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Mit haarlosen Stellen fängt es an

tt_januar_2011_unterseiteIm November vergangenen Jahres hatten wir an dieser Stelle Hauterkrankungen durch Milben vorgestellt, die bei Hund und Katze zu schier unerträglichem Juckreiz führen. Bei der Demodikose , einer mitunter schweren Hauterkrankung, die ebenfalls durch Milben hervorgerufen wird, ist manches anders, nicht nur der häufig fehlende Juckreiz.

Im Gegensatz zu Ohrmilben oder Räudemilben sind Haarbalgmilben
(= Demodex-Milben) in sehr geringer Anzahl natürliche Hautbewohner von Hunden. Sie werden schon in den ersten Lebenstagen von der säugenden Mutter auf den Welpen übertragen und normalerweise toleriert.

Haarbalgmilben haben einen zigarrenförmigen, etwa 0,3 Millimeter langen Körper mit stummelartigen Beinen und dringen entlang den Haarbälgen tief in die Haut ihrer Wirte ein. Sie verbringen dort ihre gesamte Entwicklung und ernähren sich vom Sekret der Haarbalgdrüsen. Außerhalb sind sie praktisch nicht überlebensfähig. Deshalb besteht auch kaum eine Ansteckungsgefahr über freie Milben aus der Umwelt.

Zum Problem werden Haarbalgmilben erst, wenn sie sich plötzlich stark vermehren. Als möglicher Auslöser gilt eine Schwächung der körpereigenen Abwehrkräfte, z.B. durch schlechte Haltungs- und Fütterungsbedingungen, Verwurmung oder Krankheiten. Auch angeborene Immunschwächen können zum Ausbruch der Demodikose führen. 

Besonders häufig sind junge Hunde betroffen. Sie zeigen zu Beginn der Krankheit Haarausfall an Stellen, die beim Saugen in Kontakt mit dem Muttertier kamen, also vor allem an der Oberlippe, den Augenlidern, dem Nasenrücken, der Stirn und den Ohren. Die Haarlosigkeit und Schuppenbildung kann sich in der Folge auf Hals, Brust, Bauch und Schenkelfalten ausbreiten. Es kommt bisweilen zusätzlich zu bakteriellen Sekundärinfektionen.

Oft treten die Symptome erst nach Absetzen vom Muttertier auf – meist im Alter von drei Monaten bis eineinhalb Jahren. Bleibt die Haarlosigkeit auf wenige Stelle beschränkt (lokalisierte Form der Demodikose), kann sie unter Umständen spontan ausheilen. Ein Tierarztbesuch ist in jedem Fall dringend zu empfehlen.

Denn wenn sich die Krankheit großflächig über den Körper ausbreitet (generalisierte Demodikose), kann sie im Extremfall sogar tödlich enden. Besonders bei älteren, immunschwachen Tieren kommt es zu dieser Form der Erkrankung. Hier treten neben Haarlosigkeit unterschiedlichste Hautveränderungen wie Rötungen, Ekzeme, Pusteln etc. auf. In diesem Stadium kann dann durch Sekundärinfektionen auch Juckreiz entstehen.

Die Behandlung ist z.T. langwierig, inzwischen durch Spot-on-Präparate allerdings gut handhabbar. Wichtig ist es, bei Hautveränderungen wie Haarausfall frühzeitig den Tierarzt aufzusuchen und die Krankheit abklären zu lassen. Auch sollten an Demodikose erkrankte Tiere nicht zur Zucht verwendet werden: Hündinnen wegen der Ansteckungsgefahr hinsichtlich der Welpen und vor allem weil eine erbliche Komponente bei der Demodikose besteht. 


 

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