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Forschungsthema Flohbefall: Auf den richtigen Schutz kommt es an

Über Flöhe, insbesondere den Katzenfloh (Ctenocephalides felis), ist bereits vieles bekannt. Schließlich peinigt das blutdürstige Insekt –  anders als sein Name vermuten lässt – Katzen wie Hunde und kann auch Menschen befallen. Nur auf Basis genauer Kenntnis der Biologie des winzigen Parasiten konnten in den vergangenen Jahrzehnten wirksame Flohschutzmittel entwickelt werden. Eine effektive Anwendung dieser Mittel ist wichtig für den Schutz von Mensch und Tier.

110825_hund_kratzendDie Folgen von Flohstichen bei Hund und Katze sind häufig nicht nur Juckreiz und Hautallergien, sondern auch gefährliche Krankheiten, die z. T. auch auf Menschen übertragbar sein können. So sind Flöhe beispielsweise Überträger des Gurkenkernbandwurms. Wichtig zu wissen ist für Tierhalter auch: Nur ca. 5 Prozent der Flöhe halten sich am Tier selbst auf, 95 Prozent der Parasiten befinden sich in Form von Eiern, Larven und Puppen in der Umgebung des Haustieres. Deshalb sollte nicht nur das befallene Tier selbst, sondern auch seine Lieblingsplätze in der Wohnung, wie der Schlafplatz, Polster oder Teppiche behandelt werden.

Spannende Forschungserkenntnisse zum Thema Flohbefall, die auch Tierhalter interessieren dürften, wurden im Rahmen einer veterinärmedizinischen Studie veröffentlicht (1). Wie häufig und wie stark werden Hunde bzw. Katzen befallen? Zu welcher Jahreszeit? Wie wurde der Befall bemerkt? Antworten auf Fragen dieser Art wurden in der Studie an insgesamt 645 Hunden und 623 Katzen aus vier Tierarztpraxen im Raum Leipzig gesucht.

Hier einige praxisrelevante Ergebnisse der Arbeit:

Die häufigste Flohart der in Leipzig untersuchten Hunde und Katzen war der  Katzenfloh (Hunde: 84,2 Prozent; Katzen: 97,5 Prozent).

Flohbefall tritt das ganze Jahr über auf:

  • Über den Untersuchungszeitraum von einem Jahr wurde bei durchschnittlich 5,6 Prozent der Hunde ein Flohbefall nachgewiesen. Die monatlichen Schwankungen waren dabei jedoch erheblich: die Werte waren im Juli, August und Oktober mit über 10 Prozent am höchsten, aber auch im Winter wurde häufig Flohbefall nachgewiesen.
  • Bei den untersuchten Katzen ergab sich sogar ein jährlicher Durchschnittswert von 16,1 Prozent befallener Tiere. Hier lag das Minimum mit 5,9 Prozent im Januar, das Maximum mit 35,4 Prozent im Juli.


Tiere in der Stadt und auf dem Land waren annähernd gleich stark betroffen.

Der Großteil (76,2 Prozent) der Tierbesitzer hatte den Flohbefall bei seinem Vierbeiner nicht bemerkt. Die Besitzer, die den Flohbefall bemerkt hatten, wurden vor allem durch Juckreiz bei ihrem Tier aufmerksam (12,3 Prozent). 8,7 Prozent der Besitzer stellten den Flohbefall durch den Nachweis von Flöhen am Tier fest.

Wird ein Flohbefall festgestellt, sollte ein geeignetes Parasitenmittel eingesetzt werden. Entscheidend für eine erfolgreiche Flohbekämpfung ist dabei insbesondere die vorschriftsmäßige Anwendung durch den Tierhalter. So muss beispielsweise beim Einsatz eines so genannten Spot-on Präparats darauf geachtet werden, dass das Mittel direkt auf die Haut und nicht lediglich ins Fell appliziert wird, damit eine gute Wirksamkeit erreicht werden kann. Wichtig ist außerdem, dass die Tierhalter das Präparat in geeigneten zeitlichen Abständen anwenden, so wie sie vom Hersteller oder Tierarzt empfohlen werden.

Wer Flöhe von seinem Haustier und aus seiner Wohnung fernhalten möchte, sollte deshalb unbedingt ein wirksames Parasitenmittel wählen, die Herstellerempfehlungen für die Anwendung sorgfältig beachten und auch an eine Umgebungsbehandlung denken, um die Entwicklung neuer Flohgenerationen von Anfang an konsequent zu stoppen. 

Quelle:
(1) Boch, K.: Epidemiologische Untersuchungen zum Flohbefall bei Hunden und Katzen im Raum Leipzig. Inaugural-Dissertation zur Erlangung der tiermedizinischen Doktorwürde der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. München 2008


 

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