
Wurmschutz für Stubentiger
Wer seine Katzen in der Wohnung ohne Zugang zu Garten oder Straße halten muss, rechnet meist nicht mit Gefahren durch Parasiten. Zu Unrecht, wie eine wissenschaftliche Studie beweist: Auch Stubentiger können von Spul- und Bandwürmern befallen werden und sollten daher regelmäßig entwurmt werden.
Im März dieses Jahres erschien in einem Internet-Forum für Katzenhalter folgender Eintrag: „Cherny hatte früher oft Probleme mit Spulwürmern. Er bekam Husten und hat einmal sogar die Würmer erbrochen. Er hat sich die Biester wohl aus seiner wilden Vergangenheit mitgebracht."
Die Beschreibung macht deutlich, wie gefährlich und unappetitlich ein Befall mit Spulwürmern verlaufen kann: Die Larven dieser Parasiten können nämlich den Darm der Katze verlassen und sich in anderen Organen wie der Lunge niederlassen. Durch Husten und anschließendes Verschlucken gelangen sie dann wieder in den Verdauungstrakt, wo sie auswachsen und Eier bilden.
Aber ist die Vermutung korrekt, dass sich Cherny die Würmer in seiner „wilden Vergangenheit" eingefangen hat? Es gibt noch eine weitere Möglichkeit: Der besorgte Mensch selbst kann Spulwurmeier in die Wohnung einschleppen. Von infizierten Tieren ausgeschieden, überstehen die Eier im Boden auch die kalte Jahreszeit oft monatelang. Über die Schuhsohlen ahnungsloser Spaziergänger gelangen sie dann in die Wohnbereiche und so auch zu Katzen, die niemals draußen waren.
Veterinärmediziner haben diesen Vorgang in einer wissenschaftlichen Studie belegen können. Dazu wurden über 3.500 Kotproben von Katzen ausgewertet, die im Rahmen von Routineuntersuchungen und Check-ups von Tierärzten aus Deutschland und Frankreich eingesandt worden waren. Bei etwa 13 Prozent der Proben fanden sich dabei Hinweise auf Würmer, in den weitaus meisten Fällen Eier des Katzenspulwurms. Etwa ein Fünftel der betroffenen Katzen hatte laut Angabe der Besitzer keine Zugangsmöglichkeit zu Garten oder Straße.
Stubentiger-Dompteure sollten daher auf eine regelmäßige Entwurmung alle drei Monate achten und dafür den Rat ihres behandelnden Tierarztes einholen, empfiehlt Tierärztin Dr. Regina Thomas. Kombiprodukte, die neben Spul- auch Bandwürmer beseitigen, bieten einen Rundumschutz vor diesen Katzenparasiten. Davon profitieren auch die anderen Mitbewohner, denn einige Bandwurmarten der Katze können ebenso den Menschen und andere Haustiere befallen.
Seit neuestem gibt es den Rundumschutz gegen Spul- und Bandwürmer auch in Form von Spot-on-Lösungen. Das unkomplizierte Auftropfen auf die Nackenhaut ist für Besitzer von Katzen, die jegliche Tablettenbeigabe zum Futter kategorisch verweigern, eine bequeme und sichere Lösung. Vielleicht ist auch der wilde Cherny so von seinen quälenden Begleitern befreit worden.





