
Wenn Hunde alt werden
Nicht nur Menschen leiden an Altersbeschwerden. Auch das Leben unserer Haustiere wird mit den Jahren mühsamer. In der Regel nimmt die Leistungsfähigkeit ab, gesundheitliche Probleme nehmen zu. Doch der menschliche Partner kann viel dafür tun, seinem Vierbeiner möglichst lange ein Maximum an Lebensqualität zu erhalten.

Bei Hunden ist der Zeitpunkt des Alterns sehr stark rasse- und größenabhängig. Kleine Hunde werden normalerweise älter als große Hunde. Ist zum Beispiel ein Jack Russel Terrier mit zehn Jahren häufig noch fit und agil, lebt eine Dogge oft nur sieben oder acht Jahre. Im Verhältnis zur Lebenserwartung und unter Berücksichtigung der Krankheitsanfälligkeit gelten große Hunde ab einem Alter von sechs Jahren als Senioren, mittelgroße Hunde ab sieben Jahren und Zwergrassen ab neun Jahren.
Die Lebenserwartung von Hunden ist in den letzten zwei Jahrzehnten von durchschnittlich 9,5 auf 11,6 Jahre gestiegen. Verbesserte Haltungsbedingungen, verbesserte Ernährung und verbesserte medizinische Betreuung dürften hierzu beigetragen haben.
Selbst wenn der Hund im Großen und Ganzen gesund bleibt, treten individuell sehr unterschiedliche altersbedingte Veränderungen auf. Die meisten Tiere werden ruhiger und schlafen mehr. Oft lassen Sehfähigkeit und Gehörsinn nach. Das kann – muss aber nicht – die Ursache dafür sein, dass manche Tiersenioren auch ihr Verhalten ändern. Sie werden eigensinnig, stur und unfolgsam – als hätten sie früher erlerntes Verhalten vergessen.
Viele ältere Hunde gehen nach längerem Liegen zunächst etwas staksig, sie müssen sich „einlaufen“. Oder sie lahmen sogar aufgrund einer Arthrose. Zur Unterstützung der Gelenkfitness können Ergänzungsfuttermittel eingesetzt werden. Hier haben sich Inhaltsstoffe wie z. B. Teufelskralle, Neuseeländische Grüne Lippenmuschel und Brennnessel bewährt.

Wichtig ist auch die Mundhygiene. Denn die Neigung zu Zahnbelägen nimmt mit dem Alter zu. Werden erste weiche Zahnbeläge nicht regelmäßig entfernt, verhärten sie sich zu Zahnstein. Und dieser kann schmerzhafte Zahnfleischentzündungen bis hin zum Verlust von Zähnen verursachen. Deutliche Anzeichen sind gelbe Zähne, Zahnbelag, stark gerötetes Zahnfleisch und Mundgeruch. Mit Zähneputzen, der Gabe spezieller zahnreinigender Kaustreifen und dem Einsatz spezieller Trockenfuttermittel lässt sich dem entgegenwirken.
Generell gilt für die Ernährung alter Tiere: Die Energiezufuhr muss dem Energiebedarf angepasst werden. Empfehlenswert sind spezielle Seniorenfuttermittel, die energiearm, aber mit wichtigen Nährstoffen angereichert sind.
Um typische altersbedingte Organerkrankungen – wie die bei Hunden häufigen Herzerkrankungen, Diabetes mellitus oder Niereninsuffizienz – frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, sollte ein älteres Tier (entsprechend der Seniorendefinition von oben) mindestens einmal im Jahr zur Vorsorgeuntersuchung beim Tierarzt vorgestellt werden.
Prinzipiell erfordert der Umgang mit einem alten Tier viel Verständnis für Schrullen und Schwächen, Aufmerksamkeit für Beschwerden und Bedürfnisse sowie Extrazuwendung in vernünftigem Maße.




