicht gegen Tollwut geimpft wurde: 1. Impfung.
Bei Reisen in Nicht-EU Länder: > 3 Monate vor Reiseantritt.Antikörpernachweis nach der Tollwutimpfung – kann auch für die Wiedereinreise des Hundes aus einem Nicht-EU-Land nach Deutschland nötig sein.
> 10 WochenFalls gewünscht: Leishmaniose-Grundimmunisierung
> 21 TageSpätester Zeitpunkt für die erste Tollwutimpfung eines jungen Hundes vor Antritt einer Reise innerhalb der EU. Die Impfung muss im EU-Heimtierausweis dokumentiert werden. Die Gültigkeitsdauer des Impfschutzes ist vom Produkt abhängig und wird im Heimtierpass ausgewiesen.
2-4 WochenEntwurmen, um das Abwehrsystem des Hundes zu entlasten.
2 WochenTierarztbesuch: Gesundheitscheck, Impfstatus überprüfen lassen, ggf. impfen lassen, ggf. (Diät-)Futter kaufen oder bestellen, Zusammenstellen der Reiseapotheke inklusive der Herzwurmprophylaxe und der repellierenden Antiparasitika zum Schutz vor allen Reisekrankheiten.
Bei Reisen nach Finnland, Großbritannien, Irland, Malta, Norwegen 24–120 StundenBehandlung gegen Bandwürmer, muss tierärztlich im Heimtierausweis attestiert werden.
Wenige TageAufbringen des Repellenz (z.B. als Spot-on oder Halsband), damit es sich über die Körperoberfläche des Hundes verteilen kann.
Innerhalb der ersten 4 Wochen nach UrlaubsbeginnStart der Herzwurmprophylaxe. Diese wird monatlich wiederholt bis 30 Tage nach dem letzten Tag mit Infektionsrisiko.



Wenn Sie in ein Nicht-EU-Land fahren, ist auch die Wiedereinreise des Hundes nach Deutschland reglementiert. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft informiert Sie auf der folgenden Internetseite:
www.bmel.de/DE/Tier/HausUndZootiere/Heimtiere/_Texte/HeimtiereEinreiseregelung.html.


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