
Hundewelpen sind mehrfach gefährdet
Schon in den ersten Lebenswochen müssen viele Hundewelpen einiges durchmachen: Nach einer aktuellen Studie, in der Kotproben von über 21.000 Hunden in Deutschland untersucht wurden, leidet etwa jeder vierte Hundewelpe an Kokzidien. Jeder achte wies einen Befall mit dem Spulwurm Toxocara canis auf. Nicht selten treten auch Co-Infektionen unter Beteiligung beider Parasiten auf, wobei auch weitere Rundwurminfektionen eine Rolle spielen können. Der Grund für die besonders hohe Infektionsrate junger Hunde: Zum einen sind sie spezifischen Infektionsrisiken ausgesetzt, zum anderen ist ihr Immunsystem noch nicht voll ausgereift.

Spulwürmer werden oft bereits während der Trächtigkeit oder beim Säugen vom Muttertier auf den Nachwuchs übertragen. Wochenlange Wanderungen der frühen Larvenstadien des Wurmes durch den Körper der Welpen können Leber, Lunge und andere wichtige Organe der Tiere erheblich schädigen. Dann setzen sich die Würmer im Dünndarm fest und vollenden dort ihre Entwicklung zum geschlechtsreifen, Eier ausscheidenden Wurm. Es kann zu Durchfall und Erbrechen kommen. Der Spulwurm Toxocara canis stellt auch für Tierhalter und hierbei insbesondere für Kinder eine potentielle Gesundheitsgefährdung dar. Gegen Rundwürmer, zu denen u. a. Spul- und Hakenwürmer gehören, sollten Hunde ab einem Alter von zwei Wochen bis zwei Wochen nach dem Absetzen vom Muttertier (meist in der 8. bis 9. Lebenswoche) 14-tägig zusammen mit dem Muttertier behandelt werden. Hunde sollten nach dem Absetzen abhängig vom entsprechenden Infektionsrisiko grundsätzlich wenigstens alle drei Monate entwurmt werden.
Kokzidien treten häufig bereits kurze Zeit nach der Geburt auf – vor allem bei Hunden in Zuchten oder in Gruppenhaltung. Die einzelligen Parasiten werden meist als so genannte Oozysten durch das Maul aufgenommen. Sie schädigen vor allem die Darmschleimhaut, in der sie sich vermehren. Typisch ist ein dünnbreiiger Durchfall. Bei schwerem Verlauf der Erkrankung kann es in der Folge zur Beeinträchtigung des Wachstums und der Entwicklung der Welpen kommen, im Extremfall sogar zu Todesfällen. Befallene Tiere scheiden mit dem Kot infektiöse Oozysten aus, die leicht zur Ansteckung des gesamten Wurfes führen können. Nur durch eine frühzeitige Behandlung (idealerweise des gesamten Wurfes) lassen sich die Durchfallerkrankung verhindern und die Oozystenausscheidung wirkungsvoll eindämmen.
Durchfallerkrankungen beim Welpen als wichtiges Symptom eines Befalls mit Rundwürmern oder Kokzidien sollten deshalb durch den Tierarzt abgeklärt werden. Auch Gewichtsverlust, ein aufgeblähter Bauch des Welpen sowie stumpfes und struppiges Fell sind mögliche Krankheitsanzeichen. Rundwürmer und Kokzidien können durch die einmalige Gabe eines modernen Parasitenmittels vom Tierarzt wirksam behandelt werden.




