
Keine Entwarnung: Haustiere müssen auch im Herbst vor Zecken und Flöhen geschützt werden
Wer glaubt, dass im Herbst die Bedrohung durch blutsaugende Parasiten abnimmt, weil es kälter wird, der irrt. Heimische Zecken erfahren in dieser Zeit einen regelrechten Aktivitätsschub und sind ähnlich gefährlich wie im Frühling. Flöhe entdecken jetzt Haustiere als perfekte Winterquartiere. Vor allem Hundebesitzer sollten sich daher um einen wirksamen Parasitenschutz bemühen.
Halten sich Zecken in heißen, trockenen Sommern eher in Bodennähe auf und attackieren dort kleine Nagetiere, lauern die blutrünstigen Spinnentiere jetzt wieder im hohen Gras und Gebüsch auf Beute. Anders als zum Beispiel Stechmücken, deren Aktivität in den Herbstmonaten langsam zurückgeht, liebt der nord- und mitteleuropäische Holzbock die feuchte, mäßig-warme Witterung und ist bis zu einer Außentemperatur von etwa 10 bis 13°C aktiv. Sein schmerzloser Stich ermöglicht es Infektionserregern wie Borreliose- und Anaplasmose-Bakterien, in die Blutbahn des Hundes zu gelangen und gefährliche Erkrankungen auszulösen. Auch die Auwaldzecke kann in Zentraleuropa bis zu einer Temperatur von sogar nur 8°C Hunde befallen. Als Überträger der Babesiose-Erreger stellt sie ein potenziell tödliches Risiko dar. Anders als der Holzbock wartet die Auwaldzecke nicht geduldig im Gebüsch, sondern bewegt sich sogar aktiv auf ihr Opfer zu.
Ein anderer Blutsauger springt im Herbst regelmäßig an die Spitze der Parasitenliste: der Floh. Die weltweit verbreitetste Art, der Katzenfloh, betrachtet der neben Katze und Hund auch den Menschen als Futterquelle. Da er ein warmes Klima bevorzugt, treiben ihn abnehmende Temperaturen dazu, seine wildlebenden Wirte zu verlassen und mit Hund oder Katze in beheizte Häuser zu ziehen. Bei Zimmertemperatur vermehren sich Flöhe rasant; ein Flohweibchen kann bis zu 50 Eier pro Tag ablegen. Schnell ist der Wohnbereich mit Eiern und den sich daraus entwickelnden Larven und Puppen verseucht. Flöhe übertragen ebenfalls Infektionserreger wie Viren oder Bakterien und können neben dem bekannten Juckreiz heftige allergische Reaktionen auslösen. Daneben wird der häufigste Bandwurm von Hund und Katze, der Gurkenkernbandwurm, durch das Verschlucken eines Flohes übertragen. Beim Schmusen mit Herrchen oder Frauchen kann dieser Darmparasit auch auf den Menschen übergehen.
Zum Glück lassen sich Zecken, Flöhe und weitere gefährliche Blutsauger wie Mücken und Stechfliegen heutzutage wirksam und unkompliziert bekämpfen. Dafür wurden moderne Parasitenmittel zum Auftropfen – sogenannte Spot-on-Produkte – entwickelt. Bestimmte Spot-on Produkte für Hunde enthalten repellierende Substanzen, die Zecken und Mücken abschrecken, bevor sie stechen können. „Wird der Stich verhindert, reduziert sich das Risiko einer nachfolgenden Übertragung von Krankheitserregern für den Hund auf ein Minimum“, erklärt Tierärztin Dr. Barbara Schäfer. Sie empfiehlt die monatliche Anwendung eines breit wirksamen Spot-on Präparates in unseren Breiten von Februar bis Oktober. Bei besonders milder Witterung oder hoher Flohaktivität ist sogar ein Ganzjahrsschutz erforderlich.




