Parasitenfrei
aktuelles

Entlarvt: Das Schadenspotential der Spulwurmlarve

tt_09_1112_170x200 Wer denkt, dass nur die ausgewachsenen, bis zu 20 Zentimeter langen Spulwürmer Schaden im Tier anrichten können, der irrt: Wie Parasitologen der Tierärztlichen Hochschule Hannover (THH) zeigen konnten, sind die deutlich weniger als einen Millimeter kleinen Spulwurmlarven die größten Übeltäter. Gelangen sie, allerdings zu diesem Zeitpunkt noch im Ei befindlich, durch Aufschnuppern oder Lecken in den Darm eines Hundes, beginnt eine wochenlange Wanderung durch Bellos Körper, die viele Organe in Mitleidenschaft ziehen kann.

Der Spulwurm ist der häufigste Wurmparasit des Hundes in Deutschland. Seine mikroskopisch kleinen Eier verteilen sich für das bloße Auge unsichtbar im Hundekot und finden sich auch an scheinbar harmlosen Orten. „Untersuchungen haben gezeigt, dass europäische Sandkästen teilweise bis zu 87 % mit infektiösen Spulwurmeiern verseucht sind“, so Prof. Dr. Thomas Schnieder von der THH. „Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass nahezu jeder Hund in seinem Leben irgendwann mit einem Spulwurmbefall zu kämpfen hat.“

Gerade auf frequentierten Hundewiesen und in städtischen Grünanlagen ist die Gefahr groß, dass Hunde beim Schnüffeln am Kot anderer Tiere Spulwurmeier, mit den darin enthaltenen Larven aufnehmen. Der Magen-Darm-Trakt, in dem die Larven schlüpfen, ist für diese kleinen Parasiten jedoch nicht die Endstation: Sie schaffen es, die Darmwand zu durchbohren und in den Blutstrom zu gelangen. Mit dem Blut werden sie dann im Körper verteilt. Sie erreichen zunächst die Leber und dann über das Herz die Lunge. Der Organismus versucht, sich gegen die Larven zu wehren und es kann zu Entzündungsreaktionen in Leber, Nieren oder Lunge kommen. Dies ist insbesondere bei jungen, sehr alten und immunschwachen Tieren der Fall.

In Hunden mit gesundem Immunsystem kontern die Eindringlinge mit der Bildung einer nahezu undurchdringlichen Schutzhülle, in der sie erstarren und auf ein geeignetes Signal warten. Sie kapseln sich in verschiedenen Geweben ab und fahren ihren Stoffwechsel in einen Ruhezustand herunter. Reaktiviert werden sie während des letzten Drittels einer Hundeträchtigkeit. Dann bewegen sie sich zur Gebärmutter und infizieren die schutzlosen Welpen. Die Infektion kann danach auch über die Muttermilch erfolgen. In Deutschland dürften die meisten neugeborenen Hunde bereits Spulwürmer in sich tragen.

In seltenen Fällen können die Larven von Spulwürmern auch den Menschen befallen und ernste Erkrankungen (Toxocarose) bis hin zur Erblindung von Kindern verursachen. Zum Schutz von Mensch und Tier sollten Hunde und Katzen deshalb mindestens alle drei Monate entwurmt werden. Bei stark gefährdeten Tieren, wie z.B. Jagdhunden oder Vierbeinern, die häufig in Kontakt mit den Exkrementen ihrer Artgenossen kommen, oder bei kleinen Kindern im Haushalt, empfehlen Experten sogar eine monatliche Wurmkur. (Ermitteln Sie das spezifische Parasitenrisiko Ihres Tieres mit dem Risiko-Check.) Wichtig dabei ist, dass das Wurmmittel nicht nur gegen die ausgewachsenen Parasiten wirkt, sondern auch die Larvenstadien bekämpft. Bei Entwurmungsmitteln, die nur die reifen Würmer beseitigen, können die übrig geblieben Larven sich rasch erneut im Darm ansiedeln, dort ihre Entwicklung vollenden und mit der Eiproduktion beginnen.


 

Copyright © Bayer AG
 Diese Seite drucken drucken
Letzte Änderung: 12. Januar 2012 Nutzungsbedingungen | Datenschutzerklärung | Impressum

SUCHE

SOCIAL BOOKMARKS

TIERGESUNDHEIT TV

youtube Besuchen Sie den YouTube-Kanal Bayer Tiergesundheit TV!

SERVICE-TOOLS