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„Fuchsbandwurm-Schleuder“ Hund

Dem Fuchs geht es gut in Deutschland. Jäger schätzen, dass sich heute drei- bis viermal mehr Füchse auf Bundesebene tummeln als noch vor 30 Jahren (JÄGER – Zeitschrift für das Jagdrevier, 10/2011). Und diese Füchse leben nicht nur in Wald und Feld. Sie haben inzwischen auch den Lebensraum Stadt erfolgreich für sich erobert. Dort finden sie teilweise paradiesische Verhältnisse vor: Futter im Überfluss, vielfältige Schlafplätze und wenig natürliche Feinde. Somit können in Ballungsräumen 10 bis 15 Füchse pro Quadratkilometer leben, während die Tiere auf dem Land Streifgebiete von mehreren hundert Hektar benötigen.

Fuechse

Für Hunde- und mit Einschränkungen auch für Katzenhalter bedeutet das: Für ihre Tiere und auch für sie selbst steigt das Risiko, in Kontakt mit dem Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) zu kommen. Dieser lebt normalerweise im Darm seines namensgebenden Wirtes. Die mit dem Kot des Fuchses ausgeschiedenen Wurmeier (bis zu 100.000 pro Tag) werden z. B. von Nagetieren wie Mäusen aufgenommen. Aus den Eiern entwickeln sich Larven, die in die Leber der kleinen Zwischenwirte gelangen. Möglicherweise schwächt dies die Mäuse so stark, dass sie leichtere Beute für Füchse und andere Raubtiere werden. Die mit dem Zwischenwirt beim Fressen aufgenommenen Larvenstadien entwickeln sich im Raubtier nun wieder zu eiausscheidenden erwachsenen Fuchsbandwürmern. Der Kreislauf beginnt aufs Neue.

Erwischen nun statt des Fuchses Hund oder Katze eine infizierte Maus, werden sie ebenfalls zu Bandwurmwirten. Das Risiko wächst, je mehr Füchse es in der Umgebung gibt. Infizierte Hunde und Katzen zeigen in der Regel selbst keine Krankheitssymptome, können aber Ansteckungsquelle für den Menschen sein. Als „echte Fuchsbandwurm-Schleudern“ bezeichnet der Würzburger Immunologe Klaus Brehm Hunde, die Mäuse fressen und dann in die Wohnung kommen (SPIEGEL ONLINE, 7. Juni 2009).

Fuchsbandwurmeier, die der Vierbeiner ausscheidet, können im Fell kleben bleiben und beim Streicheln an die Hände des Tierhalters gelangen. Von dort ist der Weg bis zur unbeabsichtigten Aufnahme durch den Mund kurz. Der Mensch kann in diesem ungünstigen Fall an die Stelle des Zwischenwirtes rutschen und sehr stark erkranken.

Alveoläre Echinokokkose heißt die Fuchsbandwurmkrankheit beim Menschen. Die über den Mund aufgenommenen Eier des Fuchsbandwurms entwickeln sich im Darm des Menschen zu Wurmlarven, die dann in die Leber einwandern und diese nach und nach zerstören. Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich verlaufen. Meist müssen die Betroffenen bis an ihr Lebensende Medikamente einnehmen. Seit dem Jahr 2000 ist die Erkrankung in Deutschland meldepflichtig. Jährlich werden durchschnittlich 17 neue Fälle beim Robert-Koch-Institut (RKI) registriert, doch die Dunkelziffer dürfte deutlich größer sein. Menschen, die in der Landwirtschaft tätig sind oder Umgang mit Hunden haben, besitzen nach Angaben des RKI ein erhöhtes Infektionsrisiko (RKI, Epidemiologisches Bulletin 15/2006).

Andere Bandwürmer unserer kleinen Haustiere sind weniger gefährlich für den Menschen, aber trotzdem nicht gerne im Haus gesehen: Dazu gehört der Gurkenkernbandwurm, den Hunde wie Katzen beim Zerbeißen und Verschlucken von infizierten Flöhen aufnehmen können.
Neben gründlichem Händewaschen nach dem Kontakt mit dem Haustier schützt vor allem eine regelmäßige Bandwurmkur vor der Übertragung auf den Menschen. Freilaufende, jagende Vierbeiner sollten monatlich behandelt werden, um die Ausscheidung von Bandwurmeiern im Haus ausschließen zu können. Auch ein vorangegangener Flohbefall ist ein Grund für eine Wurmkur gegen Bandwürmer. Geeignet dafür sind Entwurmungsmittel vom Tierarzt, die z. B. mit einer einzigen Verabreichung alle relevanten Rund- und Bandwürmer bekämpfen, oder spezielle Bandwurmpräparate aus der Apotheke, wie Droncit®.


 

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