
2009 – Ein starkes oder schwaches Zeckenjahr?
Fakt ist: Wir hatten einen ungewöhnlich langen, kalten und schneereichen Winter in Deutschland. Im Gegensatz zu vorangangenen Jahren sind Mensch und Tier im Winter 2008/2009 monatelang von Zeckenangriffen verschont geblieben. Die kleinen, blutdürstigen Spinnentiere haben sich lieber in ihren bodennahen Verstecken vor der Kälte verkrochen. Die spannende Frage ist jetzt, wie viele von ihnen überlebt haben. Und auch, wie heftig der Zeckenansturm ausfällt, wenn die Überlebenden hungrig erstmals wieder auf Beutezug gehen.
Parasitenexperte Dr. Torsten Naucke aus Bonn geht trotz des langen und kalten Winters nicht generell von einem schwachen Zeckenjahr aus. So ist die in Deutschland häufigste Zecke, der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), zwar kälteempfindlich. Die Kälte ist aber vor allem dann für den Blutsauger schädlich, wenn sie mit Trockenheit verbunden ist. Eine geschlossene Schneedecke wirkt dagegen als Isolationsschicht und schützt die Zecke vor dem Erfrieren. „Da die Kältephase nach Weihnachten in vielen Teilen Deutschlands von reichlich Schnee begleitet war, der auch lange liegen blieb, dürfte der Gemeine Holzbock in diesen Regionen recht gute Überlebenschancen gehabt haben“, folgert Dr. Naucke. Die in den letzten zwanzig Jahren eingewanderte, auffällige Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) ist deutlich weniger kältempfindlich und damit auch schon früher wieder aktiv. In ihrem Fall erwartet Dr. Naucke noch weniger Auswirkungen des langen, kalten Winters.
Sobald die Temperaturen jetzt für einige Tage zweistellige Werte erreichen, wird sich zeigen, wie gut Holzbock und Auwaldzecke den Winter überstanden haben. Die Zeckensaison 2009 kann also ziemlich schlagartig starten. Hauptleidtragender wird dann wie immer der Hund sein, der sich beim Herumtollen im Unterholz und Gras mitten in der Gefahrenzone aufhält. Es ist also allerhöchste Zeit, den Zeckenschutz wieder aufzunehmen.
Wer seinem Hund nicht nur den Befall mit Zecken und anderen Blutsaugern ersparen, sondern ihn auch vor einer möglichen Krankheitsübertragung durch diese Parasiten schützen möchte, greift zu einem Mittel vom Tierarzt, das die Blutsauger nach kurzem Fellkontakt abschreckt (repelliert) und tötet, bevor sie stechen können. Wichtig ist, dass dieses Mittel sowohl gegen den Holzbock als auch gegen die Auwaldzecke wirkt, um das Risiko der Krankheitsübertragung unter anderem für Borreliose und Babesiose zu minimieren. Im Idealfall schützt das Parasitenmittel auch gegen Flöhe, Mücken und Stechfliegen und ist damit ganzjahres- und urlaubstauglich.




