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Entwurmung mit System

tt_unterseite_nov_2010 Spulwürmer in Sandkästen und auf Hundewiesen, Bandwürmer in Flöhen und Mäusen und immer mehr Lungenwürmer in Schnecken: Es gibt viele Wurmarten, die unseren Vierbeinern auf unterschiedlichsten Wegen zu nahe kommen können – mit unangenehmen Folgen für Haustier und Mensch. Für die meisten Hunde- und Katzenhalter in Deutschland ist die regelmäßige Entwurmung ihres Vierbeiners daher eine Selbstverständlichkeit. Doch was genau ist „regelmäßig“? Experten schätzen, dass Vierbeiner im Durchschnitt nur bis zu 1,3 mal pro Jahr entwurmt werden. Abgesehen von Hunden und Katzen, die keinen freien Auslauf und keinen Kontakt zu Artgenossen haben, sind jedoch mindestens vier Behandlungen pro Jahr zu empfehlen – für besonders gefährdete Tiere sogar bis zu zwölf Behandlungen. Alternativ könnten Kotuntersuchungen vorgenommen werden.

Das europäische Expertengremium ESCCAP (European Scientific Counsel Companion Animal Parasites) empfiehlt Tierhaltern, die Entwurmungshäufigkeit nach dem individuellen Infektionsrisiko des Vierbeiners zu richten. Dieses hängt von Alter, Haltung, Ernährung und Nutzung des Vierbeiners ab. Als Risikofaktoren gelten vor allem der unbeaufsichtigte Auslauf sowie der Kontakt mit anderen Tieren (z.B. in Zwingern, Zuchten oder Tierheimen). Aber auch Jagdhunde sowie Tiere, die häufig wilde Nagetiere oder Aas verzehren, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich mit Würmern zu infizieren.

Mäuse z.B. stellen ein mögliches Wirtstier für Bandwürmer dar. Fressen Hunde oder Katzen befallene Mäuse, besteht jedoch nicht nur die Gefahr einer Infektion für die Vierbeiner selbst. Wurmteile, die mit dem Kot ausgeschieden und im Fell der Vierbeiner hängen bleiben, können beim Schmusen auch vom Menschen aufgenommen werden. Für ihn kann eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm sogar tödlich enden. Wer sich und seinen oft unbeaufsichtigt laufenden Vierbeiner vor dem Fuchsbandwurm schützen möchte, sollte diesen monatlich gegen Bandwürmer behandeln oder eine Kotuntersuchung vornehmen lassen.

Eine ebenso häufige Entwurmung ist auch gegen Spulwürmer sinnvoll, wenn ein enger Kontakt zwischen Haustier und Mensch besteht, das gilt besonders für Kleinkinder. „Hunde- und Katzenhalter sollten im Gespräch mit dem Tierarzt das individuelle Wurmrisiko ihres Vierbeiners ermitteln und die geeigneten Maßnahmen besprechen“, so der ESCCAP-Vorsitzender Prof. Dr. Thomas Schnieder. Ist dies nicht möglich oder erwünscht, bieten vier Entwurmungen oder Kotuntersuchungen pro Jahr einen guten Richtwert. Für Welpen sowie trächtige und säugende Tiere gibt es spezielle Entwurmungsempfehlungen.

Mit Spulwurmeiern kommen Hund und Katze vor allem durch das Schnuppern am Kot anderer Tiere in Kontakt. Nimmt der Mensch beim Schmusen mit dem Haustier Eier bestimmter Spulwurmarten auf, können deren Larven Nervenbahnen, Auge und/oder Gehirn schädigen. Bei monatlicher Entwurmung lässt sich das Ausscheiden von Spulwurmeiern bei Hund und Katze wirksam eindämmen.

Laut unserem Sprechstunden-Experten Dr. Stefan Pachnicke sind Wurmkuren ideal, die nicht nur die ausgewachsenen Würmer im Darm des Vierbeiners, sondern auch die Larvenstadien dieser Würmer bekämpfen. So könnten bei Hund und Katze Organschäden durch Wanderlarven verhindert werden.


 

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