Parasitenfrei
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Fragen und Antworten

„Bei unserem 3-jährigen Hund wurde der Lungenwurm Crenosoma vulpis nachgewiesen. Ist der Wurm durch den Hund auch auf uns Menschen übertragbar?"

Dr. Stefan Pachnicke: Infektionen mit dem Lungenwurm Crenosoma vulpis sind in den letzten Jahren häufiger in bestimmten Gebieten Deutschlands, gerade auch in Ihrem Bundesland Nordrheinwestfalen, beobachtet worden. Es war sinnvoll, den Erreger bei Ihrem Hund sicher diagnostizieren zu lassen, um das Tier gezielt gegen Lungenwürmer behandeln zu können. Die Symptome, die durch Crenosoma vulpis hervorgerufen werden, betreffen schwerpunktmäßig die Lunge des Hundes, so dass Husten, Nasenausfluss und eventuell Schweratmigkeit oder ähnliches beobachtet werden können. Vielleicht ist Ihr Tier konditionell momentan auch nicht so belastbar wie sonst.

Die Infektion des Hundes geschieht durch die Aufnahme von Schnecken, die sogenannte Zwischenwirte des Lungenwurms sind. Der Zugang zu Schnecken, z.B. durch Spielzeug, das draußen gelagert war oder etwa Trinknäpfe von draußen, sollte kontrolliert werden, um das Infektionsrisiko zu minimieren.

Da Ihr Hund schon infiziert ist, kann er mit einem gegen Lungenwürmer wirksamen Präparat behandelt werden, das Ihr Tierarzt dem Hund verordnen kann. Sinnvollerweise sollte die Genesung Ihres Tieres ca. nach vier Wochen kontrolliert werden. Übrigens wird die Erkrankung häufig bei jüngeren Tieren, tendenziell bis zu einem Alter von etwa zwei Jahren, gehäuft festgestellt. Ihr Hund fällt also mit seinen drei Jahren beinahe auch noch in diese Altersstruktur.

Ihre Sorgen bezüglich eines Ansteckungsrisikos für Sie selbst kann ich Ihnen weitestgehend nehmen. Dieser Parasit befällt zum einen fast ausschließlich Hunde bzw. hundeartige Tiere (wie z.B. Füchse) und braucht zum anderen für die Übertragung einen Zwischenwirt, eine Schnecke. Sofern Sie also keinen Kontakt zu Schnecken (durch Verschlucken) haben, ist eine Ansteckung kaum möglich.   

Nina U., Schöningen:
„Mein erstes Haustier, eine kleine Katze, hat leider mit einem Flohbefall zu kämpfen. Wie kann ich diese Parasiten wirkungsvoll und langfristig bekämpfen?“

Dr. Stefan Pachnicke: Katzen können sehr leicht Flöhe bekommen, wenn sie nicht dauerhaft davor geschützt werden. Sie bekommen diese Parasiten von anderen Tieren, die verfloht sind sowie von Freigängerkatzen, die sie z.B. aus Igel- oder Vogelnestern mitbringen oder einfach aus sonstiger unbehandelter Umgebung.

Wenn Ihre Katze also viel im Freien ist und häufig Kontakt zu anderen Tieren hat, ist es ratsam, sie dauerhaft mit einem wirksamen Flohmittel zu schützen, welches Flöhe schnell und effektiv abtötet. Ein solches Mittel ist Advantage® für Katzen, das als sogenanntes Spot-on-Präparat einfach auf den Nacken Ihres Tieres getropft wird und das Tier 4 Wochen lang vor Flohbefall schützt. Bitte beachten Sie, alle anderen im Haushalt befindlichen Vierbeiner ebenfalls zu schützen, da sich die Tiere sonst immer wieder gegenseitig anstecken können und eine stabile Flohpopulation in der Umgebung aufgebaut wird.

Wenn Sie die Umgebung des Tieres behandeln möchten, weil Sie bereits in der Wohnung Flöhe entdeckt haben, so stehen Ihnen auch hier verschiedene Präparate zur Verfügung. Aus der Bolfo®-Reihe können sie z.B. den Bolfo®-Fogger, einen Flohmittel-Vernebler, einsetzen, um ganze Räume zu entflohen. Für die gezielte Anwendung, z.B. an der Schlafstätte oder am Körbchen Ihrer Katze, können Sie gut das Bolfo®-Umgebungsspray einsetzen. Bitte beachten Sie hierbei jedoch, dass es sich um eine Umgebungsbehandlung des Tieres handelt und dass die Katze selber nicht eingesprüht werden soll.

Neben www.parasitenfrei.de erhalten Sie weitere nützliche Informationen unter:

www.advantage.info
www.dreifachschutz.de
www.parasiten.bayervital.de
www.wurmfrei.de

 

„Unser Kater leidet seit einiger Zeit unter einem starken Juckreiz an den Ohren und an der Nase. Zudem beißt er sich ab und zu in die Pfoten. Eine Kur mit einem Anti-Zecken- und Anti-Floh-Mittel hat nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Was könnte noch die Ursache für den Juckreiz sein und was können wir dagegen tun?“

Dr. Regina Thomas: Starker Juckreiz ist äußerst unangenehm für unsere Tiere und führt sehr schnell durch vermehrtes Belecken und Bekratzen der juckenden Hautarreale zu Verletzungen und nachfolgender Besiedelung mit Bakterien. Rasch entwickeln sich dadurch eitrige Hautentzündungen.

Die Ursachen, die bei Tieren Juckreiz hervorrufen, sind vielfältig. Parasiten, wie zum Beispiel Flöhe, sind häufige Plagegeister. Bei Flohbefall jucken sich die Tiere vornehmlich an den "Lieblingsplätzen" der Flöhe am Körper der Tiere, nämlich Hals-, Unterbauch- und hinterer Rückenbereich. Dass die Anwendung eines Anti-Floh-Mittels keinen Erfolg gebracht hat, spricht gegen das Vorliegen eines Flohbefalls.

Anhand Ihrer Beschreibung der Symptomatik könnte unter Umständen jedoch ein Befall mit Milben vorliegen. Die sogenannte Kopfräude der Katze wird durch eine sehr ansteckende Milbe hervorgerufen. Ebenfalls könnte eine Ohrräude vorliegen, die durch eine andere Milbenart verursacht wird. Ihr Tierarzt kann ihrem Tier bei Vorliegen eines solchen Befalles ein geeignetes Mittel verabreichen. Allerdings sind die Pfoten bei diesen Milben eher nicht betroffen.

Eine weitere Milbenart, die sich bevorzugt im Gesichtsbereich und im Pfotenbereich niederlässt, ist die Herbstgrasmilbe. Diese Milbe ist jedoch so groß, dass man sie mit bloßem Auge als orangerote Pünktchen leicht erkennen kann.

Hautareale, die nur schwach oder gar nicht von Fell geschützt sind (Ohren, Nase, Pfoten), sind vom Juckreiz betroffen. Daher stellt sich mir auch die Frage, ob Ihr Kater möglicherweise draußen oder auch in der Wohnung mit hautreizenden Substanzen in Kontakt gekommen ist. Beispiele hierfür wären: Düngemittel, Reinigungsmittel, vielleicht auch neues Katzenstreu, das er nicht verträgt. Auch bei allergischen Reaktionen sind häufig die von Ihnen beschriebenen Körperpartien betroffen. In Betracht zu ziehen sind dabei sowohl Kontaktallergien als auch Futtermittelallergien.

Bitte prüfen Sie, ob Ihr Kater vielleicht mit einer reizenden Substanz in Kontakt gekommen ist, entfernen Sie diese – wenn möglich – und waschen die juckenden Hautpartien vorsichtig einfach mit lauwarmem Wasser ab.

Kontrollieren Sie, ob Ihr Kater in der letzten Zeit andere Futtermittel (auch Leckerchen berücksichtigen!) erhalten hat. Sollte der Juckreiz nicht nachlassen, ist der Gang zum Tierarzt unumgänglich. Spezielle Haut- und Blutproben können erforderlich sein, um eine exakte Diagnose zu stellen. Wie oben bereits erwähnt, sollte der Juckreiz möglichst schnell bekämpft werden, um bakterielle Folgeerkrankungen zu verhindern.

 

Silvia R., Nürnberg:
„Ich habe zwei Hunde, die sich viel im Freien bewegen und dementsprechend mit vielen Zecken behaftet sind. Leider ist das Entfernen dieser Parasiten sehr schwierig, da meine Hunde nicht still halten. Gibt es einfache und bewährte Haushaltsmittel, mit denen ich meine Hunde wirkungsvoll vor Zecken schützen kann?“

Dr. Regina Thomas: Während ein Zeckenbefall bei einem Menschen oft sehr ernst genommen wird, und der Betroffene häufig damit sogar einen Arzt aufsucht, wird der Zeckenbefall bei Hunden meist nur als lästig und störend empfunden. Aber Zecken können auch auf Hunde bei ihrem Blutmahl gefährliche bis sogar lebensbedrohliche Krankheitserreger übertragen. Daher ist es gefährlich, einen Zeckenbefall zu verharmlosen.

Einen zuverlässigen Schutz vor solchen durch Zecken übertragenen Erkrankungen erzielen Sie nur mit speziellen Tierarzneimitteln, die Zecken nicht nur abtöten, sondern sie schon vor dem Stich abschrecken. Präparate, die diese "Abwehrwirkung" haben, sind sehr wichtig, denn wenn die Zecken frühzeitig abgeschreckt werden, kommt es erst gar nicht zur Übertragung von Krankheitserregern. Diese Abwehrwirkung bezeichnet man auch als "Repellent-Effekt".

Haushaltsmittel, wie die Anwendung von ätherischen Ölen oder die Verabreichung von Knoblauch o.ä. wirken meist unzuverlässig oder häufig gar nicht. Unangenehme Nebenwirkungen können hier ebenfalls auftreten. Ätherische Öle z.B. können die Schleimhäute reizen und Allergien auslösen. Die Anwendung bei Katzen kann sogar zu gefährlichen Vergiftungen führen!

Nur bei zugelassenen Tierarzneimitteln ist die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit durch Studien belegt. Sehr wirkungsvoll gegen Zecken sind Spot-on Produkte, die Ihr Tierarzt für Sie bereit hält. Sie schützen Hunde außer vor Zecken auch vor Flöhen und Mücken in der Regel für die Dauer von 4 Wochen. Während der Zeckensaison sollten Sie Ihre Hunde unbedingt mit solchen Produkten schützen. Als Gesundheitsvorsorge hat zuverlässiger Zeckenschutz die gleiche Wertigkeit wie die regelmäßigen Impfungen, die Sie sicherlich bei Ihren Hunden durchführen lassen.

 

„Unser Retriever hustet seit einigen Monaten. Der Tierarzt hat zwar Antibiotika, Spritzen und Hustensaft verabreicht, jedoch leider ohne Erfolg. Könnte unser Hund vielleicht an einem Lungenwurmbefall leiden? Wie kann ich dies testen lassen und wie steht es mit der Heilung? “

Dr. Stefan Pachnicke: Der Befall mit Lungenwürmern kommt beim Hund in der Tat häufiger vor, als man bis dato annahm. Diese werden durch den Verzehr infizierter Schnecken übertragen, die dem Parasiten als Zwischenwirt dienen. Das Bild eines hustenden Hundes kann auf eine Lungenwurminfektion hindeuten, besonders, wenn vielleicht auch weitere Anzeichen wie etwa Blutungen (z.B. Nasenbluten) beobachtet werden. Gerade weil die antibiotische Therapie nicht anschlug, würde ich Ihnen empfehlen, auf einen möglichen Befall mit Lungenwürmern testen zu lassen.

Ihr Tierarzt wird Sie dazu gerne näher beraten. Wichtig ist, die Larven, also den Nachwuchs des Lungenwurms, im Kot des erkrankten Hundes nachzuweisen. Hierfür werden Kotproben (an drei aufeinander folgenden Tagen) gesammelt und mittels eines speziellen Verfahrens auf das eventuelle Vorhandensein der Larven untersucht. Es ist wichtig, dass Ihr Hund bei einem Lungenwurmbefall die entsprechende Behandlung erhält. Unbehandelt kann diese ernstzunehmende Infektion tödlich enden.

Die Heilungschancen sind bei rechtzeitiger Behandlung jedoch als gut einzustufen. Ihr Tierarzt kann Ihnen ein geeignetes Spot-on Präparat für Ihren Hund verschreiben.

 

Alexandra S., Köln:
„Mein Hund hat schon superlange Flöhe – Egal was ich mache, die Parasiten bleiben!“

Dr. Stefan Pachnicke: Bei Flohbefall ist es sehr wichtig, auch die Umgebung mit zu behandeln. 95% der Flohpopulation befinden sich in der Umgebung in Form von Puppen, Larven und Eiern und nicht auf dem Hund. Bitte benutzen Sie ein Umgebungsspray oder einen Fogger, z.B. Bolfo®, parallel zu gründlichem Staubsaugen (vernichten sie den Beutel nach dem Saugen). Sie sollten Decken von Ihrem Tier bei mind. 60°C waschen oder auch einfrieren. Dazu muss auch das Tier natürlich behandelt werden, beispielsweise mit Advantage®.

 

Wir haben ein Kleinkind und eine Tochter (5 J.), die nach einer Nierentransplantation immunsupprimiert ist. Nach Rücksprache mit den Ärzten haben wir vor kurzem einen Hund (ca. 2 J.) aus der Slowakei bei uns aufgenommen, der alle Standard-Impfungen hat und einen gesunden Eindruck macht. Sollten wir unseren Hund dennoch auf „Reisekrankheiten“ testen lassen?

Dr. Regina Thomas: Hunde, die aus dem Ausland zu uns nach Deutschland importiert werden, können mit verschiedenen Krankheitskeimen infiziert sein, die hier eher nicht oder nur äußerst selten vorkommen. Zu solchen sogenannten "Reisekrankheiten" gehören die Dirofilariose der Haut und die Herzwurmerkrankung, die durch Stechmücken sowie die Babesiose und Ehrlichiose, die durch Zecken übertragen werden. Selbst wenn Ihr Hund damit infiziert ist, besteht zunächst keine unmittelbare Gefahr für Ihre Tochter. Dennoch würde ich Ihnen dringend raten, bei Ihrem Tierarzt ein sogenanntes "Reiseprofil" erstellen zu lassen und damit abzuklären, ob Ihr Hund infiziert ist. Zudem wäre es empfehlenswert, einen Test auf Leishmaniose durchzuführen. Zwar ist das Vorkommen dieser Erkrankung nicht typisch für die Slowakei, jedoch sollte gerade bei einem Haushalt mit zwei kleinen Kindern jedes Risiko diesbezüglich minimiert werden. Gerade Leishmaniose-Erreger haben bei Hunden und Menschen mit einem gestörten Immunsystem leichtes Spiel, so dass hier größere Vorsicht geboten ist.

Was unsere einheimischen Parasiten anbelangt, ist es angebracht, Hunde ganzjährig gegen Flöhe zu schützen und während der Zeckensaison, also zumindest von Frühjahr bis Spätherbst, auch gegen Zecken. Hier gibt es moderne Kombinationspräparate zum Auftropfen, die sich über die Körperoberfläche des Hundes verteilen und in der Haut einlagern. Ein solches Präparat sollte idealerweise repellierende Eigenschaften besitzen, den blutsaugenden Parasiten also schon bei kürzestem Kontakt abwehren können. Diese Schutzmaßnahmen sind in Haushalten mit Kleinkindern empfehlenswert.

Verwurmte Hunde können eine direkte Gefahr besonders für Kleinkinder darstellen, denn es gibt Würmer bei Hunden, die auf den Menschen übertragen werden können. Mittlerweile verfügen wir jedoch über gut verträgliche und sicher wirkende Wurmkuren, so dass man dieses Risiko sehr gut beherrschen kann. Während generell die Empfehlung gilt, Hunde 4x jährlich, also alle 3 Monate, zu entwurmen, wird Ihnen Ihr Tierarzt wahrscheinlich in Anbetracht Ihrer Kinder raten, Ihren Hund sogar monatlich zu entwurmen. Mit dieser Vorgehensweise ist das Übertragungsrisiko eines Wurmes vom Hund auf den Menschen äußerst gering. Ihr Tierarzt kann Sie hinsichtlich eines geeigneten Parasitenmittels gut beraten.

Sollten Sie darüber hinaus die Anschaffung einer Katze erwägen, so gibt es auch hier eine Reihe von durch Katzenparasiten übertragene bakterielle Erreger, die besonders für Kinder und immunsupprimierte Personen gefährlich sein können.


Veronika G., Raubling/Großholzhausen:
Meine Katzen suche ich öfter am Tag nach Zecken ab. Wenn ich eine entdecke, wird sie sofort entfernt. Stimmt es, dass wenn eine Zecke innerhalb von 10 Stunden entfernt wird, keine Gefahr mehr für die Katze besteht?

Dr. Regina Thomas: Zecken können bei ihrem Saugakt eine ganze Menge verschiedener Krankheitserreger übertragen, und: Die Übertragungszeiten sind für die einzelnen Krankheitserreger sehr unterschiedlich. Die meisten Krankheitserreger werden allerdings erst 24 bis 48 Stunden, nachdem sich die Zecke in der Haut verankert hat, übertragen. Eine Ausnahme sind die FSME-Viren, die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis, einer besonders für den Menschen gefährlichen Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Die Übertragung dieser Erreger kann sofort mit Beginn des Saugaktes der Zecke erfolgen.

Durch Zecken übertragene Erkrankungen wie Borreliose, Babesiose oder Anaplasmose werden in den letzten Jahren mit zunehmender Häufigkeit bei unseren Hunden diagnostiziert. Obwohl Katzen von den gleichen Zeckenarten wie Hunde befallen werden, kommt es bei ihnen vergleichsweise selten zu Erkrankungen. Nach dem heutigen Kenntnisstand wird angenommen, dass sie gegenüber den von Zecken übertragenen Krankheitserregern weniger anfällig sind.

Demzufolge ist es eher unwahrscheinlich, dass Ihre Katzen an einer durch Zecken übertragenen Infektion erkranken, insbesondere wenn Sie regelmäßig die Zecken frühzeitig entfernen.

Flöhe scheinen allerdings bei Katzen durchaus eine Rolle als Überträger von Krankheitskeimen zu spielen. Sie können nicht nur Bandwürmer, sondern auch Bakterien und möglicherweise Viren auf Katzen übertragen, die zu Erkrankungen führen können. Neben der Übertragung von Erregern können Flöhe durch Stiche auch allergische Reaktionen hervorrufen, die deutliche entzündliche Reaktionen der Haut nach sich ziehen können. Daher sollten Katzen, die Freigang haben, auf jeden Fall am besten ganzjährig gegen Flöhe geschützt werden.

 

Seit kurzem habe ich vermehrt juckende Stiche an meinem Körper. Zudem leidet mein Kater, der sich oft im Freien befindet, seit längerer Zeit an einer starken Schuppenbildung. Könnten Läuse an unserer Situation schuld sein und wenn ja, wie werde ich sie wieder los?

Dr. Stefan Pachnicke: Läuse sind beim Mensch eher auf dem Kopf zu finden als auf dem Körper. Durch eine stattfindende Sensibilisierungsreaktion können sie einen starken Juckreiz verursachen. Zwischen Mensch und Haustier findet eine Übertragung von Läusen eher nicht statt, zumal Läuse auch bei Katzen eigentlich nicht zu finden sind. Katzen können allerdings von Haarlingen befallen werden, die die beschriebene Schuppenbildung hervorrufen können.

Die genannten Symptome lassen jedoch eher auf einen Flohbefall schließen. Eine Übertragung zwischen Mensch und Tier ist bei diesem Parasiten nicht ungewöhnlich. Flöhe können durch ihren Speichel eine unangenehme Floh-Allergie-Dermatitis mit schlimmem Juckreiz verursachen und auch Bakterien übertragen. Verschluckt die Katze beim Putzen einen Floh, kann u.a. eine Bandwurminfektion drohen.

Einen Flohbefall bekämpft man auf dem Tier mit wirksamen Mitteln vom Tierarzt oder aus der Apotheke, z.B. mit Advantage®. Darüber hinaus ist eine sorgfältige Umgebungsbehandlung unerlässlich, da die meisten Flöhe in Form von Eiern, Larven und Puppen in Teppichen und dunklen Ritzen leben. Teppiche sollten daher grundsätzlich intensiv gesaugt und Decken etc. bei mind. 60°C gewaschen werden. Der Staubsaugerbeutel muss anschließend ebenfalls entsorgt werden, am besten eingefroren oder verbrannt, damit keine Floheier überleben.

 

Ich habe gehört, dass Collies bestimmte Medikamente nicht vertragen. Stimmt das?

Dr. Stefan Pachnicke: Die Bluthirnschranke bildet eine natürliche Barriere zum Schutz des Gehirns und begrenzt das Eindringen von körpereigenen (z.B. Hormone) und fremden Substanzen. Sie wird funktional wesentlich durch die Transporteigenschaften eines körpereigenen Eiweißes unterstützt, welches als MDR-1 bezeichnet wird. Bei einem MDR-1-Gendefekt wird dieses Eiweiß nicht gebildet, und die Barrierefunktion ist dadurch stark beeinträchtigt.

Dann kann es bei der Gabe bestimmter Substanzen zu neurologischen Störungen kommen. In diesem Zusammenhang spielen u.a. einige Parasiten- und Narkosemittel eine Rolle.

Bei collieartigen Hunderassen kommt dieser erbliche Gendefekt überdurchschnittlich häufig vor. Sollte Ihr Hund an diesem Gendefekt leiden, holen Sie den Rat Ihres Tierarztes ein. Ein Gentest, der bei Verdacht auf diesen Gendefekt anhand von Blut- oder Speichelproben durchgeführt werden kann, identifiziert den kranken Hund leicht und zuverlässig.

 

„Muss ich meine Katze eigentlich auch vor Zecken schützen?“

Dr. Regina Thomas: Nach heutigem Erkenntnisstand scheint für die Katze der Floh der "gefährlichere Blutsauger" zu sein: Ein Flohbefall führt nicht nur zu unangenehmem Juckreiz, Flöhe können bei ihrem Blutmahl auch gefährliche Krankheitserreger wie Bakterien und Viren übertragen. Die Katze kann sich mit Bandwürmern infizieren, wenn sie einen Floh bei ihrer täglichen Fellpflege "verputzt", und bei vielen Katzen entwickelt sich eine äußerst unangenehme Flohspeichelallergie.

Dagegen werden bei der Katze durch Zecken übertragene Krankheiten, wie Borreliose, Anaplasmose oder Babesiose, die beim Hund zu teilweise lebensbedrohlichen Erkrankungen führen können, nur äußerst selten diagnostiziert. Katzen scheinen gegenüber diesen Infektionen weniger anfällig zu sein.

Somit ist der Schutz vor einem Flohbefall für Katzen besonders wichtig. Wenn Ihre Katze sich aber häufig im Freien aufhält und von Zecken befallen wird, empfiehlt sich während der Zeckensaison im Frühjahr und im Herbst auch ein entsprechender Zeckenschutz.

 


 

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Letzte Änderung: 02. Februar 2012 Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Impressum

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