
Zecken – gefährliches Frühlingserwachen
Bitterkalt ist es diesen Winter geworden. Hoch „Dieter“ brachte sibirische Kälte nach Deutschland und bescherte uns Tiefstwerte von bis zu -20 °C. Doch wer glaubt, der strenge Frost hätte auch sein Gutes, da ihm Parasiten wie Zecken gleich haufenweise zum Opfer fallen, der irrt. Die Spinnentiere sind gegen eisige Temperaturen bestens gerüstet.
Zecken bevorzugen ein feucht-mildes Klima. Sinken die Temperaturen am Jahresende unter 6 bis 8 °C, ziehen sie sich in bodennahe Verstecke zurück. Hier, im Unterholz, verbringen sie ihre „Winterruhe“ und können, durch Erde und Laub gut isoliert, selbst härtester Witterung trotzen.

Mit Krankheitserregern infizierte Zecken überstehen Wetterextreme sogar noch besser als gesunde Artgenossen. Dies ergaben aktuelle Untersuchungen der ESCCAP. So bilden mit Anaplasma-Bakterien infizierte Schildzecken, zu denen auch der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) gehört, eine Art „Antifrostschutz-Enzym“, das sie noch widerstandsfähiger gegen die Kälte macht.
In den ersten warmen Frühlingstagen begeben sich Zecken wieder auf Beutezug. Wann genau sie auf ihre zwei- oder vierbeinigen Opfer lauern, ist je nach Art verschieden. Die in den vergangenen Jahren vermehrt in Deutschland verbreitete Bunt- oder Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) beispielsweise, ist weniger kälteempfindlich als der Holzbock und deshalb mancherorts sogar im Januar wieder unterwegs, sobald die Schneedecke verschwunden ist.
Unter den Folgen dieses gefährlichen Frühlingserwachens haben besonders Hunde zu leiden. Beim Spaziergang im Wald oder Spielen auf Wiesen streifen sie die blutsaugenden Parasiten von Gräsern und Büschen ab. Bereits ein einziger Stich einer infizierten Zecke kann ausreichen, den Hund mit gefährlichen Erregern (z. B. Borreliose oder Babesiose) zu infizieren. Verhindern lässt sich eine Übertragung unter Umständen durch rasches Entfernen der Parasiten – idealerweise innerhalb von 24 Stunden nach Beginn ihrer Blutmahlzeit (siehe Infokasten). In jedem Fall ist es aber besser, das Tier vorbeugend vor Zeckenbefall mit einem repellierenden und abtötenden Mittel zu schützen.
Der Schutz vor den gierigen Blutsaugern sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen. Mit dem innovativen Polymermatrix-Halsband Seresto® steht Hundebesitzern seit neuestem eine bequeme Alternative zur monatlichen Spot-on-Behandlung zur Verfügung. Das Halsband mit Langzeitwirkung schützt Hunde bis zu acht Monate vor Zecken- und Flohattacken. Neben einer abtötenden Wirkung verfügt Seresto® über repellierende Eigenschaften – Zecken werden abgewehrt und dadurch am Zustechen gehindert. Auf diese Weise wird das Risiko einer Erregerübertragung indirekt verringert. Seresto® ist beim Tierarzt erhältlich.
Infokasten: Zecken werden durchschnittlich erst drei Tage nach Beginn ihrer Blutmahlzeit von Hundehaltern auf ihren Vierbeinern entdeckt. Zu diesem Ergebnis gelangten Forscher der Klinik und Poliklinik für kleine Haustiere und des Institutes für Parasitologie und Tropenveterinärmedizin der Freien Universität Berlin. Problematisch ist das Untersuchungsergebnis vor allem, weil die Wahrscheinlichkeit einer durch Zecken übertragenen Infektion mit der Dauer ihrer Blutmahlzeit zunimmt. |




